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29.09.2017 · Aus der Diözese · Kunst&Kultur

Das Museum, das den „Dom“ im Namen hat

Das Dom Museum Wien vereint Kunstwerke, die kaum vielfältiger sein könnten: mittelalterliche Schätze des Stephansdoms, einzigartige Objekte von Rudolf IV., Kunst der Wiener Moderne und der Avantgarde, sowie Zeitgenössische Kunst aus Österreich. Wir laden zu einem ersten Einblick.

Das Dom Museum Wien eröffnet nach Umbau und Neugestaltung am 7. und 8. Oktober und lädt Besucherinnen und Besucher bei freiem Eintritt zur Erkundung ein.

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Der Eingang in das neu gestaltete Dom Museum Wien erfolgt über den neu gepflasterten Stephansplatz (Nr. 6). Das ist doppelt attraktiv. Über die ebenmäßig verlegten Granit-Platten gleiten die Besucher förmlich in den Kassa- und Shopbereich.

 

Große Glasfenster geben hier den Blick auf den Stephansdom frei. Eine freischwebende Wendeltreppe mit einem runden Glaslift in ihrem Zentrum führt die Besucher aus dem Eingangsbereich in den ersten Stock, wo die eigentlichen Museumsräumlichkeiten sind.  


Manchen ist noch der Eingang des früheren Dommuseums in Erinnerung – etwas versteckt im Durchgang vom Stephansplatz zur Wollzeile. Die Ausstellungsräume waren recht verschachtelt und dunkel. Das ist jetzt vorbei.

 

Architekt Boris Podrecca, hat das Museum neu gestaltet. Er hat spürbar ein Gefühl für öffentliche Räume und den Gesamtzusammenhang von Gebäuden und Plätzen.

 

Johanna Schwanberg, Direktorin des Dom Museums: „Das Museum hat sich zum Stephansplatz hin völlig geöffnet“. Obwohl die Schauflächen mit 1.200 Quadratmetern in etwa gleich blieben, wirkt das Museum jetzt größer und luftiger. Hier kann Kunst atmen, die alte und die neue.


Nicht nur architektonisch, auch konzeptionell wurde das Dom Museum neu ausgerichtet. „Welche spezifischen Themen und Aufgaben passen zu einem zeitgemäßen Museum im Zentrum der Stadt, das den Begriff Dom im Namen hat und sakrale Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart zu seinen Beständen hat?“

 

– Fragen dieser Art waren es, die Direktorin Johanna Schwanberg in der Neukonzeptionsphase begleiteten. Sie versteht, trotz der permanenten Präsentation wertvoller Schätze wie dem Porträt Rudolfs IV., das Dom Museum nicht ausschließlich als Schatzkammer, sondern vielmehr „als Ort, in den das Erbe Monsignore Otto Mauers, eines der wichtigsten Kunstförderer im Wien der Nachkriegszeit, in der Gegenwart aufgenommen wird.“  


Wechselnde Ausstellungen zu gesellschaftlichen, interkulturellen und interreligiösen Fragestellungen sollen dazu beitragen, das Museum zu einer offenen Plattform zu machen für alle Kulturen und Religionen, sowie zu einem Forum der Auseinandersetzung mit Fragen, die in kaum einem anderen Museum so gestellt werden können.

 

 

Keine Engerl in der Sonderausstellung

Engel und Schöpfung sind Themen, auf die ein Museum in kirchlichem Umfeld gerne festgelegt wird.

 

Dieses Klischee will Direktorin Johanna Schwanberg durchbrechen und geht mit der Sonderausstellung „Bilder der Sprache und Sprache der Bilder“ bewusst einen anderen Weg. Werke aus tausend Jahren Kunstgeschichte führen die Beziehung von Bild und Text vor Augen.


Johanna Schwanberg: „Die Ausstellung passt extrem gut zu diesem Ort. Durch die  Bibel spielt die Sprache eine große Rolle – ‚Im Anfang war das Wort‘ –, andererseits ist die katholische Religion extrem bildhaft und sinnlich.

 

Ganz viele Objekte unserer Sammlung haben das Thema schon in sich: Rudolfs Porträt und die Grabhülle mit der arabischen Schrift oder die syrischen Glasflaschen.“


Die Arbeiten werfen Fragen zur Endlichkeit, zu Geburt, Verletzbarkeit oder Flucht auf und bringen teilweise politische Aspekte ein und eine interreligiöse Dimension.


Johanna Schwanberg: „Wir haben liturgische Geräte aus den drei monotheistischen Religionen, auf denen Schrift und Segenssprüche eine Rolle spielen, oder ein Bild der iranischen Künstlerin Shirin Neshat, die ihren Körper mit Schrift bedeckt.“


Über die Außenstation in der Barbarakapelle, eine Text-Licht-Installation als eine Art Meditationsweg der Künstlerin Sibylle Löw, freut sich Johanna Schwanberg besonders:  „So können wir eine Brücke quer über den Platz zum Stephansdom spannen.“

Museumsdirektorin Johanna Schwanberg.

 

Radiotipp

radio klassik Stephansdom feiert die Eröffnung des Dom Museum Wien mit einem Spezialprogramm LIVE aus dem Dom Atelier
am 6. Oktober 2017, von 9 bis 12 Uhr.


LIVE zu Gast sind Kunstexperte P. Gustav Schörghofer SJ und Katja Brandes, Leiterin der Kunstvermittlung im Dom Museum Wien.


Durch die Sonderausstellung „Sprache der Bilder – Bilder der Sprache“ führt die Direktorin des Dom Museum Wien, Johanna Schwanberg, Architekt Boris Podrecca verrät Details des Umbaus, wir spüren der Geheimschrift Rudolfs des IV. nach, rollen die Geschichte des Museums auf und suchen in ganz Wien nach sakraler Kunst.

 

Dazu spielen wir Musik, die Bilder macht. www.radioklassik.at

erstellt von: Der SONNTAG / Agathe Lauber-Gansterer
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Fotos

 

Weitere Informationen:

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Werde schöpferisch im Dom Atelier

Unmittelbar neben dem Dom Museum im Zwettlerhof befindet sich im Erdgeschoß und barrierefrei erreichbar das neue Dom Atelier.

 

Hier können Menschen aller Altersgruppen – von Kindern ab drei Jahren bis zu Seniorinnen und Senioren kreativ in Workshops tätig werden. „Personen, die mit kreativem Schaffen oder generell der Institution Museum bisher kaum vertraut waren, finden durch die offene Atmosphäre einen leichteren Zugang und werden dadurch eingeladen, das Dom Museum Wien zu besuchen“, heißt es dazu in einer Information des Dom Museums.


Vorrangiges Ziel des kreativen Arbeitens im Dom Atelier ist eine aktive Auseinandersetzung mit den vielfältigen Inhalten und Beständen des Museums.

 

Die Besucher lernen zudem die Techniken, Hintergründe und Geschichten der ausgestellten Kunstschätze kennen. Geplant ist, dass Künstler, Künstlerinnen und Kunstvermittler anleiten wie man künstlerisch arbeiten und mit verschiedenen Techniken experimentieren kann.


Zeichner Thomas Hamann hat für das Dom Museum in Anlehnung an das berühmte Porträt Rudolf des Stifters den „kleinen Rudi“ geschaffen, eine Art kleine Prinzenfigur, der Kinder bei ihrem Besuch des Dom Museums in Form eines Zeichenheftes, auf Postkarten usw. begegnen können.  


SONNTAGs-Fazit: Wir freuen uns über das neue Dom Museum Wien, dessen Um- und Neugestaltung sehr gelungen ist. Mit dem Dom Atelier und dem kleinen Rudi ist Johanna Schwanberg und ihrem Team ein ganz besonderer Coup gelungen.    


Der Monsignore und die Kunst

Die Bestände des Dom Museums Wien umfassen die legendäre Kunstsammlung von Monsignore Otto Mauer.

 

Der 1973 verstorbene Priester und Mäzen war ein bedeutender Förderer der Nachkriegsavantgarde. Für seine Galerie nächst St. Stephan sammelte Mauer u. a. Werke von Alfred Kubin, Hans Fronius, Herbert Boeckl, Arnulf Rainer, Josef Mikl, Wolfgang Hollegha, Markus Prachensky, Friedensreich Hundertwasser, Christian Ludwig Attersee und Maria Lassnig sammelte.

 

Der Sammlung ist im neuen Dom Museum ein eigener Raum gewidmet. „Wir möchten einen Einblick geben, was für eine bedeutende Figur Monsignore Otto Mauer für die Kunst und auch für die Kirche war“, sagt Direktorin Johanna Schwanberg.

 

Neben ausgewählten Exponaten aus der Sammlung wird u. a. ein Film von Isa Rosenberger über Otto Mauer gezeigt. Zeitzeugen und Kunstexperten kommen darin zu Wort.

 

Weiters sind Schriftstücke Mauers (Leihgaben des Diözesanarchivs) ausgestellt, die Otto Mauers Nachdenken über Kunst veranschaulichen.      

 

 


 

weitere Informationen zu

 

Der SONNTAG
die Zeitung der Erzdiözese Wien
Stephansplatz 4/VI/DG
1010 Wien
T +43 (1) 512 60 63
F +43 (1) 512 60 63-3970

E-Mail-Adresse: redaktion@dersonntag.at

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