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13.10.2023 · Kardinal · Weltkirche

Kardinal Schönborn erklärt neue Art der Kommunikation in Synode

Kardinal Schönborn erklärt neue Art der Kommunikation in Synode

Am Beginn habe jeder der maximal zehn Beteiligten drei Minuten, um zu sagen, was ihm zum Thema wichtig ist. "Die anderen hören zu. Dann wird eine Weile geschwiegen, damit das persönlich aufgenommen werden kann, was die anderen gesagt haben", schildert der Kardinal im Video.

Gesprächs-Methode der "Spirituelle Konversation" unter Synoden-Mitgliedern wesentlich für Arbeit der Kirchenversammlung in Rom, aber laut Wiener Kardinal generell "eine ganz einfache Methode, die man überall mit Erfolg anwenden kann".

Kardinal Christoph Schönborn hat den positiven Effekt der bei der Welt-Synode in Rom angewandten Gesprächs-Methode der sogenannten "Spirituellen Konversation" als "ganz wichtig" für die Versammlung herausgestrichen. Diese nicht mit einem Austausch über rein spirituelle Themen zu verwechselnde strukturierte Art der Kommunikation besteht aus einem Dreischritt: aus aktivem Zuhören, aus dem Herzen sprechen und Gebet. Sie kommt u.a. in der Kleingruppenarbeit der Synodenversammlung an den runden Tischen in der vatikanischen Audienzhalle zur Anwendung. Es sei aber generell "eine ganz einfache Methode, die man überall mit Erfolg anwenden kann", erklärt der Wiener Erzbischof in einem kurzen Video auf seinen Profilen in den Sozialen Netzwerken.

 

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Am Beginn habe jeder der maximal zehn Beteiligten drei Minuten, um zu sagen, was ihm zum Thema wichtig ist. "Die anderen hören zu. Dann wird eine Weile geschwiegen, damit das persönlich aufgenommen werden kann, was die anderen gesagt haben", schildert der Kardinal in dem Video. In einer zweiten Runde spreche jeder darüber im Sinne eines ersten Echos darüber, was das Gehörte in ihm bewegt oder ihn anspricht. Auf eine weitere Phase der Stille folge die dritte Runde mit dem Austausch und Gespräch.

 

Durch diese beiden ersten Schritte trete man ganz anders vorbereitet in das Gespräch ein, so Schönborn. "Man hat zuerst einmal wirklich zugehört, hat ein wirklich persönliches erstes Echo darauf gegeben, und dann erst steigt man in eine Diskussion ein."

 

Es sei dann ein "Gespräch im Heiligen Geist", wie Schönborn es nennt und auch vom Papst mit Blick auf synodale Beratungen in der Kirche immer wieder eingefordert wird. Der Heilige Geist brauche Platz, Stille und Zuhören, so der Kardinal - "und dann kann der Austausch, die Diskussion, vielleicht auch der Streit über eine Frage oder ein Thema wirklich so sein, dass man gemeinsam heraushören kann, was ist jetzt wirklich herausgekommen dabei."

 

Bei der aktuellen Welt-Bischofssynode sind noch bis Ende Oktober im Vatikan mehrere Hundert Kirchenvertreter und Kirchenvertreterinnen aus allen Regionen der Weltkirche zu Beratungen über die Zukunft der katholischen Kirche im Vatikan versammelt. Die Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laienkatholiken bringen unterschiedliche Muttersprachen, Hintergründe, Erfahrungen und Meinungen aus ihren Ortskirche mit. Bei der Synode in Rom beraten sie abwechselnd in Kleingruppen und im Plenum zu Themen, die aus einem bisher zweijährigen weltweiten Synodalen Prozess zusammengetragen wurden.

 

Das angewandte "Gespräch im Heiligen Geist" soll zum "Entstehen eines gemeinsamen Gedankens" beitragen, sagte der vatikanische Kommunikationsdirektor Paolo Ruffini am Beginn der insgesamt knapp vierwöchigen Beratungen. Auch in den der aktuellen Synodenversammlung in Rom vorangegangenen Phasen der Weltsynode auf Ebene der Kontinente und Ortskirchen wurde die Methode der "Spirituellen Konversation" teilweise bereits angewendet.

 

Zeit, Freiheit, Offenheit

Die "Spirituelle Konversation" als Methode für eine synodale Kirche erklärt derzeit auch Georg Nuhsbaumer, Leiter des Bereichs "Christlich inspirierte Führung und Organisationskultur" im Wiener Kardinal-König-Haus, in einer Serie in den österreichischen Kirchenzeitungen. "Spirituelle Konversation ist mehr als ein Gespräch über spirituelle Themen", erklärt Nuhsbaumer. "Sie ermöglicht es Menschen, sich auf der Herzensebene miteinander zu verbinden, ihre Beziehung zu Gott zu vertiefen und gemeinsam auf dem Weg zur Erkenntnis voranzukommen." Spirituelle Konversation könne dabei unter Freunden, Eheleuten oder in Familien genauso stattfinden, wie etwa in einem Pfarrgemeinderat.

 

Als Voraussetzung brauche diese Art der Kommunikation Zeit, eine Haltung der Offenheit für das Wirken Gottes und innere Freiheit, so Nuhsbaumer "Das bedeutet, sich freizumachen von vorgefertigten Meinungen, Anhänglichkeit, äußeren Autoritäten und vom Wunsch nach schnellen Entscheidungen."

erstellt von: red/kathpress
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