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30.03.2016 · Spiritualität · Fastenzeit & Ostern

„Die Auferstehung ist revolutionär“

Auferstandener

Nicht der Tod hat das letzte Wort, sondern Gott, der neues Leben schafft – jenseits von Zeit und Raum, aber auch mitten im Leben. Wer glaubt, kann dieses Geheimnis spüren.  

Der Bochumer Neutestamentler Thomas Söding über die Botschaft von Ostern, die Rolle der Frauen beim Grab, das leere Grab und den Zweifel als Weg der Erkenntnis.

 

DER SONNTAG: „Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos“, heißt es im Ersten Korintherbrief (15. Kapitel, Verse 13-14).

 

Wie geht ein Theologe mit dieser gewaltigen Aussage Tag für Tag um?


THOMAS SÖDING: Paulus nennt den entscheidenden Punkt: Die Liebe ist stärker als der Tod. Das ist der Kern des Gottesglaubens. Aber der Satz verrät auch: Schon damals war der Auferstehungsglaube fraglich. Heute ist das nicht anders. Paulus sagt: Der wichtigste Glaubenszeuge ist Jesus selbst.

 


Was ist der theologische Kern des Osterglaubens?


THOMAS SÖDING: Der Auferstehungsglaube ist der Glaube an den „lebendigen und wahren Gott“ (1 Thess 1,9). Gott ist der Schöpfer; er würde sich selbst widersprechen, wenn am Ende der Tod alles besiegte. Gott bleibt sich treu, weil er das Leben schafft, auch aus dem Tod heraus. Kann man das glauben? Ja – wenn man darauf vertraut, dass Jesus die Menschen mit seiner Gottesbotschaft nicht in die Irre geführt, sondern die Wahrheit gesagt hat.


Der Osterglaube ist schon bei den Aposteln vom Zweifel begleitet. Wie finden heute Zweifler Zugang zu diesem Grundgeheimnis des Christentums? Die Evangelien sind ehrlich: Sie verschweigen die Zweifel, die Skepsis, das Fragen nicht. Gäbe es keine Einwände, wäre Ostern banal. Die Auferstehung Jesu ist aber revolutionär.

 

Für Menschen von heute, die zweifeln, ist wichtig, dass die Zweifel nicht verdächtigt, sondern als Weg der Erkenntnis gewürdigt werden.

 

Desto wichtiger sind dann die Geschichten, wie die Apostel nicht auf ihre Zweifel festgelegt, sondern zu den großen Antworten Gottes geführt worden sind, die sie zuerst nicht verstehen und dann doch als Worte für ihr Leben begriffen haben.

 


Welche Rolle spielt die in allen Evangelien berichtete Auffindung des leeren Grabes Jesu am Ostermorgen?

 

THOMAS SÖDING: Nach allen Evangelien haben die Frauen aus Galiläa das Grab leer gefunden. Ohne ein leeres Grab hätte die Osterbotschaft nie verbreitet werden können.

 

Aber das leere Grab ist vieldeutig. Erst die Erscheinungen des Auferstandenen bringen die Klarheit des Glaubens: Das Grab ist leer, weil Jesus leibhaftig auferstanden ist, um seinen Jüngern zu erscheinen, Männern wie Frauen.
 

 

Welche „Aufgaben“ haben dabei die Frauen, die das leere Grab vorfinden?

 

THOMAS SÖDING: Die Frauenrolle ist im Grunde konventionell: Sie kümmern sich um den Leichnam des Verstorbenen. Aber die Geschichte der Frauen ist höchst unkonventionell.

 

Während die Jünger fliehen, harren sie beim Kreuz aus. Dadurch werden sie zu Zeuginnen, die klarstellen: Die Auferstehung ist keine Einbildung, sondern ein Ereignis; und der Auferstandene ist keine Phantasiegestalt, sondern kein anderer als Jesus selbst, der Gekreuzigte.
 

 

„Die verlorene Hoffnung auf Resurrektion (Auferstehung, Anm. d. Red.) hinterlässt eine spürbare Leere“, schreibt der Philosoph Jürgen Habermas.

 

Was bedeutet diese Leere für eine (westeuropäische) Gesellschaft, die bisweilen so lebt, als ob es Gott nicht gäbe?


THOMAS SÖDING: Die Leere hat Jesus selbst ausgehalten, am Kreuz. Die Osterbotschaft ist nicht nur der entscheidende Faktor für die Existenz der Kirche. Sie hat eine Bedeutung für die ganze Gesellschaft: Das Opfer wird nicht auf immer von den Tätern gedemütigt, sondern von Gott rehabilitiert.

 

Die Hoffnung auf einen Retter ist keine Illusion, sondern eine Erfahrung, die unter die Haut geht. Nicht der Tod hat das letzte Wort, sondern Gott, der neues Leben schafft – jenseits von Zeit und Raum, aber auch mitten im Leben. Wer glaubt, kann dieses Geheimnis spüren.  

erstellt von: Der SONNTAG / Stefan Kronthaler
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Weitere Informationen

Univ.-Prof. Dr. Thomas Söding

lehrt Neues Testament an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum.


Aus dem Katechismus

 

Das „Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche“, eine gelungene und sichere Zusammenfassung des „Welt-Katechismus“ (KKK), enthält in knapper Form alle wesentlichen und grundlegenden Elemente des Glaubens der Kirche.

 

 26. Welchen Stellenwert hat die Auferstehung Christi in unserem Glauben?
Die Auferstehung Christi ist die Wahrheit, in der unser Glaube an Christus gipfelt. Zusammen mit dem Kreuz ist sie wesentlicher Teil des Pascha-Mysteriums.
 
127. Welche „Zeichen“ bezeugen die Auferstehung Jesu?
Neben dem entscheidend wichtigen Zeichen des leeren Grabes ist die Auferstehung Jesu von den Frauen bezeugt, die ihm zuerst begegneten und ihn den Aposteln verkündeten.

 

Danach erschien Jesus „dem Kephas (Petrus), dann den Zwölf. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich“ (1 Kor 15, 5–6) und noch anderen. Die Apostel konnten die Auferstehung nicht erfinden, denn sie schien ihnen unmöglich. Jesus tadelte sie sogar wegen ihres Unglaubens.
 
128. Warum ist die Auferstehung auch ein transzendentes Ereignis?
Die Auferstehung war ein geschichtliches Ereignis, das sich durch Zeichen und Zeugnisse feststellen und bezeugen ließ. Dennoch geht sie als Glaubensmysterium über die Geschichte hinaus, weil sie der Eintritt der Menschennatur Christi in die Herrlichkeit Gottes ist. Darum offenbarte sich der auferstandene Christus nicht der Welt, sondern seinen Jüngern, und machte sie zu seinen Zeugen vor dem Volk.
 
129. In welchem Zustand befindet sich der auferstandene Leib Jesu?
Die Auferstehung Christi war nicht eine Rückkehr in das irdische Leben. Sein auferstandener Leib ist der selbe, der gekreuzigt worden ist, und trägt die Spuren seines Leidens. Doch er hat bereits Anteil am göttlichen Leben und besitzt die Eigenschaften eines verherrlichten Leibes. Aus diesem Grund steht es dem auferstandenen Jesus völlig frei, seinen Jüngern in verschiedenen Gestalten zu erscheinen, wie und wo er will.

131. Was sind der Sinn und die Heilsbedeutung der Auferstehung?
Die Auferstehung ist der Höhepunkt der Menschwerdung. Sie bestätigt die Gottheit Christi sowie all das, was er getan und gelehrt hat, und erfüllt alle göttlichen Verheißungen für uns.

 

Außerdem ist der Auferstandene, der Sieger über Sünde und Tod, die Ursache unserer Rechtfertigung und unserer Auferstehung: Jetzt schon erwirkt er uns die Gnade der Annahme an Kindes Statt, die eine wirkliche Teilhabe an seinem Leben als eingeborener Sohn ist. Am Ende der Zeiten wird er unseren Leib auferwecken.


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Ostern - Jesus ist auferstanden!

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Palmkatzerl zu Ostern

Ostern in Radio und TV: Von "Urbi et orbi" bis Lebenskunst

ORF 2 sendet am Ostersonntag Live-Übertagung des Ostergottesdienstes sowie "Urbi et orbi"-Segen aus dem Vatikan.

Feierliche Gottesdienste in der Karwoche und zu Ostern in der Wiener Innenstadt

Die Liturgien vom Palmsonntag und den drei österlichen Tagen - Gründonnerstag, Karfreitag und der Osternacht am Karsamstag - bilden den Höhepunkt des Kirchenjahres. Wir feiern im Gedenken daran, dass Jesus für uns Menschen gestorben und der Tod nicht das Ende ist. Denn Jesus ist von den Toten auferstanden.

Zwei kinder bemalen Ostereier

Ostern kindgerecht vermitteln: Jungschar bietet Materialien und Tipps

Ostergrußaktion und Vorbereitung auf Osterfest. Tipps zum Sprechen über Tod und Auferstehung.

Fahrrad-Kreuzweg im Wiener Becken am

Fahrrad-Kreuzweg im Wiener Becken

Radeln für den Glauben: Eine einzigartige Kreuzweg-Tour durch das Wiener Becken verbindet Spiritualität, Natur und Geschichte.

Kantorenkurs

Kantorale Vorbereitungen für die Karwoche

Als Vorbereitung auf die Karwoche veranstaltete Kirchenmusik Referent aus dem Vikariat Wien Nord Johannes Lenius einen Kantorenkurs in der Pfarre Gänserndorf.

Karottensuppe

Ritter-Grepl: Suppenkochen gegen Geschlechterklischees

Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung: Klischee der suppekochenden Frau ins Positive drehen. Care-Arbeit "wertvoll und unverzichtbar für Zusammenhalt". Familienfasttag als niederschwellige Form gelebter Solidarität.

Aschermittwoch

Administrator Grünwidl: Kulturchristentum ist zu wenig

Apostolischer Administrator der Erzdiözese Wien in Aschermittwoch-Predigt im Stephansdom: Wenn Kirche lebendig und glaubwürdig sein soll, braucht es mehr als Brauchtum.

Das Inzersdorfer Fastentuch

Das Inzersdorfer Fastentuch: Viele Fäden – ein Ganzes

An zwei Sonntagen nach der Messe waren viele helfende Hände damit beschäftigt Wollfäden zu sortieren, zu vermessen, aufzuknüpfen, abzuwickeln und so das Fastentuch in Inzersdorf entstehen zu lassen.

Fastenzeit und Ostern

Familienverband lädt zur achtsamen Fastenzeit

Katholischer Familienverband Österreich motiviert mittels App "Gutes Leben" und "Boomerang" sowie Aktionen zu Auszeiten vom stressigen Alltag.

KREUZWEG der Hoffnung für die ganze Schöpfung

KREUZWEG der Hoffnung für die ganze Schöpfung

Das Heilige Jahr steht im Zeichen der Hoffnung. Die Texte des Kreuzwegs sind bewusst kurz gehalten. Eine längere Zeit der Stille zwischen den Stationen hilft, die Texte und Bilder nachklingen zu lassen.

The picture contains a platter of colorful fruits, kitchen utensils like blender, cutlery, bowls, knives, cutting board and pans.

Fastenzeit: Orden laden Interessierte zum "Innehalten und Aufbrechen"

Von Gemüse-Sushi-Fasten bis klösterliche Fastenwochen, stille Exerzitien und biblische Besinnungstage - wie Ordensgemeinschaften Menschen auf dem Weg zu innerer Einkehr und Erneuerung begleiten.

Fastenkalender 2025: Mit Gott wachsen

Fastenkalender 2025: Mit Gott wachsen

Der Steyler Fastenkalender 2025 lädt ein, in der Fastenzeit Körper, Geist und Seele wachsen zu lassen. Mit dem Spendenerlös wird ein Baumpflanzprojekt in Togo unterstützt.

Grass blossom in the morning

Dominikaner laden zur Vortragsreihe „Fasten im Jubeljahr“ ein

In der Fastenzeit dieses Jahres, das die Kirche als Jubel- oder auch „heiliges“ Jahr begeht, laden die Dominikaner an fünf Abenden, zu der Vortragsreihe „Fasten im Jubeljahr - Ökologische Gerechtigkeit als biblisches Anliegen“ ein.

San Giorgio in Velabro: Eine Kirche zwischen Legenden und Geschichte

Der zweite Tag der Fastenzeit beginnt in Rom in San Giorgio in Velabro, einer mittelalterlichen Kirche am Fuße des Palatin. Sie erzählt eine Geschichte, die tief in die Mythen und Traditionen Roms eingebettet ist. Hier verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart auf eindrucksvolle Weise.

Die Stationsgottesdienste der Fastenzeit – Eine alte römische Tradition lebt weiter

 

„Sonntag des Wortes Gottes“ 2025 im Zeichen des Jahresthemas „Exodus“

„Sonntag des Wortes Gottes“ 2025 im Zeichen des Jahresthemas „Exodus“

Das Österreichische Katholische Bibelwerk begleitet den „Sonntag des Wortes Gottes“ heuer am 26. Jänner 2025, mit einer neuen Videoreihe.

Der Jubiläumsablass 2025: warum und wie?

Ist denn "Ablaß" noch zeitgemäß? Gegenfrage: Kann Heil und Heilung jemals aus der Mode kommen?

Luftaufnahme vom Stephansdom

Brezina-"Musical" mit Uraufführung im Wiener Stephansdom

Bestseller "Die Bibel in Reimen" am 16. Mai und 17. Mai in Form eines Konzerts mit 100-köpfigem Kinderchor zu hören.

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