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08.05.2014

Wie und wo wohnen der Dompfarrer und die Dompriester zu St. Stephan?

Das Curhaus am Stephansplatz 3, in dem sich auch Dienstwohnungen für Priester befinden.

Hintergrundinformationen zu Medienberichten über die Dienstwohnung des Wiener Dompfarrers.

Als im Jahr 2007 das kaputte Dach des Curhauses – des "Pfarrhofes" von St. Stephan – saniert werden musste, trafen die Eigentümer des Hauses die Entscheidung, gleich eine Generalsanierung vorzunehmen, sagt Erich Ehn, Leiter des Liegenschaftsamtes der Erzdiözese Wien. Dabei sollte nicht nur des bisher ungenutzte, riesige Dachboden ausgebaut, sondern auch das unpraktische Durcheinander von Büroflächen und Wohnungen in den einzelnen Stockwerken des Hauses bereinigt werden.

 

Eigentümer "Erzbischöfliche Cur"

Die Eigentümer des Curhauses sind die "Erzbischöfliche Cur" – die schon seit dem 13. Jht. bestehende Vereinigung der Priester von St.Stephan – sowie das Domkapitel und die Erzdiözese Wien. Da das Haus seit langem in Teilen vermietet wird, sowohl an kirchliche wie weltliche Mieter, konnte das Bauvorhaben zum Teil aus den angesammelten Mietzinsreserven und zum anderen Teil durch Aufnahme eines Kredits finanziert werden.

Der größte Teil des Dachbodens wurde zu einer durchgehenden Bürofläche ausgebaut, die zunächst an die Commerzbank und nun an die Bank Austria vermietet wird. Mit dem Mietzins, so Ehn, wird der Kredit zurückgezahlt, sodass keinerlei Kirchenbeitragsmittel für den Umbau oder die Kreditrückzahlung verwendet wurden und werden.

 

Bessere Nutzung entlastet die Kirchenfinanzen

Der kleinere Teil des Dachbodens – ungefähr ein Drittel -, der wegen der verwinkelten, denkmalgeschützten Architektur für Büroflächen ungeeignet war, wurde dafür genutzt,  Dienstwohnungen des Dompfarrers und der Domkuraten unterzubringen. Im Gegenzug konnten die bisher in den Stockwerken des Curhauses verstreuten Dienstwohnungen aufgelassen und in größere, gut nutz- und vermietbare Büroeinheiten umgewandelt werden. Dort wurde zum Beispiel die katholische Erwachsenenbildung untergebracht.

 

Dass sich die Dienstwohnungen der Dompriester heute im Dachgeschoss befinden und nicht mehr in den Stockwerken, ist also das Ergebnis einer wesentlichen Verbesserung der Nutzung des Curhauses. Der Umbau ist nicht nur ohne Kirchenbeitragsmittel ausgekommen, sondern hat noch dazu zu einer deutlichen Steigerung des Substanzwertes des Hauses geführt und entlastet somit die Kirchenfinanzen.

Wohnung nahe der Pfarrkirche

Michael Prüller, Sprecher der Erzdiözese Wien: "Dass die sicher nicht geschickte Präsentation der Wohnung des Dompfarrers Toni Faber in den Medien den Eindruck einer Luxusimmobilie erweckt, ist klar. 100 Quadratmeter sind zwar kein ausgesprochener Luxus, aber doch viel Platz für einen Alleinstehenden. Die attraktive Lage im Zentrum der Stadt ist auch geeignet, diesen Eindruck zu verstärken. Aber es ist sinnvoll, dass die Priester der Pfarre St. Stephan – so wie es überall üblich ist - in ihrer Pfarre und nahe ihrer Pfarrkirche, dem Stephansdom wohnen, um ihren Dienst wahrzunehmen, der meist vor 8 Uhr beginnt und um 18 Uhr noch lange nicht aufhört." Dass sich der Luxus in Grenzen hält, sieht man z.B daran, dass die im Curhaus wohnenden Priester sich eine Gemeinschaftsküche teilen.

 

Elf Priester und drei Diakone

Die Betreuung der Pfarre St. Stephan mit ihrer Pfarrkirche, dem Stephansdom, ist laut Prüller eine große Herausforderung. Der Dom ist nicht nur die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Österreichs, sondern auch ein seelsorglicher Brennpunkt. Täglich finden im Dom mindestens sechs, an Sonntagen neun Messen statt. Elf Priester und drei Diakone verrichten ständigen Dienst in der Pfarre und im Dom. An Sonntagen finden sich mehr als 4.000 Messbesucher ein.

 

92 Stunden Beichte pro Woche

An Wochentagen ist der Dom von 6.00 bis 22.00 Uhr ununterbrochen geöffnet  (an den Wochenenden von 7.00 bis 22.00 Uhr). Viele Menschen aus anderen Pfarren, Städten und Ländern nehmen nicht nur das touristische, sondern auch das seelsorgliche und spirituelle Programm des Doms und der Pfarre in Anspruch. Etwa die Beichte – 92 Stunden pro Woche ist das Aussprachezimmer des Doms besetzt. Auch ist während der gesamten Öffnungszeiten stets eucharistische Anbetung in der Eligiuskapelle.

 

Die Dienstwohnungen im Dach des "Pfarrhofes" sind den Priestern nur für die Dauer ihrer Amtszeit übergeben. Die Betriebskosten und die Kosten der Einrichtung müssen die Priester selbst tragen. Bei der Pensionierung oder der Übernahme eines anderen Amtes müssen die Priester die Wohnungen wieder zurückgeben. Die Kirche achtet also auch hier auf einen vernünftigen und sparsamen Einsatz ihrer Mittel.

erstellt von: mp (8.5.2014)
08.05.2014
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Dompfarre

Dompfarre St. Stephan
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1010 Wien


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