Passionsspiele Kirchschlag (Probenfoto): Maria, die Mutter Jesu, mit dem toten Sohn.
Passionsspiele Kirchschlag (Probenfoto): Maria, die Mutter Jesu, mit dem toten Sohn.
Christoph Trimmel spielt seit seiner Kindheit bei den Kirchschlager Passionsspielen mit, Bernhard Putz heuer das erste Mal. Die beiden „Jesus“-Darsteller im Gespräch mit dem "Sonntag".
Begonnen habe ich wie viele Passionsspieler als Knirps in der Kindermenge beim Einzug. Damals war ich neun Jahre alt“, erzählt Christof Trimmel, einer der beiden „Jesus“-Darsteller bei den heurigen Kirchschlager Passionsspielen. Am meisten beschäftigt ihn die Frage, „wie Jesus als Mensch war“. Trimmel: „Das hängt auch eng mit dem persönlichen Verständnis von seiner Lehre zusammen.“ Für den AHS-Lehrer ist „das Passionsspiel deshalb so faszinierend, weil die Passion, die an sich schon ein sehr starker Stoff ist, auf der Bühne, wo die Akteure wenige Meter vor dem Zuschauer stehen, nochmals unmittelbarer wirkt.“ Gleichzeitig sei „es möglich, durch die darstellerischen Mittel auf der Bühne mehr Sinnzusammenhänge herzustellen oder Akzente zu setzen. Ein gutes Passionsspiel erweitert unseren Blick auf die Passion.“ Welche Kraft er persönlich aus dem Passionsspiel schöpft? Trimmel: „Es ist eine ganz andere Art, sich mit Jesus und seiner Lehre auseinander zu setzen, und die Gemeinschaft unter den Passionsspielern ist einfach großartig. Da weht ein guter Geist, das merkt man.“

„2015 ist für mich die erste Saison als Mitglied der Kirchschlager Passionsspiele“, sagt Bernhard Putz: „Christus auf der Bühne darstellen zu können ist eine Aufgabe mit großer Verantwortung gegenüber der Passionsspielgemeinde, dem Publikum und der Glaubensgemeinschaft im weiteren Sinne. Seine Botschaft gibt Hoffnung und befreit, stößt aber auch auf erbitternden Widerstand, der bis zur Verurteilung zum Tod am Kreuz führt.“
Wie Jesus mit diesem Spannungsverhältnis umgeht und „auch sein innerer Konflikt am Ölberg, wo der Versucher Jesus von der Sinnlosigkeit seines Todes überzeugen möchte, faszinieren mich und fordern mein eigenes Glaubensverständnis zugleich“, sagt der Musiklehrer. Beim Passionsspiel kommt es darauf an, „eine funktionierende Gemeinschaft zu bilden, in der jeder seinen Beitrag zum Gelingen des Ganzen leistet“, unterstreicht Putz. Teil der großen Passionsspielgemeinde zu sein und auch das Vertrauen zu bekommen, die Christusrolle spielen zu können, „stärken mich für diese Aufgabe bzw. erfüllen mich mit Freude“.
Passionsspiele Kirchschlag:
Noch bis Montag, 17. August können Sie Tickets für eine Vorstellung Ihrer Wahl gewinnen. Teilnahme auf www.erzdioezese-wien.at/passionsspiele-kirchschlag
Weitere Informationen zu "Der Sonntag" die Zeitung der Erzdiözese Wien