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30.04.2013

Sr. Elisabeth Knapp SSM

Ich freue mich, dass das Ordensleben für mich der Weg geworden ist, wo ich mein Menschsein am besten verwirklichen kann!

Seit wann sind Sie kirchlicher Angestellter bzw. seit wann in der Kirche engagiert?

Von Kindheit an war ich in meiner Heimatpfarre engagiert und zum Eintritt in die Ordensgemeinschaft der Schwestern von der Schmerzhaften Mutter kam es 1995.

 

Was sind Ihre Aufgaben und Ihre Arbeitsschwerpunkte?

Ich bin in der Leitung der Hausgemeinschaft und als Kindergartenpädagogin genauer gesagt als Kindergartenleiterin tätig. Im Detail bedeutet das für die Leitung der Hausgemeinschaft: Sich um das Wohl der Schwestern, um ein gutes Klima und eine geschwisterliche Atmosphäre in der Gemeinschaft sorgen, das menschliche und geistliche Wachstum und die berufliche und religiöse Weiterbildung der Schwestern fördern, Rahmenbedingungen für den monatlichen Besinnungstag, für einen einfachen Lebensstil, für den Dienst an den Armen fördern, das jährliche Budget erstellen;

Terminkoordination und Kontakte zu den Menschen, die ins Franziskanische Begegnungszentrum kommen.

Als Kindergartenpädagogin bzw. Kindergartenleiterin: die 1,5 – 3 jährigen Kinder in der Kleinkindkrippe begleiten, Elterngespräche, Teambesprechungen vorbereiten und leiten, Gespräche mit den Kolleginnen und Schülerinnen (Praktikantinnen), Fortbildungen besuchen, Gespräche und Austausch mit meinem Dienstgeber (Schulverein St. Franziskus) und mit der KKTH (Vereinigung katholischer Kindertagesheime) Kontakte mit Firmen (Instandhaltung, Reparaturen, Materialbestellungen), Kontakte mit anderen Institutionen (Schulen, MA 10, MA 11, anderen Kindergärten, ...), ...

 

Seit wann leiten Sie diese Gemeinschaft und tragen Verantwortung?

Der Dienst der Leitung der Hausgemeinschaft ist mir mit 1. 1. 2009 anvertraut worden.

Seit 2002 arbeite ich als Kindergartenpädagogin, seit 2010 ist mir für den Kindergarten und Hort die Leitung übertragen worden.

 

Ihre kirchliche Beheimatung und Herkunft:

Herkunft: Pfarre St. Elisabeth, 1040 Wien

Jetzt Zugehörigkeit zur Pfarre Altsimmering, 1110 Wien

 

Erzählen Sie in wenigen Sätzen Ihre Berufungsgeschichte.

Genau kann ich mich nicht mehr erinnern, wann ich die Gemeinschaft kennen gelernt habe, aber es war noch während meiner Schulzeit, so mit 17, 18 Jahren. Eine Schwester lud mich damals zum monatlichen Abendgebet für junge Menschen ein. Die Gestaltung dieses Gebetes mit rhythmischen Liedern, das freie Fürbittgebet, der Glaubensaustausch, die offenen Türen im Kloster und die so menschlichen und natürlichen Gespräche bei der Agape nach dem Gebet waren Dinge, die mich sehr angesprochen haben. Und so wurde das franziskanische Abendlob im Laufe der Jahre zu einem Fixpunkt in meinem Kalender.

Eingetreten bin ich mit 27 Jahren, das heißt es verging schon viel Zeit, bis ich in meinem Inneren die Anfrage Gottes hören und zulassen konnte: Ist das vielleicht auch dein Weg? In dieser Zeit des Suchens und Fragens war es für mich wichtig, mit jemandem über meine Gedanken und Gefühle, Fragen und Zweifel reden zu können. Und so konnte ich schließlich Ja sagen zu Gottes Ruf, zu meiner Berufung.

Nach wie vor sind mir das gemeinsame Gebet, die gegenseitige Unterstützung wie in einer Familie, das Teilen unseres Glaubens, das gemeinsame Unterwegssein und die franziskanischen Werte wie z.B. Einfachheit, Schöpfung – Nachhaltigkeit, Stille wichtig. Ich freue mich, dass das Ordensleben für mich der Weg geworden ist, wo ich mein Menschsein am besten verwirklichen kann!

 

Was bedeutet Ihnen Glaube, Religion?

Ich bin sehr dankbar, dass ich glauben kann und dass mir der Glaube von Kindheit an überliefert und nahegebracht wurde. Ich darf in meinem Leben immer wieder erfahren, dass Gott die Liebe ist, und so beschenkt, möchte ich dies gerne an alle Menschen weitergeben, denen ich begegne.

 

Was ist Ihre Lieblingsbibelstelle und warum? Und gibt es ein Ereignis in Ihrem Leben, das Sie mit dieser Bibelstelle verbinden?

Hebr 11, 1.8ff.: Glaube aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht. Aufgrund des Glaubens gehorchte Abraham dem Ruf, wegzuziehen in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte; und er zog weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde.

Dies war die Bibelstelle, die mich in der Abendmesse am 12. 8. 1995 so betroffen hat, dass ich in der Nacht den Entschluss fasste, ins Kloster einzutreten. All meine Zweifel, meine Fragen, die mich in den Monaten davor beschäftigt hatten, waren aufgehoben in dieser „Wolke von Zeugen", die sich schon vor mich für ein Leben mit Gott entschieden haben, ohne genau zu wissen, wohin es führen und wie es aussehen wird.

 

Haben Sie ein Vorbild oder einen Lieblingsheiligen?

Meine Lieblingsheilige ist die Hl. Elisabeth von Thüringen (meine Namenspatronin), die eine franziskanische Heilige ist und sich – ungeachtet von ihrer Stellung – für die Armen eingesetzt hat. Da meine Heimatpfarre sie als Patronin hat, hat mich ihr Leben noch mehr geprägt. Außerdem wurde am Namenstag in meiner Familie immer die Taufkerze angezündet und der Namenstag gefeiert. So war der 19. November für mich immer ein besonderer Tag.

 

Gibt es eine frühe, eventuell prägende, religiöse Erinnerung in Ihrem Leben?

Gerne erinnere ich mich an unser Abendgebet in der Familie. Fertig zum Schlafengehen wurde – in einem Bett von uns Kindern sitzend oder schon liegend – mit den drei Geschwistern und den Eltern gebetet. Diese geborgene Atmosphäre am Abend ist mir in Erinnerung geblieben.

 

Wofür zahlt es sich aus, sich einzusetzen?

Für Bewahrung der Schöpfung, für soziale Gerechtigkeit und Frieden.

 

Welche Hobbies haben Sie, und wo setzen Sie sich ehrenamtlich ein?

Wandern, singen, Gitarre spielen, lesen, backen, turnen, schwimmen, Kerzen verzieren, Rasen mähen.

Ehrenamtlich setze ich mich bei der Liturgiegestaltung in der Pfarre ein.

 

Was sagen Ihre Mitarbeiter, Kollegen, Mitbrüder oder Schwestern über Sie?

"Du bist ein musikalischer Mensch! Du kannst gut zuhören und andere in ihrem Tun unterstützen!"

 

Wie tanken Sie Kraft?

In der Stille, in der Natur, bei der Meditation, beim Musik hören (klassische Musik, Rondo Veneziano).

 

Momente, die Ihren Weg mit Gott geprägt haben:

Das Erdbeben in Assisi am Beginn meiner Noviziatszeit; Die Exerzitien, die wir Schwestern jährlich machen; die Geistliche Begleitung; Gespräche mit Menschen, die für mich wichtig sind.

 

Vervollständigen Sie folgenden Satz: „Ich kümmere mich um meinen Nächsten, weil ..."

... wir alle Gottes Geschöpfe und damit sein Ebenbild sind.

 

Orte, die für Ihren Glauben wichtig sind. Und warum?

Kanada: nach meiner Schule verbrachte ich ein Jahr als „Au Pair"-Mädchen in Toronto. Dort erlebt ich ein Stück Weltkirche und war begeistert, in einer anderen Sprache das Vater unser zu beten.

Assisi: mein zweijähriges Noviziat verbrachte ich in Assisi und konnte so hautnah die Franziskanischen Stätten erleben und die Franziskanische Luft einatmen. Auch die Erfahrung einer internationalen Noviziatsgemeinschaft in Assisi war für mich sehr prägend.

 

Momente des Glücks:

... nach der Anstrengung des Bergauf Gehens den Gipfel erreicht zu haben und den Rundum-Ausblick genießen können

... das Lachen eines Kindes, wenn sich beim Wickeln die kleine blaue Stoffmaus im Body versteckt.

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Vorstellung in Zahlen

Geboren:  1968


(Familien)stand: Ordensfrau


Seit wann kirchlich engagiert?   Von Kindheit an war ich in meiner Heimatpfarre engagiert; Eintritt in die Ordensgemeinschaft der Schwestern von der Schmerzhaften Mutter: 1995.


Beruf:  Leiterin der Schwesterngemeinschaft in 1110 Wien; Kindergartenpädagogin und -leiterin


Kontakt:  www.ssm-austria.at, mail: ssm-wien@ssm-austria.at, Tel.: 01/7696933 (Fax: -48), Sr. Elisabeth Knapp, Leitung der Hausgemeinschaft

 

 

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