Im Streit über die Frage der bisher nicht zulässigen Kommunion für evangelische Ehepartner hat der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki zu mehr Gelassenheit aufgerufen.
Im Streit über die Frage der bisher nicht zulässigen Kommunion für evangelische Ehepartner hat der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki zu mehr Gelassenheit aufgerufen.
"Notwendig, dies miteinander mit der Weltkirche abzustimmen".
Im Streit über die Frage der bisher nicht zulässigen Kommunion für evangelische Ehepartner hat der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki zu mehr Gelassenheit aufgerufen. "Ich bin ein bisschen erstaunt darüber, dass das einen solchen Rummel ausgelöst hat und dass da von Dissens und ähnlichen Dingen geschrieben wird", sagte er dem Kölner "domradio" am Freitag, 6. April 2018. "Ich kann einfach nur sagen, das Ganze sollte man mal ein bisschen herunterhängen."
In der Bischofskonferenz sei über "eine wichtige Frage" gesprochen worden: die Seelsorge von konfessionsverschiedenen Ehepaaren. "Wir haben darüber diskutiert und waren unterschiedlicher Meinung, ob wir Lösungen finden können, die pastoral wichtig sind und die wir als deutsche Teilkirche treffen können oder ob es nicht wichtig ist und richtig wäre, eine solche Lösung mit dem Blick auf die Gesamtheit der Universalkirche anzugehen", erläuterte Woelki.
"Wir waren mit einigen Bischöfen der Überzeugung, dass es gut wäre, die hier bei uns diskutierte und gefundene Lösung auch universalkirchlich mit Blick auf die Einheit der Kirche und mit Blick auf die Gemeinsamkeit mit den anderen Teilkirchen abzustimmen." Für ihn und sechs andere Bischöfe sei die Frage so wichtig, "dass wir denken, es sei notwendig, dies miteinander mit der Weltkirche abzustimmen", sagte Woelki. "Wir werden sehen, wann eine Antwort kommt und ob überhaupt eine Antwort kommt. Ich weiß es nicht."
Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass es unter den deutschen Bischöfen ein Zerwürfnis über die Frage der bisher nicht zulässigen Kommunion für evangelische Christen gibt. Sieben Bischöfe - an ihrer Spitze Kardinal Woelki - haben sich in einem Brief an den Vatikan gewandt. Dort wollen sie klären lassen, ob ein von der Bischofskonferenz mit Zwei-Drittel-Mehrheit verabschiedeter Beschluss rechtmäßig ist, konfessionsverschiedene Ehepartner in Einzelfällen zur Kommunion zuzulassen.
Der Bischofskonferenz-Vorsitzende, Kardinal Reinhard Marx, wies die Kritik der sieben Bischöfe zurück. Er äußerte sich in einem Schreiben an die Unterzeichner, das auch an alle anderen deutschen Bischöfe ging, verwundert darüber, dass die Kritiker "trotz der ausführlichen und auch kontroversen Aussprache in der Vollversammlung und des mit weit überwiegender Mehrheit der Mitglieder der Bischofskonferenz gefassten Beschlusses" weiterhin so große Zweifel hätten.
Auch der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr kritisierte am Samstag den nach Rom gesandten Brief. Das Schreiben bringe keine neuen Argumente, die nicht bei der jüngsten Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz zur Sprache gekommen seien, sagte er der "Thüringischen Landeszeitung". Er sehe keine Gründe, warum die "pastorale Handreichung" der Bischofskonferenz zu der Frage nicht veröffentlicht und umgesetzt werden solle, sobald die Endfassung fertig sei.
Neymeyr betonte, es sei das Recht jedes Bischofs, sich an Rom zu wenden. Dass es nun nach einer ausführlichen Diskussion und einem eindeutigen Beschluss in der Bischofskonferenz geschehe, "kann aber befremden, zumal der diesen Bischöfen strittige Sachverhalt in ihrem Brief nicht in allem adäquat dargestellt wurde". Wie Kardinal Marx und die meisten Bischöfe, sehe auch er die Kompetenz für eine solche Handreichung bei der nationalen Bischofskonferenz, so Neymeyr.
Von einer "starren Lagerbildung" könne jedoch keine Rede sein". Der Vollversammlung gehörten 65 Mitglieder an. "Da fände ich es eher bedenklich, wenn es bei einzelnen Fragen keine kontroverse Diskussion gäbe", so der Bischof.
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