Tuesday 27. September 2016

Vier Wege zur Berufung - bunt wie die Kirche

Gott ruft und beruft auch heute: "Der Sonntag" berichtet - Ein Priester, eine sechsfache Mutter, ein Ständiger Diakon und eine Ordensfrau erzählen vom Weg ihrer Berufung. Entscheidende Kriterien sind das Gebet und das Hören.


Geboren 1972, habe ich mich erst nach dem Studium der Forstwirtschaft entschieden, in das Wiener Priesterseminar einzutreten und wurde 2006 zum Priester geweiht“, erzählt Pfarrer Andreas Kaiser (Pfarre Ober-St. Veit, Wien 13).

 

Verschiedenste Faktoren haben ihn „bewogen, mein Leben ganz in den Dienst Jesu stellen wollen“.

 

Kaiser: „Zunächst und wichtig war da das Beispiel eines gelebten, praktischen und mit dem Leben verbundenen Glauben in meiner Pfarrgemeinde. Es war wichtig für mich zu sehen, dass Glaube und Leben in dieser Welt nicht auseinanderdriften, sondern unabdingbar zusammen gehören.“

 

Eine „konkrete, überschaubare Pfarrgemeinde vor Ort“ und ein Pfarrer, der mit und in dieser Pfarrgemeinde lebt und wirkt, waren „wesentliche Mosaiksteine auf dem Berufungsweg“.

 

Kaiser: „Das Mitleben von Kindheit an in dieser Heimat- und Pfarrgemeinde als Ministrant, als Jugendlicher, als PGR-Mitglied waren prägend und hilfreich. So konnte die Frage langsam heranreifen, ob man auch selbst zu diesem Dienst gerufen sein kann.“

 

 

Die Erfahrung eines „Leben im Geist“-Seminars vertieften die Fragen und „führten so nach einigem Nachdenken und Beten zu der Erkenntnis, dass der Lebensweg als Priester für mich möglich sein kann“.

 

Kaiser: „Erfahrungen auf den Weltjugendtagen und damit verbundene Gespräche und Gebetsgemeinschaften haben den Wunsch heranreifen lassen, im Dienst des Priesters für die Menschen und für Christus da sein zu dürfen.“


Mutter: „Eine wunderschöne Berufung“

„Ich bin davon überzeugt, dass Gott in jeden Menschen eine besondere Sehnsucht hineingelegt hat, die es zu entdecken gilt.

 

ER ruft, ER beruft. Wir müssen seine Melodie in uns aufnehmen“, sagt Anneliese Mucha, sechsfache Mutter aus der Pfarre Kirchberg am Wagram.

 

„Meine Eltern haben mir den Glauben so vermittelt, dass er mir wertvoll wurde“, berichtet sie: „Schon von klein auf wollte ich etwas für und mit Kindern machen. Ich habe einen guten Draht zu Kindern, die ich einfach gern habe.“ Die Sehnsucht für andere da zu sein, eine eigene Familie zu haben, wurde immer größer.

 

Mucha: „Mein Vater hat mir ein Buch geschenkt: ,Das Tagebuch eines Mädchens‘ von Michel Quoist.“ Worauf sie begann, „für meinen zukünftigen Mann zu beten und voll Vertrauen zu warten“. Mucha: „Ohne meinen Mann wäre es nicht möglich, Mutter zu sein. Unser erstes Apostolatsfeld sind immer unsere Kinder.“

 

Mutter zu sein bedeutet für sie: „Ein weites, liebendes Herz haben, bedingungslose Liebe schenken, für meine Kinder da sein, ihnen zuhören, sie zu selbstbewussten, freien, im Glauben verwurzelten Menschen zu erziehen, ihre Begabungen und Talente zu fördern, Geborgenheit zu schenken.“

 

Mutter zu sein sei „eine wunderschöne Berufung“. Sie ist „sehr gerne Mutter und Gott dankbar für meine sechs Kinder.“

„Dieses Amt erfüllt mich mit Freude“

„Schon als Kind faszinierten mich zwei Lebensäußerungen in meiner Heimatpfarre Guntramsdorf-St. Jakob. Zum einen das liturgische Geschehen am und um den Altar sowie der Einsatz für die Armen in der Dritten Welt“, berichtet der Ständige Diakon Andreas Frank, verheiratet mit Elisabeth und Vater zweier Töchter.

 

Frank: „Schon als Jugendlicher spürte ich, dass der pastorale Dienst mein Leben ausfüllen sollte.“ So wurde er nach dem Theologiestudium Pastoralassistent.

 

Dass er „als sehr überzeugter“ Laie dennoch das Weihesakrament anstrebte, kam so: 1992 wurde er zum „Pfarrassistenten“ in der Pfarre Neu Guntramsdorf ernannt und „übernahm dort die Leitung der Gemeinde, in der kein Priester ständig am Ort war.“ „Immer häufiger“ wurde er gefragt: „Warum taufen Sie mein Kind nicht?“ oder „Wieso machst du mit uns zwar die Ehevorbereitung, aber feierst nicht die Trauung mit uns?“

 

Frank: „Schließlich dachte ich: Wenn es wahr ist, was ich immer verkündige, nämlich dass sich der Geist Gottes in den Gemeinden ausdrückt, dann kann es auch sein, dass der Wille Gottes mit den anfragenden Gemeindemitgliedern zusammenarbeitet.“

 

2003 wurde er zum Diakon geweiht. Frank: „Dieses Amt erfüllt mich mit tiefer Freude und ich habe diesen Schritt nie bereut. Ich versuche, meinen Dienst vor allem in der Sorge um Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu leben.

 

Meine Berufung übe ich zur Zeit als Gemeindeleiter in Neu Guntramsdorf, als stellvertretender Ausbildungsleiter für die Diakone in der Erzdiözese Wien und als Religionslehrer in der Volksschule aus.“

„Der Herr ist mein Bräutigam“

„1977 bin ich in Wien als zweites Kind meiner Eltern auf die Welt gekommen“, erzählt Sr. Maria Irina Teiner: „Der Glaube spielte in unserer Familie keine zentrale Rolle, jedoch kann ich mich sehr gut an meine Erstkommunion, so manche Pfarraktivitäten, an denen wir teilgenommen hatten, und das Abendgebet vor dem Schlafengehen erinnern.“

 

Diese positiven Erfahrungen waren für sie auch der Grund, sich für die Firmvorbereitung in der Pfarre St. Rochus anzumelden. Sr. Teiner: „Dies war der Startschuss für ein immer tieferes Hineinwachsen in meinen Glauben und in die lebendige Gemeinschaft der Kirche.“


Nach der Firmung wurde ihr der  Glaube „eine große Stütze, die mir in vielen Situationen sicheren Halt verlieh“. Gott wurde für ihren Alltag „unverzichtbar“ und „so wurde in meinem Inneren die Frage immer lauter: „Herr, wo willst du mich haben? Wo darf ich mich für Dein Reich einsetzen?“

 

Sr. Teiner: „Darauf hat der Herr geantwortet und mir nach meiner Matura die Berufung zur Klosterschwester ans Herz gelegt.“ Durch Bücher, die sie für ein Referat entliehen hatte, hatte sie zuvor die „Schulschwestern vom Dritten Orden des hl. Franziskus“ (Wien 3) kennengelernt.


„Vier Jahre später war es so weit“, sagt sie: „Es gab einige Schwierigkeiten auf dem Weg ins Kloster zu bewältigen und noch innerlich zu reifen.“

 

Im Jahr 2008 durfte sie die „Ewige Profess“ ablegen. Sr. Irina: „Auf immer habe ich mich dem Herrn in unserer Gemeinschaft geweiht. Er ist mein Bräutigam und ich darf mich seine Braut nennen.

 

Aus dieser Verbindung heraus darf ich leben und die vielfältigen Aufgaben bewältigen.“           

erstellt von: Der Sonntag / Stefan Kronthaler

ER ruft, ER beruft. Wir müssen seine Melodie in uns aufnehmen“ „Gott hat in jeden Menschen eine besondere Sehnsucht hineingelegt hat, die es zu entdecken gilt".

Fotos
Rupprecht@kathbild.at
kathbild.at/Rupprecht

 

Vesper zum„Weltgebetstag für geistliche Berufe“:

25. April 2015

um17 Uhr im Stephansdom,

anschl. Agape im  „Quo vadis“.

 

 

 

 

Weitere Informationen
  Priester: Pfarrer Andreas Kaiser bei einer Taufe.
     
  Mutter: Anneliese Mucha mit Mann Markus und den sechs Kindern.
     
  Ständiger Diakon: Andreas Frank.
     
  Ordensfrau: Sr. Maria Irina Teiner.
     

Zum Thema Berufung:

www.canisius.at und

www.berufungen.at

 

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