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17.02.2016 · Papst Franziskus

Papst an Jugend Mexikos: Wehrt euch gegen Drogen und Gewalt

Treffen mit der Jugend in Morelia

Papst Franziskus hat die Jugend Mexikos zum Widerstand gegen Drogen, Rauschgifthandel und Gewalt aufgerufen. Die Jugendlichen dürften ihr Leben nicht den Drogenkartellen und den Zerstörern des Lebens überlassen, sagte er am Dienstag, 16. Februar 2016 bei einem Treffen mit Jugendlichen in der mexikanischen Stadt Morelia.

Franziskus fordert in Drogenkriminalitäts-Hochburg Morelia bessere Zukunftschancen für Jugendliche.

Papst Franziskus hat die Jugend Mexikos zum Widerstand gegen Drogen, Rauschgifthandel und Gewalt aufgerufen. Die Jugendlichen dürften ihr Leben nicht den Drogenkartellen und den Zerstörern des Lebens überlassen, sagte er am Dienstag, 16. Februar 2016 bei einem Treffen mit Jugendlichen in der mexikanischen Stadt Morelia.

Jesus nennt uns Jünger

"Jesus würde uns nie dazu auffordern, Auftragsmörder zu sein, sondern er nennt uns Jünger", so der Papst in seiner teils improvisierten Ansprache. Die Jugendlichen - rund 100.000 waren im und um das Stadion von Morelia versammelt, Tausende weitere bei einer Live-Übertragung in der Stadt Guadalajara - rief er zum Aufbau einer friedlichen und solidarischen Gesellschaft auf und nannte sie "Reichtum Mexikos" und auch "Reichtum der Kirche".

 

Morelia und der Bundesstaat Michoacan ist in den vergangenen Jahren zu einem mittelamerikanischen Epizentrum der Gewalt und der organisierten Kriminalität geworden; viele der Täter - und der Opfer - sind im jugendlichen Alter, aus diesem Grund hatte der Papst darauf bestanden, Michoacan zu besuchen und das bei Papstreisen übliche Jugendtreffen gerade hier anzusetzen. Landesweit starben im Krieg gegen die Kartelle seit 2006 mehr als 70.000 Menschen, rund 25.000 Menschen werden vermisst.

 

Er kenne die Lage der Jugendlichen Mexikos, gab Franziskus nach vorbereiteten Fragen von vier Jugendlichen zu ihrer Lebenssituation zu verstehen. Er sprach von Freunden und Angehörigen der Anwesenden, die "in den Händen des Rauschgifthandels, der Drogen, der kriminellen Organisationen sind, die Terror verbreiten", sowie von Arbeitslosigkeit, verschlossenen Wegen zu Bildung und einem Ausmaß von Entrechtung, das "einen schließlich in Grenzsituationen treibt".

 

Glück nicht mit Besitz verwechseln

Der Papst wandte sich gegen eine materialistische Lebenseinstellung, die Glück mit Besitz verwechsele. "Die Hauptbedrohung für die Hoffnung ist, dir einzureden, dass du erst dann etwas giltst, wenn du dich hinter der Maske der Kleidung, der Marken, des letzten Schreis der Mode versteckst", mahnte Franziskus. "Die Hauptbedrohung ist, zu meinen, mit Geld könne man alles kaufen, einschließlich Zuneigung, oder zu glauben, weil du ein großes Auto hast, bist du glücklich." Die jungen Menschen dürften niemals an ihrem Wert zweifeln und daran, in der Welt wichtig zu sein.

 

Zugleich forderte der Pontifex bessere Zukunftschancen für die Jugend in Mexiko; fast ein Drittel der Mexikaner ist unter 15 Jahre alt. Es sei schwer, sich als Reichtum des Landes zu sehen, wenn es keine Möglichkeit zu würdiger Arbeit, Ausbildung und Studium gebe oder wenn man wegen seiner Jugend ausgenutzt und ausgeschlossen werde, kritisierte Franziskus. Große Hoffnungen und Träume im Leben würden dabei für viele wie Seifenblasen zerplatzen.

 

Gegengift gegen die Bedrohungen

Die Jugendlichen ermutigte der Papst, "Mut zum Träumen" nicht zu verlieren und dabei ihr Leben auf Jesus Christus zu gründen. "An seiner Hand können wir jedes Mal wieder neu beginnen." Jesus strafe alle Lügen, "die euch unnütz oder zu reinen Knechten der Ambitionen anderer machen wollen". Er reiche zudem die Hand, wenn man hingefallen sei, und helfe dabei, wieder aufzustehen. Nach diesem Vorbild sollten die Jugendlichen auch anderen helfen und ihnen die Hand zum Aufstehen reichen, "aber sagt nicht: ich bring dir das Rezept. Nein, macht es mit Würde und Geduld, mit Worten und mit Zuhören, nicht mit einer Strafpredigt", schärfte Franziskus ein.

 

Franziskus rief Mexikos Jugend dazu auf, ihre Rechte und Pflichten als Staatsbürger stärker wahrzunehmen und ein "Gegengift" gegen die vielfältigen Bedrohungen zu sein; für ihre Familien, ihre Pfarren und ihr Stadtviertel sowie für die gesamte Gesellschaft sollten sie wie ein "Sauerteig" wirken.

 

Enthusiasmus und Sturz

Die Jugendlichen hatten Franziskus nach seiner Stadioneinfahrt in einem Golfwagen mit schierem Enthusiasmus und kulturellen Darbietungen empfangen. Der 79-jährige Papst, der zuvor etwas müde gewirkt hatte, ließ sich von dieser Welle der Begeisterung mittragen. Zwei Mädchen mit Down-Syndrom stürmten zu Beginn der Feier auf den Papst zu und warfen sich ihm förmlich ans Herz. Bei den Berichten und Fragen der Jugendlichen saß Franziskus dann konzentriert auf seinem schlichten weißen Sessel und machte mit Schreibblock und Stift Notizen, die er dann in seine Rede einarbeitete. Am Ende der Feier, nachdem er selbst die Lieder "Vive Jesus" und "Christus König" mitgesungen hatte, stiegen weiße Luftballons in den Himmel, und Dutzende große Holzkreuze wurden durch das Stadion getragen, die den Auftakt einer besonderen Aktion zur Jugendmission symbolisieren.

 

Zu einem kleinen Zwischenfall kam es bei der Massenveranstaltung, als jemand Franziskus beim Bad in der Menge so stark zu sich hinzog, dass dieser auf ein behindertes Kind im Rollstuhl stürzte. Der sichtlich erzürnte Papst schimpfte nach dem Vorfall heftig. Eine Videoaufnahme der etwa 20 Sekunden langen Episode verbreitete sich wenig später tausendfach in den sozialen Netzwerken. Vatikansprecher Federico Lombardi kommentierte das Verhalten des Papstes mit den Worten, dessen Reaktion in dieser Situation sei "absolut normal und verständlich" gewesen.

 

Treffen mit Erstkommunionkindern

Papst Franziskus hat Erstkommunionkinder dazu aufgerufen, auch für jene zu beten, mit denen sie gestritten haben. Bei seinem Kurzbesuch der Kathedrale von Morelia im mexikanischen Bundesstaat Michoacan traf er laut Angaben von Radio Vatikan rund 600 Buben und Mädchen, die sich auf die Erstkommunion vorbereiten. "Ich werde Jesus bitten, dass er euch mit viel Liebe wachsen lässt, damit ihr selbst das Gebot Jesus erfüllen könnt: Gott über allen Dingen lieben und den Nächsten lieben wie uns selbst, oder, mehr noch, wie Jesus uns liebt." Die Kinder sollten an ihre Lieben zu Hause denken, bat sie der Papst, aber auch an jene, mit denen sie gestritten hätten, "und wir bitten die Jungfrau darum, dass sie sich ihrer annimmt."

 

Unter den 600 Kindern war nach Angaben von Vatikansprecher Federico Lombardi auch ein siebenjähriges Mädchen, das auf Fürsprache eines jungen mexikanischen Seligen namens Sanchez del Rio auf wundersame Weise von einer Krankheit genesen sein soll. Papst Franziskus approbierte ein entsprechendes Dekret vor wenigen Wochen. Sanchez del Rio starb 1928 im Alter von 14 Jahren als Märtyrer in den antiklerikalen Ausschreitungen Mexikos jener Zeit.

 

Letzter Besuchstag führt Papst zur Nordgrenze

Nachdem der Papst im Anschluss an das Treffen in die Hauptstadt zurückflog und zum letztenmal in der dortigen Nuntiatur übernachtete, stand für Mittwoch, den letzten Tag der Mexikoreise des Papstes, ein Besuch in der nordmexikanischen Stadt Ciudad Juarez auf dem Programm. Dort will Franziskus zunächst ein Gefängnis besuchen und mit 700 Gefangenen in der Kapelle beten. Danach ist ein Treffen mit Vertretern der Arbeitswelt vorgesehen. Den Höhepunkt bildet schließlich eine Messe unmittelbar am Grenzzaun zu den USA. An diesem Gottesdienst wollen auch mehrere Zehntausend Gläubige jenseits der Grenze in den USA teilnehmen. Von Ciudad Juarez fliegt das Kirchenoberhaupt nach Rom zurück, wo er am frühen Donnerstagnachmittag erwartet wird.

erstellt von: red/kap
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Gesundheitszustand des Papstes nach ruhiger Nacht unverändert

"Papst hat geschlafen und sich ausgeruht". Sonntagabend hatte vatikanisches Presseamt mitgeteilt, dass Bluttests ein beginnendes, leichtes Nierenversagen zeigten, das aber unter Kontrolle sei.

Papst Franziskus

"Leichte Besserung": Papst verbrachte erneut "ruhige Nacht"

Therapie gegen Bronchitis und Lungenentzündung scheint zu wirken.

Online-Kondolenzbuch für Papst Franziskus

In großer Dankbarkeit für sein Wirken gedenken wir Papst Franziskus.

Kerze beim Gebet anzünden

Österreichs Bischöfe bitten um Gebet für Papst Franziskus

Gebetsaufrufe auf den Sozialen Medien. Bischofskonferenz-Vorsitzender Erzbischof Lackner wünscht römischem Pontifex angesichts "sehr ernster Diagnose" baldige Genesung. Kardinal Schönborn: Bitte um Gebet ist für Franziskus "keine fromme Floskel".

Die Stationsgottesdienste der Fastenzeit – Eine alte römische Tradition lebt weiter

 

Der Petersplatz zu Weihnachten

Papst beginnt Weihnachtsfeiern mit Aufstoßen der Heiligen Pforte

Die Christmette am 24. Dezember ab 19 Uhr findet mit der Eröffnung des Heiligen Jahres und dem Aufstoßen der Heiligen Pforte durch den Papst statt. Traditioneller Segen "Urbi et orbi" am 25. Dezember um 12 Uhr.

Schlussgottesdienst Synode

Papst zum Abschluss der Weltsynode: Kirche muss aufstehen

Franziskus feiert Abschlussgottesdienst der Bischofssynode im Petersdom und beschwört missionarischen Aufbruch einer dienenden Kirche.

Long Exposition Shot of Via della Conciliazione in front of Piazza San pietro in the Centre of Rome at Sunset on Blurred Background

Katholische Kirche macht Weg für Reformen frei

Die größte Beratungsrunde der katholischen Kirche seit Jahrzehnten hat weitreichende Beschlüsse gefasst. Sie votierte für Öffnungen, für Dezentralisierung und für mehr Mitbestimmung der Basis, mit Zustimmung des Papstes.

Papst stellt sich hinter Synodenbeschlüsse

Papst Franziskus gibt die beschlossenen Vorschläge der Bischofssynode direkt frei und verzichtet auf ein nachsynodales Lehrschreiben.

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