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22.10.2018 · Weltkirche · Jugend

Österreichischer Jugendbischof predigte bei Bischofssynode

Große Ehre für Jugendbischof Stephan Turnovszky: Der Wiener Weihbischof predigte am Samstag, 20. Oktober 2018 im Plenum der Bischofssynode vor den versammelten Vertretern aus der Weltkirche und ging dabei aus biblischer Sicht auf den Umgang von Bischöfen mit Fehlentscheidungen ein.

Bibel bietet Regeln für Umgang mit Fehlentscheidungen, die Bischöfe auch im Blick auf Missbrauchsfälle beachten sollen. Der Wiener Weihbischof empfahl den anwesenden Bischöfe die bekannte Geschichte des Daniel aus der Sicht des heidnischen Perserkönigs zu sehen.

Große Ehre für Jugendbischof Stephan Turnovszky: Der Wiener Weihbischof predigte am Samstag im Plenum der Bischofssynode vor den versammelten Vertretern aus der Weltkirche und ging dabei aus biblischer Sicht auf den Umgang von Bischöfen mit Fehlentscheidungen ein. Mit Gottes Gnade könne man auch nach falschen Entscheidungen reifen, wenn man bereit sei, seine Fehler zu erkennen, zu bereuen und daraus entschieden die Konsequenzen zu ziehen. Diesen Dreischritt gelte es angesichts der "gegenwärtigen Empörung über Missbrauch in der Kirche" zu beherzigen, so der Jugendbischof unter Bezugnahme auf die Bibelstelle, die von "Daniel in der Löwengrube" und dem dort geschilderten Verhalten des Königs Darius handelt.

Der Wiener Weihbischof empfahl den anwesenden Bischöfe die bekannte Geschichte des Daniel aus der Sicht des heidnischen Perserkönigs zu sehen. Sie könne als "Lehrstückchen" dafür dienen, wie ein König bzw. ein Verantwortungsträger, angesichts einer Fehlentscheidung zur menschlichen Reifung und zur tieferen Erkenntnis Gottes kommen könne. Angesichts "tragischer Fehlentscheidungen" wie jenen, "die den Missbrauch an Kindern und Jugendlichen begünstigt haben", müsse man sich wie der biblische König Fragen stellen: "Wie sieht das in meinem Verantwortungsbereich aus? Wer berät mich? Sind da vielfältige Meinungen vertreten, auch die Stimmen derer, die man leicht überhört?" Im Blick auf diese fehlenden Stimmen sagte Turnovszky: "Bei uns in der Diözese war jahrelang eine Frau im Bischofsrat. Das hat unseren Beratungen gut getan, sie konnte eine andere Perspektive einbringen."

Nachdem der König in der Geschichte von "Daniel in der Löwengrube" seinen Fehler erkannt hatte, bereute er diesen und fastete. "Er hört mehr auf sein Gewissen als auf die Geschäfte des Alltags. Er verbirgt seine Reue nicht, sondern steht zu ihr", führte der Jugendbischof weiter aus, um daran persönliche Fragen an Verantwortungsträger abzuleiten: "Bin ich so frei, vor anderen Menschen eine Fehlentscheidung einzugestehen? Wie steht es um mein Fasten? Lehren wir junge Menschen die Bedeutung des Fastens und der Askese als mächtige Kraftquelle?"

Angesichts der wunderbaren Errettung Daniels durch Gottes Macht sei König Darius aber nicht zur Tagesordnung übergegangen, "sondern zieht Konsequenzen: Er trennt sich von seinen verräterischen Mitarbeitern", betonte Turnovszky, der u.a. die Frage aufwarf, inwiefern ein Bischof ein "guter Vater und gerechter Richter" sein könne und ob diese beiden Aufgaben überhaupt strukturell vereinbar seien.

Die Predigt des österreichischen Jugendbischofs erfolgte im Rahmen des gemeinsamen Gebets der Synodenteilnehmer. Es handelte sich um die Terz, eines von mehreren Gebeten, das Kleriker im Rahmen der Tagzeitenliturgie regelmäßig beten.

erstellt von: red/kap
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Weitere Informationen

Jugendsynode im Vatikan auf erzdioezese-wien.at

Weihbischof Stephan Turnovszky
Kurzpredigt zur Terz bei der Bischofssynode am 20.10.2018

Schriftstelle: Dan 6, 27b-28a:
„Der Gott Israels ist der lebendige Gott; er lebt in Ewigkeit. Sein Reich geht niemals unter; seine Herrschaft hat kein Ende. Er rettet und befreit; er wirkt Zeichen und Wunder am Himmel und auf der Erde.

 

Die Reifung eines Königs angesichts einer Fehlentscheidung durch Gottes Gnade

 

Liebe Mitbrüder im bischöflichen Dienst,
liebe Schwestern und Brüder!

 

Die kurze Schriftstelle steht am Ende der Erzählung von Daniel in der Löwengrube. Nach dessen wunderbarer Errettung preist der König den Gott Israels.

Ich möchte die Geschichte aus der Sicht des Königs kurz erzählen und dann drei Betrachtungspunkte vorlegen. Sie kann als Lehrstückchen dafür dienen, wie ein König, dh ein Leiter, angesichts einer Fehlentscheidung zur menschlichen Reifung und zur tieferen Erkenntnis Gottes kommen kann:

 

König Darius, seit dem Alter von 62 Jahren im Amt, also schon erfahren, hat im Juden Daniel einen hervorragenden hochrangigen Beamten. Die Qualität der Leistung Daniels erweckt den Neid seiner Kollegen. Da sie um die Gläubigkeit Daniels wissen, erwirken sie beim König den Erlass eines Gesetzes: Einen Monat lang soll es verboten sein, an irgendeinen Gott oder Menschen außer dem König eine Bitte zu richten. Der König unterschreibt.

 

Daniel wird von seinen Gegnern überwacht und der Gesetzesübertretung durch Gebet überführt. Der König weiß sich an das unabänderliche Gesetz gebunden und lässt Daniel in die Löwengrube werfen. Aber er bereut, spricht Daniel noch Mut zu, segnet ihn, fastet, durchwacht die Nacht.

Am Morgen findet er Daniel unversehrt in der Löwengrube. Der erleichterte König zieht die Konsequenzen: Er trennt sich von seinen korrupten Beratern und lässt sie in der Löwengrube hinrichten. Darauf schreibt er an sein ganzes Reich ein Bekenntnis zum Gott Daniels und empfiehlt seine Verehrung. Soweit die Erzählung.

 

Ich möchte nun drei Punkte zur Betrachtung vorlegen, wobei ich einlade, sich mit König Darius zu identifizieren. Das können nicht nur Bischöfe, sondern alle Menschen, denen Verantwortung aufgetragen ist. Im Kontext der Jugendsynode und der gegenwärtigen Empörung über Missbrauch in der Kirche soll auch dieses Thema mitgehört werden.

 

1) Der König trifft eine Fehlentscheidung

Verantwortungsträger treffen mitunter Fehlentscheidungen. Manche davon sind tragisch wie die des Königs Darius. Auch heute gibt es tragische Fehlentscheidungen, zB solche, die den Missbrauch an Kindern und Jugendlichen begünstigt haben. Wie kam es in der Erzählung dazu? König Darius hat sich schlecht beraten lassen. Wie sieht das in meinem Verantwortungsbereich aus? Wer berät mich? Sind da vielfältige Meinungen vertreten, auch die Stimmen derer, die man leicht überhört, wie es in der Erzählung die Juden waren? Wer bringt die Stimme der jungen Menschen ein?

 

Bei uns in der Diözese war jahrelang eine Frau im Bischofsrat. Das hat unseren Beratungen gut getan, sie konnte eine andere Perspektive einbringen.

 

2) Der König bereut seine Entscheidung

Dem König gehen die Augen auf, doch die Entscheidung ist getroffen; das Rad der Geschichte kann nicht zurückgedreht werden. Er bereut seine Entscheidung. Das kommt folgendermaßen zum Ausdruck: Er trifft Daniel, das Opfer seiner Entscheidung, persönlich. Er begibt sich zur Löwengrube, das heißt, er sucht auch innere Nähe zum Leid auf. Er fastet und durchwacht die Nacht. Das Gewissen schlägt den König, und er lässt sich davon aus der Bahn werfen. Er hört mehr auf sein Gewissen als auf die Geschäfte des Alltags, die Schlaf und Erholung gebieten würden. Er verbirgt seine Reue nicht, sondern steht zu ihr.

 

Fragen: Bin ich so frei, vor anderen Menschen eine Fehlentscheidung einzugestehen? Wie steht es um mein Fasten? Lehren wir junge Menschen die Bedeutung des Fastens und der Askese als mächtige Kraftquelle? Im Jugendbereich kann das Fasten heutzutage auch neue Formen annehmen, etwas den Verzicht auf elektronische Medien am Freitag.

 

3) Der König zieht Konsequenzen

Daniel steigt unversehrt aus der Grube herauf. Für uns Christen klingt die Auferstehung des Herrn an. Tote werden lebendig! Im Kontext Missbrauch ist es doch so, dass Menschen, die jahrelang geschwiegen hatten, auf einmal zu reden beginnen. Es könnte doch auch sein, dass da Gottes Geist am Werk ist…

 

Angesichts dieser wunderbaren Errettung Daniels durch Gottes Macht geht König Darius aber nicht zur Tagesordnung über, sondern zieht Konsequenzen: Er trennt sich von seinen verräterischen Mitarbeitern. Die Tötung in der Löwengrube entspricht nicht mehr unserem heutigen Strafempfinden, aber sie kann uns sagen, dass diese Leute absolut keinen Einfluss mehr auf den König haben durften. Danach bekennt sich Darius öffentlich zu dem, was er gelernt hat: Er ehrt den Gott Israels in Demut als einen, der größer ist als er selbst.

 

Fragen: Wie gelingt es mir, guter Vater und gerechter Richter zu sein? Kann ich das überhaupt unter vereinen, oder geht das strukturell nicht? Kann ich irgendwie das Wirken des Geistes Gottes darin erkennen, wenn Schweigende zu reden beginnen? Und eine Frage besonders an die Nicht-Bischöfe: Bekenne ich mich in unserer immer säkularisierteren Welt öffentlich zum lebendigen Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, den er von den Toten auferweckt hat?

 

Am Ende der Erzählung stehen Friede und Freude. Man merkt dem König an, wie er neu und tiefer lebt. Daniel ist gerettet, aber der König ist verwandelt worden. Rettung durch Gott steckt an. Wer dem Auferstandenen begegnet, kann mit tieferer Freude leben.

Ehre sei dem lebendigen Gott, der in Ewigkeit lebt! Amen.

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Österreichische Jugendliche in Rom: "Kirche braucht jeden von uns"

Heimische Jugendliche im Interview mit "Radio Vatikan" zum "Jubiläum der Jugend": Zusammenkunft Jugendlicher aus verschiedenen Ländern macht Weltkirche spür- und erlebbar.

Österreicher-Treffen als heimischer Auftakt des 'Jubiläums der Jugend' in Rom

Rom: 380 junge Österreicher stürmten Sant'Anselmo

Österreicher-Treffen als heimischer Auftakt des "Jubiläums der Jugend" in Rom.

Jubiläum der Jugend: Rund 500 junge Österreicher pilgern nach Rom

Jubiläum der Jugend: Rund 500 junge Österreicher pilgern nach Rom

Bischöfe Krautwaschl und Marketz begleiten 16 Jugendgruppen auf Pilgerreise im Heiligen Jahr 2025. Papst-, Österreich- und Neugetauftentreffen zwischen 28. Juli und 3. August am Programm. Digitale Missionare feiern von 28. bis 29. Juli Jubiläum.

Jugendliche spielen Volleyball am Strand

"Last Minute": Kirchliche Organisationen laden zu Sommer-Jugendevents

Sportliche und spirituelle Ferienangebote vom Zeltlager am Attersee bis Taizé-Reise nach Frankreich.

Digitale Seelsorge: Große Nachfrage nach Maturasegen per WhatsApp

Bei der Aktion „Be Blessed!“ erhielten Schülerinnen und Schüler über 13.000 ermutigende WhatsApp-Nachrichten. Die vielen seelsorglichen Anfragen zeigen den Bedarf an digitaler Seelsorge.

15 junge Freiwillige starten in wenigen Wochen ihren Sozialdienst in Bildungs- und Sozialprojekten auf der ganzen Welt.

Freiwillige aus Erzdiözese Wien gehen nach Ecuador, Georgien, Kambodscha, Kenia und Kolumbien

15 junge Freiwillige starten in wenigen Wochen ihren Sozialdienst in Bildungs- und Sozialprojekten auf der ganzen Welt. Acht von ihnen kommen aus der Erzdiözese Wien.

SchülerInnen spendeten 81 Brillen für Menschen in Afrika

SchülerInnen spendeten 81 Brillen für Menschen in Afrika

SchülerInnen und Schüler des Gymnasiums in der Dreihackengasse in Graz haben 81 Brillen gesammelt und an das Blindenapostolat der Erzdiözese Wien übergeben.

Pilotprojekt in Wien: Interreligiöser Religionsunterricht in vier Schulen erprobt

Pilotprojekt in Wien: Interreligiöser Religionsunterricht in vier Schulen erprobt

Was braucht ein zeitgerechter Religionsunterricht – in einer Gesellschaft, die vielfältiger ist denn je? Dieser Frage widmet sich ein interreligiöses Pilotprojekt in Wien.

„Ach du heilige Scheine!“ – Jetzt mitmachen und die Übernahme von Rechnungen gewinnen

Du hast viele Ideen für deine Jugendgruppe, aber das Budget ist immer zu knapp? Es gibt eine Chance, wie deine Rechnung übernommen werden kann. Ein wenig Kreativität ist dabei gefragt. Teilnahmeschluss ist der 31. Juli 2025.

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