Kardinal Christoph Schönborn unterstrich in seiner Rede, die er stellvertretend für die anwesenden anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften hielt, die Aufgabe der Religionen, Frieden zu stiften und zu fördern.
Kardinal Christoph Schönborn unterstrich in seiner Rede, die er stellvertretend für die anwesenden anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften hielt, die Aufgabe der Religionen, Frieden zu stiften und zu fördern.
Adventempfang von Bundeskanzler Werner Faymann und Kultusminister Josef Ostermayer für Kirchen und Religionsgesellschaften im Bundeskanzleramt.
Verantwortungsträger in Staat, Kirchen und Religionen eint der Einsatz für das friedliche Zusammenleben, und Österreich ist darin im internationalen Vergleich eine "positive Ausnahme". Das unterstrichen Bundeskanzler Werner Faymann und Kardinal Christoph Schönborn beim Adventempfang für Vertreter der Kirchen und Religionsgesellschaften Österreichs, zu dem der Kanzler gemeinsam mit Kultusminister Josef Ostermayer am Dienstagabend, 2. Dezember 2014 geladen hatte. "Die gute Zusammenarbeit der Glaubensgemeinschaften in unserem Land ist etwas Herausragendes und keine Selbstverständlichkeit", hielt Faymann beim Empfang im Rahmen des interreligiösen Dialogs im Bundeskanzleramt fest.
"Frieden ist keine ausgemachte Sache", sagte der Bundeskanzler mit Verweis auf aktuelle Konflikte in der Ostukraine und in anderen Weltreligionen. Umso mehr müsse die Europäische Union als ein Friedensprojekt und gesehen und gewürdigt werden. Frieden sei eine "gemeinsame Aufgabe" und brauche "Dialogbereitschaft, Anerkennung, gegenseitigen Respekt und die Logik der Menschlichkeit", so Faymann, der Kardinal Schönborn für seinen Einsatz um den Dialog und die gute Zusammenarbeit der Religionen in Österreich dankte.
Kardinal Christoph Schönborn unterstrich in seiner Rede, die er stellvertretend für die anwesenden anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften hielt, die Aufgabe der Religionen, Frieden zu stiften und zu fördern. Dies sei umso wichtiger, zumal die Religion in vielen Konflikten eine wichtige Rolle spiele, wenn auch "nicht immer eine friedliche Rolle". Mit Blick auf die Ukraine wertete Kardina Schönbornl den dortigen "Rat der Kirchen und Religionsgemeinschaften" als konkretes "Hoffnungszeichen" für eine "gemeinsame Verantwortung für das Gemeinwohl". Der Wiener Erzbischof wird als Päpstlicher Legat an den dortigen Feiern zum Ende des Kommunismus und zur Wiederzulassung der ukrainisch-katholischen Kirche vor 25 Jahren teilnehmen.
Der Einsatz für Friede beinhalte auch ein Auftreten gegen Antijudaismus, Islamophobie und Christenfeindlichkeit, führte der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz weiter aus. Kirchen und Religionen müssten auch "Grundfragen stellen", "Unangenehmes mit der Kraft von Argumenten in Erinnerung rufen" und nötigenfalls widerständig sein. Auch dies könne Teil einer "Friedens- und Gerechtigkeitsmission der Kirche" sein, führte der Kardinal aus, der den politischen Verantwortungsträgern für das gute Miteinander von Staat, Kirche und Religionen in Österreich dankte. Die Übertragung der Religions- und Kultusagenden in das Bundeskanzleramt sei ein Ausdruck dafür und für die Priorität dieser Bereiche, so Schönborn.
Unter den zahlreichen kirchlichen und religiösen Amtsträgern waren u.a. der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios Kardamakis, der koptische Bischof Anba Gabriel, der altkatholische Bischof Johannes Okoro, die evangelische Oberkirchenrätin Hannelore Reiner und die katholischen Bischöfe Klaus Küng, Ludwig Schwarz, Anton Leichtfried und Franz Scharl.
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Kardinal Christoph SchönbornSeine Texte, Predigten und Vorträge. |