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25.03.2017 · Glaube · Fastenzeit & Ostern

Es geht ums Sehen und Erkennen (Joh 9, 1-41)

... dass sich der Blick nun tröstlich, fröhlich, freudig auf Ostern hinwenden kann. Mögen wir diesen Glaubensweg auf Ostern zu, wie der ehemals Blinde, als Sehende und Erkennende gehen.

Sr. Mag. Christine Rod MC schreibt zum Evangelium zum 4. Fastensonntag (26.3.2017)

 

Das Wort zur Schrift

zum Evangelium zum 4. Fastensonntag; Johannes 9,1-41

 

Mit der Ursachenforschung, mit Erklärungen und Zuschreibungen ist es gar nicht so leicht: War der blinde Mann, um den es – neben Jesus – im heutigen Evangelium geht, ein Sünder, oder waren seine Eltern sündhaft, oder war es gar Jesus selber, der Sünder und somit schuldig geworden war? Es ist ja auch zu ungeheuerlich und beinahe skandalös, was da – an einem Sabbat noch dazu – geschehen ist.


Wieder einmal ist das heutige Evangelium eine Verstrickungsgeschichte zwischen Jesus und den Pharisäern, die in ihrem Glauben treu und bemüht sind, sich aber so schwer tun, sich auf die Realität, auf konkrete Menschen und Situationen einzustellen, zu sehen und zu erkennen.


Um Sehen und Erkennen geht es in dieser Blindenheilungsgeschichte. Es geht ja nicht um medizinische Erklärungsversuche oder um rituelle Erlaubnisse, sondern es geht einerseits um ein Sehen im ganz konkreten physischen Sinn. Und andererseits auch noch um ein Sehen in einer viel tieferen, erhellenderen Weise.


Der geheilte Mann, der da zum Argumentationsobjekt der Pharisäer geworden ist, drückt zweimal aus, was er von Jesus „gesehen“ und erkannt hat: Jesus ist ein Prophet, so sagt er, und der Geheilte glaubt an ihn als den Menschensohn.  
In diesem Sinne ist er nicht nur der Geheilte, sondern der eigentlich Sehende und Erkennende.


Heute ist Laetare-Sonntag, der Sonntag, der zur Freude einlädt. Auch „Mittfasten“ wird dieser Sonntag genannt, der anspricht, dass die Mitte der Fastenzeit bereits überschritten ist und dass sich der Blick nun tröstlich, fröhlich, freudig auf Ostern hinwenden kann. Mögen wir diesen Glaubensweg auf Ostern zu, wie der ehemals Blinde, als Sehende und Erkennende gehen.

 

 

Evangelium

nach Johannes 9,1-41

 

In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Ober haben seine Eltern gesündigt, so dass er blind geboren wurde?

 

Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden. Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.


Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen.


Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?  Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen geöffnet worden? Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach, und wasch dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte wieder sehen.


Sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagte: Ich weiß es nicht. Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich, und jetzt kann ich sehen.


Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen.
 

Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet. Die Juden aber wollten nicht glauben, dass er blind gewesen und sehend geworden war. Daher riefen sie die Eltern des Geheilten und fragten sie: Ist das euer Sohn, von dem ihr behauptet, dass er blind geboren wurde? Wie kommt es, dass er jetzt sehen kann?


Seine Eltern antworteten: Wir wissen, dass er unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde. Wie es kommt, dass er jetzt sehen kann, das wissen wir nicht. Und wer seine Augen geöffnet hat, das wissen wir auch nicht. Fragt doch ihn selbst, er ist alt genug und kann selbst für sich sprechen. Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten; denn die Juden hatten schon beschlossen, jeden, der ihn als den Messias bekenne, aus der Synagoge auszustoßen. Deswegen sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt doch ihn selbst.


Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war, zum zweiten Mal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehen kann. Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine Augen geöffnet?

 

Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt, aber ihr habt nicht gehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt auch ihr seine Jünger werden? Da beschimpften sie ihn: Du bist ein Jünger dieses Menschen; wir aber sind Jünger des Mose. Wir wissen, dass zu Mose Gott gesprochen hat; aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt.


Der Mann antwortete ihnen: Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei hat er doch meine Augen geöffnet.

 

Wir wissen, dass Gott einen Sünder nicht erhört; wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört er. Noch nie hat man gehört, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet hat. Wenn dieser Mensch nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiss nichts ausrichten können. Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus.
 

Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube.

 

Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder. Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen: damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden.
 

Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies. Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind? Jesus antwortete ihnen: Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde.

erstellt von: Der SONNTAG / Sr. Mag. Christine Rod MC
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Weitere Informationen

Sr. Mag. Christine Rod MC

ist Regionalleiterin der Missionarinnen Christi für Deutschland und Österreich.

 

 

"Das Wort zur Schrift"

 

 

Gedanken zum Evangelium

 


Wir bieten hier den Pfarren die Doppelseite des SONNTAG mit den Schriftstellen und dem Evangeliumskommentar zum Ausdruck als *pdf an.


 

weitere Informationen zu

 

Der SONNTAG
die Zeitung der Erzdiözese Wien
Stephansplatz 4/VI/DG
1010 Wien
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Redemptoristenorden und "Hofbauer-Komitee" laden zu Gottesdiensten im Gedenken an Wiener Stadtpatron Clemens Maria Hofbauer. Festgottesdienst mit Kardinal Schönborn am 15. März in Maria am Gestade.

Kirchenpodcast über "knallharte Lebensgeschichte eines Ex-Knackis"

Wilhelm Buntz dreht sich im Gefängnis aus herausgerissenen Bibelseiten Zigaretten und findet so zum Glauben.

Zum 850. Todestag von Thomas Becket

Am 29. Dezember 1170 ließ der englische König Heinrich II. seinen früheren Freund und Lordkanzler brutal ermorden. Becket wird von katholischer und anglikanischer Kirche als Märtyrer und Heiliger verehrt.

"Der letzte Gipfel", Start via Streaming und Filmgespräche am 26. Dezember

Eigentlich sollte er bereits im März dieses Jahres vorgestellt werden. Nun erscheint er in den Tagen nach Weihnachten. "Der letzte Gipfel" von Juan Manuel Cotelo erzählt die bewegende Geschichte eines jungen spanischen Priesters.

"Arzt der Armen" Batthyany-Strattmann

Er ist der "erste Selige des Burgenlandes".

Kommunion und Keyboard – Mit Carlo Acutis erster Millenial seliggesprochen

Informatikgenie und sozial engagiert: Carlo Acutis wurde am 10. Oktober 2020 in Assisi seliggesprochen.

Zum 78. Todestag der Hl. Theresia Benedikta vom Kreuz- Edith Stein

Am 9. August 1942 wurde die Karmelitin Theresia Benedikta vom Kreuz (Edith Stein) in Auschwitz wegen ihrer jüdischen Herkunft ermordet. Die Kirche feiert sie heute als Heiilge und Patronin Europas.

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