Papst Franziskus hat am Samstag, 9. April 2016 bei seiner Sonder-Generalaudienz auf dem Petersplatz zum Almosengeben aufgerufen.
Papst Franziskus hat am Samstag, 9. April 2016 bei seiner Sonder-Generalaudienz auf dem Petersplatz zum Almosengeben aufgerufen.
Sonder-Generalaudienz auf dem Petersplatz: Almosen geben, auch wenn Alkohol davon gekauft wird.
Papst Franziskus hat am Samstag, 9. April 2016 bei seiner Sonder-Generalaudienz auf dem Petersplatz zum Almosengeben aufgerufen. Auch ein Obdachloser, der jeden Cent sofort in Alkohol investiert, verdient nach Ansicht von Papst Franziskus ein Almosen. Viele rechtfertigten ihre Verweigerung eines Almosens mit dem Hinweis, dass der Empfänger "damit vielleicht eine Flasche Wein kauft, um sich zu betrinken", sagte der Papst. Diese Leute müssten sich fragen, ob sie "der Richter dieses armen Mannes sind, der von dir eine Münze für ein Glas Wein fordert", so der Papst. Wenn sich der Bedürftige betrinke, dann tue er das, "weil es keinen anderen Weg für ihn gibt". Außerdem sollte sich in dieser Situation jeder vor Augen halten, was er selbst im Verborgenen tue, forderte er während der Sonderaudienz anlässlich des Heiligen Jahrs.
Das Almosengeben zählt in der katholischen Tradition zu den sogenannten Werken der leiblichen Barmherzigkeit. Die Barmherzigkeit steht im Zentrum des Heiligen Jahrs.
Franziskus erinnerte daran, dass sich das italienische Wort "elemosina" (dt. Almosen) aus dem Griechischen herleite und dort "Barmherzigkeit" bedeute. "Das Almosen müsste also den ganzen Reichtum der Barmherzigkeit mit sich tragen! Und wie ja die Barmherzigkeit tausend Arten und Formen hat, so drückt sich auch ein Almosen auf vielerlei Weise aus, um das Leiden von Bedürftigen zu lindern", so der Papst wörtlich.
Das Alte Testament insistiere immer wieder auf der Pflicht des Glaubenden, sich der Menschen in Not anzunehmen. "Das ist in der Bibel ein ständiger Refrain: der Arme, die Witwe, der Fremde, die Waise - ein Refrain. Weil Gott will, dass sein Volk auf diese unsere Brüder achtet. Wir sind da, finde ich, im Zentrum der Botschaft: Gott loben durch das Opfer, und Gott loben durch das Almosen!"
Um Almosen zu geben, brauche es eine bestimmte innere Haltung der Großzügigkeit und der Freude, sagte Franziskus. Es dürfe keine Last und nichts Pflichtgemäß-Drückendes sein. Jesus habe seinen Jüngern eindringlich in Erinnerung gerufen, dass die rechte Hand nicht wissen solle, was die linke tue: Es gehe nicht um eine großartige Geste, sondern darum, stehenzubleiben und dem Bedürftigen in die Augen zu sehen.
Wörtlich sagte Papst Franziskus: "Jeder von uns kann sich fragen: Bin ich dazu imstande, stehenzubleiben und jemandem ins Gesicht zu sehen? Ihm in die Augen zu gucken? Bin ich imstande dazu? - Wir dürfen also das Almosen nicht mit der Münze verwechseln, die man im Vorbeieilen spendet, ohne stehenzubleiben. Ohne zu reden, um zu verstehen, was dieser Mensch wirklich braucht."
Außerdem, so der Papst, sollte ein Almosen ein "wirkliches Opfer" sein: "Gib von dem, was dir gehört! Gib da, wo es dich etwas kostet! Das heißt es, sich wirklich auf den Armen einzulassen. Ich spare mir etwas vom Mund ab, um es dir zu geben."