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11.05.2013 · Fastenzeit & Ostern · Schönborn

Mensch, geh in dich!

"In jenen Tagen trat Johannes der Täufer auf und verkündete in der Wüste von Judäa: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe." (Mt 3,2) - Statue von Johannes dem Täufer in Deutsch-Wagram.

Umkehr ist das große Thema der Fastenzeit. Wir sollen unser Leben ändern. Aber wie? In-sich gehen und auf die innere Stimme hören, wäre ein erster Schritt. - Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn.
Umkehr ist das große Thema der Fastenzeit. Wir sollen unser Leben ändern. Aber wie? Wohin umkehren? Welche Richtung nehmen? Wenn wir mit dem Auto umkehren, ändert sich nur die Fahrtrichtung, nicht unser Leben. Weniger Essen, weniger Unterhaltung, weniger Zerstreuung – all das ist gut und sinnvoll für die Fastenzeit. Aber Umkehr ist es noch keine. Es ist immer noch dasselbe, nur etwas weniger davon.


Die Richtungsänderung muss grundlegender, radikaler sein. Sie muss nach innen gehen. Wir müssen in uns gehen, wie man so schön sagt. In Lebenskrisen, in Umbrüchen genügt es nicht mehr, einfach dasselbe weiterzutun, nur mit ein bisschen Kurskorrektur. Vom "verlorenen Sohn" im Gleichnis Jesu heißt es, er habe sein ganzes Erbteil durchgebracht und sei schließlich elend bis zum Schweinehirten heruntergekommen. "Da ging er in sich", heißt es im Gleichnis und will zu seinem Vater heimkehren. Umkehr hat, wenn sie tiefer gehen soll, etwas mit "In-sich-gehen" zu tun, mit Besinnung.

 

Unser Leben ist heute dermaßen nach außen gerichtet, spielt sich so sehr an der Oberfläche ab, dass es mehr denn je darauf ankommt, nach innen zu blicken, "in sich" zu gehen und die so wichtige Dimension der Innerlichkeit zu pflegen. Umkehr im Sinne der Fastenzeit ist meines Erachtens dann gelungen, wenn wir wieder mehr wahrnehmen, was in uns lebt, wo unsere innere Stimme wieder hörbar wird.

 

Das Evangelium vom zweiten Fastensonntag (Lk 9,28b-36)  schildert eine Szene, die ganz von diesem "In-sich-gehen" spricht. Die Voraussetzungen dafür schafft Jesus selber: Er zieht sich, begleitet nur von drei Aposteln, auf einen hohen, einsamen Berg zurück. Ohne Stille keine Besinnung. Es ist ja kein Zufall, dass viele Menschen die Einsamkeit der Berge suchen, um zu sich selber zu finden. Jesus will aber nicht nur sich selber finden, sondern seinen Gott. Der Berg ist für ihn der Lieblingsort für das Gebet. In sich gehen, das heißt für Jesus immer auch den finden, der in seinem Innersten auf ihn wartet. Erst im Gebet kann sich zeigen, dass Gott da ist. Ohne Innerlichkeit bleiben wir äußerliche, oberflächliche Menschen.

 

Und nun zeigt sich das Erstaunliche: Das Innere beginnt zu strahlen. Ein Mensch, der sich Zeit nimmt, in sich zu gehen, wird eine positive Ausstrahlung bekommen. So sehe ich das heutige Evangelium von der Verklärung Christi. Es zeigt wie Jesus strahlend, leuchtend geworden ist. Nicht durch Scheinwerfer, sondern von innen heraus. Was die drei Apostel damals mit Jesus am Berg erlebten, das gibt es in kleinerem Maß bis heute.


Überall wo Menschen ernsthaft umkehren, wo sie "in sich gehen" und dabei die Erfahrung der inneren Gegenwart Gottes machen, da beginnt ihr Leben zu leuchten, von innen heraus. Das ist der Sinn der Fastenzeit und nicht ein paar Kilo weniger (auch wenn das kaum ein Schaden ist)!

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Aus dem Lukasevangelium

"Jesus nahm Petrus, Johannes und Jakobus beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten. Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes und sein Gewand wurde leuchtend weiß. Und plötzlich redeten zwei Männer mit ihm. Es waren Mose und Elija; sie erschienen in strahlendem Licht und sprachen von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte. Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei Männer, die bei ihm standen. Als die beiden sich von ihm trennen wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste aber nicht, was er sagte. Während er noch redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie. Sie gerieten in die Wolke hinein und bekamen Angst. Da rief eine Stimme aus der Wolke: Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören. Als aber die Stimme erklang, war Jesus wieder allein. Die Jünger schwiegen jedoch über das, was sie gesehen hatten, und erzählten in jenen Tagen niemand davon." (Lk 9,28b-36)


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40 Rezepte zur Fastenzeit

Sechs Ordensgemeinschaften stellen einfache, gesunde und vielfach erprobte Rezepte für die 40 Tage der Fastenzeit vor.

 

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Fastenzeit

Die Fastenzeit - das ist die 40-tägige Vorbereitungszeit auf das Osterfest, das Fest der Auferstehung.

 

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Ostern

Gott hat Jesus von den Toten auferweckt.

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Kardinal Christoph Schönborn

Seine Texte, Predigten und Vorträge.

 

Frag den Kardinal  

Frag den Kardinal

Fragen für und Antworten von Kardinal Christoph Schönborn.

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Fastenkalender 2025: Mit Gott wachsen

Der Steyler Fastenkalender 2025 lädt ein, in der Fastenzeit Körper, Geist und Seele wachsen zu lassen. Mit dem Spendenerlös wird ein Baumpflanzprojekt in Togo unterstützt.

Grass blossom in the morning

Dominikaner laden zur Vortragsreihe „Fasten im Jubeljahr“ ein

In der Fastenzeit dieses Jahres, das die Kirche als Jubel- oder auch „heiliges“ Jahr begeht, laden die Dominikaner an fünf Abenden, zu der Vortragsreihe „Fasten im Jubeljahr - Ökologische Gerechtigkeit als biblisches Anliegen“ ein.

San Giorgio in Velabro: Eine Kirche zwischen Legenden und Geschichte

Der zweite Tag der Fastenzeit beginnt in Rom in San Giorgio in Velabro, einer mittelalterlichen Kirche am Fuße des Palatin. Sie erzählt eine Geschichte, die tief in die Mythen und Traditionen Roms eingebettet ist. Hier verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart auf eindrucksvolle Weise.

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