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16.02.2015 · Papst Franziskus

Bunte Mischung unterm roten Birett - 19 neue Kardinäle

Franziskus setzte den neuen Kardinälen im Rahmen eines sogenannten Konsistoriums im Petersdom als Zeichen ihrer Würde ein Birett aufs Haupt, einen roten viereckigen Hut, und steckte ihnen einen Ring an. In seiner Predigt ermahnte der Papst die neuen Kardinäle zu Demut und Bescheidenheit. "Die Kardinalswürde ist zweifellos eine Würde, aber sie ist kein Ehrentitel", sagte Franziskus.

Papst nahm 19 neue Kardinäle aus 5 Kontinenten ins Kollegium auf

Die neuen Purpurträger schworen bei Feier im Petersdom dem Papst und der Kirche vor dem gesamten Kardinalskollegium Treue und Gehorsam

Papst Franziskus hat am Samstag 19 kirchliche Würdenträger aus allen fünf Kontinenten neu ins Kardinalskollegium aufgenommen. Franziskus setzte den neuen Kardinälen im Rahmen eines sogenannten Konsistoriums im Petersdom als Zeichen ihrer Würde ein Birett aufs Haupt, einen roten viereckigen Hut, und steckte ihnen einen Ring an. Der 95 Jahre alte kolumbianische Erzbischof, Jose de Jesus Pimiento Rodriguez, der ebenfalls zum Kardinal ernannt werden sollte, war aufgrund seines Alters nicht nach Rom gereist. Er erhält die Kardinalswürde demnächst in seinem Heimatland durch einen Vertreter des Vatikan.

 

Weitere Internationalisierung des Kardinalskollegiums

Der Papst nahm 14 amtierende Bischöfe der Weltkirche sowie einen vatikanischer Spitzenvertreter in das Kardinalskollegium auf. Mit den neuen Ernennungen treibt der Papst die Internationalisierung des Kardinalskollegiums weiter voran. Die 20 neuen Kardinäle kommen aus 18 Ländern. Vier von ihnen stammen aus Staaten, die noch nie zuvor einen Kardinal gestellt haben: Tonga, Myanmar, Panama und die Kapverdischen Inseln. Viele Nominierungen kamen für Beobachter überraschend. Insgesamt nimmt Franziskus sieben Europäer, drei Asiaten, zwei Ozeanier, fünf Lateinamerikaner und drei Afrikaner in das Kardinalskollegium auf. Es ist das zweite Mal seit seinem Amtsantritt im März 2013, dass Franziskus neue Kardinäle ernennt.

 

In der Gruppe sind auch drei pensionierte Diözesanleiter sowie zwei frühere Kurienmitarbeiter; einer von ihnen ist Karl-Josef Rauber. Er und die vier Emeritierten haben das 80 Lebensjahr bereits vollendet und wären damit nicht mehr zur Papstwahl berechtigt. Das Kardinalskollegium zählt jetzt 227 Mitglieder, 125 von ihnen wären zur Papstwahl berechtigt, 102 haben die Altersgrenze überschritten.

 

Die neuen Kardinäle schworen dem Papst und der Kirche vor dem gesamten Kardinalskollegium, darunter der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn, Treue und Gehorsam. Unter ihnen war auch der deutsche Erzbischof Karl-Josef Rauber (80). Der aus Nürnberg stammende Geistliche wirkte viele Jahre im diplomatischen Dienst des Vatikan. Zu der Zeremonie war auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. gekommen.

 

Papst mahnt zu Demut

In seiner Predigt ermahnte der Papst die neuen Kardinäle zu Demut und Bescheidenheit. "Die Kardinalswürde ist zweifellos eine Würde, aber sie ist kein Ehrentitel", sagte Franziskus. Es handle sich nicht um "etwas Zusätzliches, Dekoratives, das an eine Auszeichnung denken lässt", stellte er klar. Die Kardinäle müssten vielmehr einen "wesentlichen Dreh- und Angelpunkt" für das Leben der kirchlichen Gemeinschaft bilden.

 

Franziskus hatte die neuen Kardinälen in einem Brief aufgefordert, ihre neue Würde nicht zu übermütig zu feiern. Sie sollten Festlichkeiten durchaus zulassen. Hierbei sei jedoch darauf zu achten, dass sich nicht "der Geist der Weltlichkeit einschleicht", der mehr schade "als ein Grappa auf nüchternen Magen".

 

Der Papst sagte in seiner Predigt, die Kardinäle müssten unbedingt vermeiden, neidisch, hochmütig oder zornig aufeinander zu sein. Kardinäle müssten zudem stets "entschlossene Streiter gegen die Ungerechtigkeit und frohe Diener der Wahrheit" sein. Auch kirchliche Würdenträger seien "nicht immun" dagegen, wütend aufeinander zu sein, so der Papst in seiner Predigt. Gerade "unter uns Mitbrüdern" bestehe die Gefahr zornig aufeinander zu werden, "denn wir sind in der Tat weniger entschuldbar", erklärte Franziskus. Ein Kirchenmann dürfe jedoch, selbst wenn er für einen Augenblick einmal wütend sei, nie nachtragend oder grollend sein. Kardinäle dürften nie auf ihren eigenen Vorteil bedacht sein, sondern müssten Rücksicht auf die Anderen nehmen.

 

Weiter erinnerte der Papst die Kardinäle daran, dass ihre Autorität letztlich nicht auf Macht, sondern auf Liebe gründe. Jeder Vorsitz in der Kirche habe seinen Ursprung in der Liebe, so Franziskus. Die Kirche von Rom sie auch darin ein Vorbild. So wie sie den Vorsitz in der Liebe führe, sei jede Teilkirche aufgerufen, in ihrem Bereich ein Gleiches zu tun.

 

Reaktion einiger der neuen Kardinäle:

 

Kardinal Rauber: „Der Hut ist halt rot“

Kardinal zu werden war „ganz außerhalb meines Erwartens und meines Denkens“: Das sagte der deutsche Erzbischof Karl-Josef Rauber, ein früherer Vatikandiplomat, am Mittwoch in Rom. Als er erfahren habe, dass Papst Franziskus ihn in das Kardinalskollegium aufnehmen wolle, habe er das zunächst gar nicht glauben wollen. Bis heute fragt sich der 80-Jährige, wie Franziskus überhaupt auf ihn gekommen ist. An diesem Samstag ist er der einzige Deutsche unter den Bischöfen, die der Papst bei einem Konsistorium zu Kardinälen macht.

 

 

 

Neuer Kardinal aus Spanien

Der Spanier Ricardo Blazquez Pérez ist Erzbischof des Bistums Valladoid. Er ist auch Vorsitzender der spanischen Bischofskonferenz. Der 73-jährige Blazquez erzählt, dass sich nicht nur in seinem jetzigen Erzbistum Valladolid viele zunächst gewundert und dann gefreut hätten über seine Erhebung in den Senat der Kirche. Auch in seinem ursprünglichen Bistum sei die Freude groß: Es ist Avila, die Stadt der heiligen Theresia. Sie feiert die Kardinalserhebung gewissermaßen als Zugabe zu den Feiern des 500. Geburtstags der Heiligen.

 

 

Neo-Kardinal aus Äthiopien sieht in der Kirche eine Chance

Berhaneyesus Demerev Souraphiel, Erzbischof von Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, wird ebenfalls zum Kardinal erhoben. Er ist der zweite äthiopische Kardinal nach dem 2003 verstorbenen Paulo Tzadua. Gegenüber Radio Vatikan sagte er: „Für Äthiopiens Kirche ist die Herausforderung riesig - selbst wenn es nur eine kleine katholische Kirche ist.“ Äthiopiens Katholiken hätten eine gute Beziehung zu den anderen christlichen Kirchen, „auch zu den Muslimen“.

 

Neuseeländischer Kardinal bringt Peripherie in den Vatikan

Ein neu ernannter Kardinal ist auch der neuseeländische Erzbischof von Wellington, John Atcherely Dew. Wenn Papst Franziskus davon spricht, an die Peripherie zu gehen, so passt Dew ganz gut zu diesem Bild: Kein Kardinal kommt von so weit her - jedenfalls wenn man den Vatikan zum Ausgangspunkt nimmt. Für die Kurienreform wünscht sich der Neo-Kardinal weniger Bürokratie und einen Fokus auf die notbedürftigen Menschen - sowie eine Art und Weise der Kirchenleitung, die von pastoralen Erfahrungen geprägt ist.

 

Neokardinal Menichelli: "Italienerschwund" bei Papstwählern gut

Neo-Kardinal Edoardo Menichelli, Erzbischof von Ancona-Osimo, hat gegenüber Radio Vatikan am Samstagabend die Bedeutung der jüngsten 17 nichtitalienischen Kardinalsernennungen betont. "Wir Italiener waren daran gewöhnt, in der Überzahl zu sein. Aber ich glaube, dass die Kirche die Universalität ernst nehmen muss. Die Kirche in Ancona ist gleich der Kirche in Myanmar oder einem anderen Ort: Das müssen wir uns klar machen und umsetzen, immer", so Menichelli. Er ist neben dem Sizilianer Francesco Montenegro (Agrigent) und dem Kurien-Emeritus Luigi De Magistris der einzige Italiener, der am Samstag den Purpur erhalten hat.     

 

Der neue Kardinal Bo aus Myanmar: Einsatz für Arme hat Priorität

Die katholische Kirche in Myanmar muss nach Worten des neuen Kardinals Charles Maung Bo eine führende Rolle als Fürsprecher der Armen einnehmen. Es gehe darum, "in der Wirtschaft für Gerechtigkeit zu sorgen", sagte der 66-jährige Erzbischof von Yangon im Interview der Deutschen Welle (Donnerstag). Es mangle "nicht an Wohltätigkeit, sondern ganz einfach an Gerechtigkeit".

 

Mamberti sieht Kardinalswürde als Danksagung an

Er ist der einzige unter den neuen Kardinälen, der aus der römischen Kurie kommt. Mehrere Jahre lang war er der vatikanische Außenminister. Seit dem vergangenen 8. November ist er Präfekt der Apostolischen Signatur. Die Kardinalswürde erscheine ihm selbst wie eine Danksagung des Papstes für seinen langjährigen Dienst. Die Kardinäle seien die engsten Berater des Papstes, so Mamberti gegenüber Radio Vatikan. Die Tatsache, dass von den 15 neuen Kardinälen fast alle aus verschiedenen Länder der Welt kommen, sei für Mamberti ein deutliches Zeichen für eine universelle Kirche, die alle Facetten der Welt präsentiere.

 

Neuer Kardinal Menichelli: „Papst will Armutsbekämpfer fördern“

Wenige hatten damit gerechnet, dass der Papst ihn die Kardinalswürde verleihen wird: Edoardo Menichelli ist Erzbischof der kleinen italienischen Diözese Ancona. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagt er, dass der Papst mit der Auflistung der 20 neuen Kardinälen ein Zeichen setzen wollte. Er gehe an die Peripherie und fördere vor allem jene in der Kirche, die sich dem „Kampf gegen die Armut“ verschrieben haben. Er sei davon überzeugt, dass sich die Kirche diesbezüglich noch weiter bewegen muss. Niemand soll sich von der Kirche ausgeschlossen fühlen. Die Kirche muss sich aber vor allem den Familien hinwenden.

 

Papst Benedikt nach Monaten wieder öffentlich zu sehen gewesen

Bei der Feier trat Benedikt XVI. erstmals seit vier Monaten wieder öffentlich auf. Papst Franziskus begrüßte seinen Vorgänger herzlich. Etliche Kardinäle schüttelten den emeritierten Papst die Hand und wechselten einige Worte mit ihm. Benedikt XVI. saß leicht vorgerückt in der ersten Reihe der Kardinäle auf einem Eckplatz. Erzbischof Georg Gänswein, der Privatsekretär von Benedikt XVI., hatte am Donnerstag in einem Interview gesagt, dem emeritierten Papst gehe es seinem Alter entsprechend gut. Er habe lediglich bisweilen Probleme mit den Beinen.

 

 

erstellt von: Redaktion / KAP / rv / KNA / themakirche
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Weitere Informationen

Die neuen Purpurträger im Überblick (in alphabetischer Reihenfolge – Anm.im Spanischen ist der erste Nachname relevant, im Portugiesischen der zweite Nachname):

 

Ricardo Blazquez Perez (72), Erzbischof von Valladolid, Spanien

Der Erzbischof von Valladolid ist seit März 2014 Vorsitzender der Spanischen Bischofskonferenz. Blazquez wurde 1942 in Villanueva de Campillo in der Provinz Avila geboren. Nach seinem Eintritt ins Priesterseminar studierte er in Avila, Rom und in Deutschland Theologie. 1967 zum Priester geweiht, wirkte er anschließend als Professor, Dekan und schließlich Vizerektor der Päpstlichen Universität Salamanca. 1987 wurde Blazquez Weihbischof in Santiago de Compostela, 1991 Bischof von Palencia und 1995 von Bilbao. Papst Benedikt XVI. bestellte ihn 2010 zum Erzbischof von Valladolid. Bereits von 2005 bis 2008 hatte Blazquez den Vorsitz der spanischen Bischöfe inne. Seine Erhebung zum Kardinal ist nicht zwingend, aber auch nicht überraschend, da Spanien eine große katholische Nation ist. Dennoch hätte nach bisherigen Maßstäben der Erzbischof von Toledo, traditionell der Primas von Spanien, als aussichtsreicherer Kandidat für das Kardinalsamt gegolten. Eine Berufung des neuen Erzbischofs von Madrid war hingegen nicht zu erwarten, da sein Vorgänger unter 80 Jahre alt ist und zwei Papstwähler vom selben Bischofssitz in einem Konklave als unpassend gelten.

Charles Maung Bo (64), Erzbischof von Rangun, Myanmar (Burma)

Die Ernennung Bos kann als Zeichen der Solidarität des Papstes mit den leidgeprüften Katholiken in Myanmar verstanden werden. Viele von ihnen gehören ethnischen Minderheiten an und waren schon deshalb Schikanen und Gewalt der bis 2011 regierenden Militärregierung ausgesetzt; diese dauern teils auch noch unter der gegenwärtigen zivilen Regierung an. Auch Religionsfreiheit gibt es in Myanmar bisher nicht im vollen Umfang. Der Salesianerpater Bo engagiert sich seit langem für die Belange der diskriminierten Christen und der ethnischen Minderheiten im Land. Seit 2003 leitet er das Erzbistum Rangun.

Manuel Jose Macario do Nascimento Clemente (66), Patriarch-Erzbischof von Lissabon, Portugal

Als Patriarch von Lissabon, ernannt im Mai 2013, und als Vorsitzender der Portugiesischen Bischofskonferenz gehörte Manuel Clemente zu den traditionellen Anwärtern auf die Kardinalswürde. Sein Bischofssitz ist neben Venedig der einzige in der Kirche des Westens, der mit dem Ehrentitel «Patriarch» verbunden ist. Der am 16. Juli 1948 in Torres Vedras geborene Geistliche war seit 2007 Bischof von Porto, zuvor seit 1999 Weihbischof in Lissabon. Frühere Stationen waren die katholische Universität von Portugal, wo er Kirchengeschichte lehrte, und das Priesterseminar von Olivais, in dessen Leitung er von 1980 bis 1999 tätig war.

 

John Dew (66), Erzbischof von Wellington, Neuseeland

Mit John Atcherley Dew wird der vierte Erzbischof von Wellington in Folge Kardinal. Dew trat weltkirchlich bisher kaum in Erscheinung, ebenso wie die kleine, durch Zuwanderung gespeiste katholische Kirche des Landes. Nur rund 13 Prozent der Neuseeländer sind katholisch, fast ebenso viele anglikanisch, rund 10 Prozent sind Methodisten. Mehr als 30 Prozent der Gesamtbevölkerung gaben 2006 an, keiner Religion anzugehören. Die meisten Ureinwohner, die Maori, sind heute Christen. Dew wurde 1948 in Waipawa geboren. 1995 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Weihbischof in der Hauptstadt Wellington. 2004 wurde er dort zunächst Erzbischof-Koadjutor und im Mai 2005, bereits unter Benedikt XVI., Erzbischof. Die zusätzliche Ernennung zum Militärbischof Neuseelands im April 2005 gehörte zu den letzten Amtshandlungen unter Johannes Paul II. Im April 2014 protestierte Dew gegen eine Gesetzesvorlage zur Erdbebensicherheit von Gebäuden. Die Verpflichtung von Immobilienbesitzern, ihre Gebäude binnen 20 Jahren erdbebensicher zu machen oder abzureißen, verlange von jenen zusätzliche finanzielle Lasten, die es sich am wenigsten leisten könnten. Anders als die Besitzer gewerblich genutzter Immobilien in den Innenstädten hätten die Kirchengemeinden nicht das notwendige Kapital. 2010 war die Region um die Stadt Christchurch von einem schweren Erdbeben verheert worden.

 

Julio Duarte Langa (87), emeritierter Erzbischof von Xai-Xai, Mosambik

Die Ziele einer für dieses Jahr geplanten Afrika-Reise von Papst Franziskus sind noch unbekannt. Die Kardinalsernennung des früheren Erzbischofs von Xai-Xai könnte ein Indiz für einen Besuch im südostafrikanischen Mosambik sein. In die Amtszeit Duartes (1976-2004) fiel der blutige Bürgerkrieg (1977-1992), in dem mehrere hunderttausend Menschen starben, sowie die schwierige Zeit des Wiederaufbaus. Noch im Dezember 2014 empfing Papst Franziskus den Staatspräsidenten von Mosambik, Armando Emilio Guebuza, der bei den Friedensverhandlungen die Delegation der sozialistischen «Mosambikanischen Befreiungsfront» (FRELIMO) leitete. Beide würdigten die Versöhnung zwischen den einstigen Bürgerkriegsparteien und den großen Beitrag der katholischen Kirche im Gesundheits- und Bildungswesen. Laut UNICEF gibt es in Mosambik 1,5 Millionen Waisenkinder. Nur sechs Prozent der unter Fünfjährigen haben eine Geburtsurkunde. Kinder ohne Papiere sind der Gefahr von Missbrauch, Kinderarbeit und Zwangsverheiratung ausgesetzt. Die Analphabetenrate unter Erwachsenen beträgt rund 50 Prozent. Regierung und Kirche unternehmen seit Kriegsende große Anstrengungen für den Grundschulunterricht. Von den rund 25 Millionen Einwohnern Mosambiks sind nach Vatikanangaben 6 Millionen Katholiken.

 

Arlindo Gomes Furtado (65), Bischof von Santiago de Cabo Verde, Kapverdische Inseln

Der westafrikanische Inselstaat der Kapverden hat nur rund 520.000 Einwohner. Die Bevölkerung besteht aus Nachfahren der portugiesischen Kolonialherren und afrikanischer Sklaven. Schätzungen zufolge leben zudem bis zu 700.000 kapverdische Bürger im Ausland, mehr als im Staat selbst. Die ehemalige portugiesische Überseeprovinz ist nach den Seychellen das afrikanische Land mit dem zweithöchsten katholischen Bevölkerungsanteil, nach vatikanischen Angaben 94 Prozent. Der Vatikan und Kap Verde schlossen 2013 einen Staatsvertrag über die rechtliche Stellung der Kirche. Bischof Gomes wurde im November 1949 in Santa Catarina geboren. 2004 wurde er zunächst Bischof von Mindelo, 2009, kurz vor seinem 60. Geburtstag, ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Santiago, der Hauptinsel der Kapverden mit der Hauptstadt Praia.

 

Francis Xavier Kriengsak Kovitvanij (65), Erzbischof von Bangkok, Thailand

Seit 2009 steht Kovitvanij an der Spitze des Erzbistums Bangkok. Sein Vorgänger Michael Michai Kitbunchu hatte als erster Thailänder die Kardinalswürde erhalten. Kitbunchu weihte auch den 1949 geborenen Kovitvanij 1976 zum Priester. In den 80er Jahren arbeitete er als Schulleiter, nach 1989 als Vizesekretär der Bischofskonferenz, Rektor des Priesterseminars und Theologiedozent in Sampran. Seit 2003 leitete Kovitvanij die Kathedralpfarrei in der thailändischen Hauptstadt. 2007 ernannte ihn Benedikt XVI. zum Bischof von Nakhon Sawan und 2009 zum Erzbischof von Bangkok. Kovitvanij gehört dem Päpstlichen Rat für die sozialen Kommunikationsmittel an. Der neue Kardinal vertritt eine kleine Kirche: Nur etwa 360.000 Thailänder sind katholisch. Während der politischen Unruhen 2010 versuchte er, zwischen Regierung und Opposition zu vermitteln.

 

Jose Luis Lacunza Maestrojuan (70), Bischof von David, Panama

Mit Lacunza kommt ein weiterer Ordensmann ins Kardinalskollegium: Der Augustiner-Rekollekt empfing 1969 die Priesterweihe und wurde 1985 von Johannes Paul II. zum Weihbischof in Panama ernannt. 1994 wechselte er an die Spitze des Bistums Chitre. Seit 1999 steht er dem kleinen Bistum David mit rund 350.000 Katholiken vor. Als einer von nur drei der neuernannten Kardinäle unter 80 - gemeinsam mit Gomes Furtado von den Kapverden und Paini Mafi von Tonga - ist Pater Lacunza Bischof, nicht Erzbischof. (Einen Priester ohne Bischofsweihe hat Papst Franziskus bisher noch nicht zum Kardinal erhoben.)

 

Soane Patita Paini Mafi (53), Bischof von Tonga, Tonga

Die Kardinalsernennung des Bischofs im polynesischen Königreich Tonga ist ein typischer franziskanischer «Gang an die Ränder». Wie Vanuatu ist der Inselstaat Tonga besonders von den Folgen des Klimawandels sowie von Naturereignissen wie Stürmen oder Erdbeben bedroht. Das Archipel im Südpazifik umfasst 176 Inseln, die früher auch Freundschaftsinseln genannt wurden; nur 36 von ihnen sind bewohnt. Vorherrschende Konfession unter den rund 100.000 Einwohnern ist eine methodistische Freikirche mit über 40 Prozent. Danach folgt die katholische Kirche mit etwa 16 Prozent. Soane Patita Paini Mafi, Vorsitzender der Konferenz der Bischöfe der Pazifikstaaten, ist künftig der jüngste aller Kardinäle. Geboren am 19. Dezember 1961 in der Hauptstadt Nuku'alof, wurde er 1991 zum Priester geweiht. Im Alter von 45 Jahren wurde er im Oktober 2007 seinem Vorgänger als Koadjutor (Helfer) zur Seite gestellt; ein halbes Jahr später übernahm er das Bischofsamt. Im Februar 2012 wurde Tongas König Siaosi (George) Tupou V., wenige Wochen vor seinem Tod, von Papst Benedikt XVI. im Vatikan empfangen.

 

Luigi de Magistris (88), emeritierter Großpönitentiar der Kirche, Vatikan/Italien

Als Pensionär bekommt Erzbischof de Magistris nun den Titel, der ihm eigentlich schon für sein letztes Kurienamt zugestanden hätte: Unter Papst Johannes Paul II. versah der gebürtige Sarde von 2001 bis 2003 an der römischen Kurie des klangvolle Amt des Großpönitentiars. Als solcher leitete er die Apostolische Pönitentiarie, einen vatikanischen Gerichtshof, der unter anderem für die Vergabe von Ablässen zuständig ist. Üblicherweise ist der Posten mit dem Kardinalsrang verbunden. De Magistris arbeitete seit 1979 an der Pönitentiarie.

 

Dominique Mamberti (62), Präfekt der Apostolischen Signatur, Vatikan/Frankreich

Erzbischof Mamberti ist nach dem Papst der oberste Richter in der katholischen Kirche: Der Franzose ist seit November Präfekt der Apostolischen Signatur, des höchsten vatikanischen Gerichtshofes - als Nachfolger des zum Malteserorden versetzten US-Kurienkardinals Raymond Leo Burke (66). Mit dem Amt des Präfekten der Signatur ist traditionell die Kardinalswürde verbunden. Zuvor war Mamberti seit 2006 vatikanischer Außenminister. Begonnen hatte der im marokkanischen Marrakesch geborene Mamberti seine vatikanische Laufbahn im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls 1986. Stationen unter anderen waren die vatikanische Vertretung bei den Vereinten in New York, der Libanon und der Sudan.

Edoardo Menichelli (75), Erzbischof von Ancona, Italien

Menichellis Berufung ins Kardinalskollegium kommt unerwartet. Das Amt des Erzbischofs von Ancona ist nicht traditionell mit der Kardinalswürde verbunden. In der Italienischen Bischofskonferenz zählt er zu den leiseren Stimmen. Der aus den Marken stammende Geistliche leitet deren Kommission für die Familie. Dass Franziskus seine Arbeit schätzt, machte er durch Menichellis persönliche Berufung zur Bischofssynode im Oktober deutlich. Nach ersten Jahren als Religionslehrer kam Menichelli als Mitarbeiter an die Apostolische Signatur in Rom, das oberste Gericht der katholischen Kirche. Von 1992 bis 1994 war er in der vatikanischen Ostkirchen-Kongregation tätig. 1994 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Erzbischof von Chieti-Vasto. Seit 2004 leitet er das mittelitalienische Erzbistum Ancona.

Francesco Montenegro (68), Erzbischof von Agrigent, Italien

Auch die Aufnahme Montenegros ins Kardinalskollegium ist zumindest nach traditionellen Maßstäben eine Überraschung: Der Erzbischof von Agrigent auf Sizilien zählte bisher nicht zu den Anwärtern auf die Kardinalswürde. Empfohlen haben dürfte ihn aus Franziskus' Sicht, dass er zu den engagiertesten kirchlichen Fürsprechern von Flüchtlingen in Italien gehört. Zu seiner Diözese zählt auch die Mittelmeerinsel Lampedusa, die in den vergangenen Jahren zum Inbegriff der Flüchtlingstragödie im Mittelmeer wurde. Montenegro begleitete Franziskus bei dessen Besuch auf Lampedusa im Juli 2013. In der nationalen Bischofskonferenz leitet der Süditaliener die Migrationskommission. Von 2003 bis 2008 war er Präsident von Caritas Italien. Bevor er 2008 die Leitung des Erzbistum Agrigent übernahm, wirkte er seit 2000 als Weihbischof im sizilianischen Messina-Lipari-Santa Lucia del Mela.

Pierre Nguyen Van Nhon (76), Erzbischof von Hanoi, Vietnam

Die Kardinäle Vietnams wechselten sich meist zwischen den Sitzen Ha Noi und Ho-Chi-Minh-Stadt ab. Der nun ernannte Erzbischof von Hanoi Nguyen Van Nhon ist der sechste Kardinal dieses Landes. 1938 geboren, leitete er seit 1991 zunächst seine Heimatdiözese Da Lat, erst als Koadjutor, ab 1994 als Diözesanbischof. 2010 ernannte ihn Benedikt XVI. zum Erzbischof der Hauptstadtdiözese Hanoi. Bis Ende 2013 war er fast ein Jahrzehnt Vorsitzender der Vietnamesischen Bischofskonferenz. Von den 90 Millionen Einwohnern Vietnams sind rund 6 Millionen Katholiken. Sie bilden damit eine der größten Katholikengemeinden Asiens. Immer wieder haben die Christen dort unter staatlicher Repression zu leiden. Die Staat-Kirche-Beziehungen in Vietnam sind seit Kriegsende 1975 angespannt; damals brach die sozialistische Regierung den bilateralen Kontakt ab. Seit den 90er Jahren bemüht sich der Vatikan um Erleichterungen für die Kirche. Besonders schwierig ist die Ernennung von Bischöfen. Oft dauert es Jahre, bis vakante Diözesen besetzt werden. Im Oktober 2014 lobte der Vatikan eine Verbesserung der Beziehungen.

Jose de Jesus Pimiento Rodriguez (95), emeritierter Erzbischof von Manizales, Kolumbien

Der fast 96-Jährige leitete das Erzbistum Manizales in der sogenannten Kaffeezone Kolumbiens in schwieriger Zeit (1975-1996). Seit 1983 tobte in dem südamerikanischen Land der jahrzehntelange Bürgerkrieg mit neuer Härte: als Drogenkrieg und mit der Gründung paramilitärischer Einheiten zur Beseitigung oppositioneller Gruppen. Diese Phase ist auch als «Schmutziger Krieg» bekannt. Pimiento wurde am 18. Februar 1919 in Zapatoca geboren. Als 36-Jähriger wurde er zunächst Weihbischof in Pasto, ab 1960 Bischof von Monteria und ab 1964 Bischof von Garzon-Neiva. 1975 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Erzbischof im zentralkolumbianischen Manizales.

Karl-Josef Rauber (80), emeritierter Vatikandiplomat, Deutschland

Der frühere Papstbotschafter war von 2003 bis 2009 Apostolischer Nuntius in Belgien und Luxemburg. Zuvor war er in gleicher Funktion in Ungarn und Moldawien tätig. Im Ruhestand lebt er als Geistlicher in einem Haus der Schönstatt-Bewegung in Ergenzingen bei Rottenburg. Rauber wurde am 11. April 1934 in Nürnberg geboren und 1959 in Mainz zum Priester geweiht. Von 1962 bis 1966 studierte er Kirchenrecht in Rom. Gleichzeitig absolvierte er die Ausbildung an der Päpstlichen Diplomatenakademie. 1983 wurde er in Rom zum Bischof geweiht. Seine Diplomatenlaufbahn begann Rauber 1966. Von 1982 bis 1990 war er in Kampala/Uganda zunächst Geschäftsträger, dann Pro-Nuntius. Papst Johannes Paul II. (1978-2005) rief ihn 1990 als Präsidenten der Päpstlichen Diplomatenakademie nach Rom und ernannte ihn drei Jahre später während der Auseinandersetzungen um den damaligen Bischof von Chur, Wolfgang Haas, zum Nuntius in der Schweiz und in Liechtenstein mit Sitz in Bern. 1997 entsandte Johannes Paul II. ihn als Nuntius nach Ungarn und Moldawien.

Berhaneyesus Demerew Souraphiel (66), Erzbischof von Addis Abeba, Äthiopien

Äthiopien zählt zu den ärmsten Staaten der Welt. Europäischen Politikern ist der Erzbischof der Hauptstadt Addis Abeba kein Unbekannter. 2005 gehörte er einer Kirchendelegation an, die sich bei den Regierungsspitzen der EU und Deutschlands für einen vollständigen Schuldenerlass der Entwicklungsländer einsetzte. Der 1948 geborene Souraphiel gehört dem Lazaristen-Orden an. Seit 1999 leitet er die Hauptstadtdiözese Addis Abeba, zudem ist er Mitglied der vatikanischen Ostkirchen-Kongregation. Souraphiel beklagt gegenüber dem Westen «stille Tsunamis» in seiner Region. In Äthiopien stürben alle sechs Monate mehr Kinder an Malaria, als der Tsunami in Südostasien an Todesopfern gefordert hat. Täglich fielen dort seit 20 Jahren «sechs Flugzeugladungen Kinder» vermeidbaren Krankheiten zum Opfer.

Daniel Fernando Sturla Berhouet (55), Erzbischof von Montevideo, Uruguay

Der Erzbischof von Montevideo ist einer von vier Ordensleuten, mit denen der Jesuit Franziskus den derzeitigen Schwund an Ordensmännern unter den Papstwählern auffüllt. Sturla ist im Juli 1959 in Montevideo, der Hauptstadt Uruguays, geboren; er leitet seine Heimatdiözese erst seit einem knappen Jahr. Im Alter von 20 Jahren trat er 1980 den Salesianern Don Boscos bei. Ende 2011 ernannte ihn Benedikt XVI. zum Weihbischof in Montevideo, im Februar 2014 machte ihn der Argentinier Franziskus zum höchstrangigen Kirchenführer des kleinen Nachbarlandes. Uruguay gehört zu den Staaten, die weltweit wenig Schlagzeilen machen. Umrahmt von den Riesenländern Brasilien und Argentinien, hat es keine Bodenschätze, ist aber wohlhabend und stabil. Kein anderes Land Lateinamerikas ist nur annähernd so stark säkularisiert. Die katholische Kirche hat kaum politischen Einfluss. Lediglich 42 Prozent der 3,5 Millionen Einwohner bekennt sich zu ihr, der Messbesuch liegt bei nur drei Prozent. Trotzdem ist das Ansehen der Kirche aufgrund der Bescheidenheit und des sozialen Engagements des Klerus hoch.

Alberto Suarez Inda (75), Erzbischof von Morelia, Mexiko

Inda ist ebenfalls ein Überraschungskandidat. Einen Kardinal hatte das mexikanische Bistum in seiner 500-jährigen Geschichte noch nie an seiner Spitze. Inda ist bereits seit 19 Jahren Erzbischof von Morelia. Die Stadt zählt zu den meistbesuchten Mexikos, die Altstadt ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Nach Brasilien ist Mexiko das Land mit den meisten katholischen Gläubigen weltweit.

Luis Hector Villalba (80), emeritierter Erzbischof von Tucuman, Argentinien

Der emeritierte Erzbischof von Tucuman, Argentinien, ist nur zwei Jahre älter als Papst Franziskus und dürfte ihm aus dessen Zeit als Erzbischof von Buenos Aires bestens bekannt sein. Bereits seit 2011 im Ruhestand, wird Villalba nun - nur wenige Monate nach Erreichen der Altersgrenze - in den Kardinalsstand erhoben. Er hat somit kein Stimmrecht mehr bei einer Papstwahl: keine argentinische Vetternwirtschaft also, aber eine Ehrung für einen alten Weggefährten. Wie Franziskus in Buenos Aires geboren, wurde Villalba 1960 zum Priester geweiht. Nach der Militärdiktatur, von 1984 bis 1991, war er Weihbischof in der Hauptstadterzdiözese. Sein Nachfolger dort hieß Jorge Mario Bergoglio, der heutige Papst. Bis 1999 leitete Villalba das Bistum San Martin, ehe ihm Papst Johannes Paul II. das bevölkerungsreiche Erzbistum Tucuman im Nordwesten des Landes anvertraute.

 

Papst Franziskus im Petersdom / Church of England and Wales  

Papst Franziskus

Laufend Meldungen über die Predigten des Papst in Santa Marta und von Audienzen und Empfängen des Heiligen Vaters.

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Papst Leo XIV.: Priester sollen Predigten nicht von KI schreiben lassen

Appell von Leo XIV. an Priester seiner Diözese Rom: "Eine echte Predigt schreiben bedeutet, den Glauben mit anderen zu teilen. Das ist etwas, was wir jeden Tag pflegen müssen."

Kerzenmeer der Hoffnung: Wien setzt Zeichen für die Ukraine

Am Donnerstagabend versammelten sich zahlreiche Menschen am Stephansplatz. Mit einem Kerzenmeer riefen die Caritas Österreich und Wiens Erzbischof Josef Grünwidl zur anhaltenden Solidarität mit der Ukraine auf. 

"Fluchtweg": Kreuzweg aus Perspektive queerer geflüchteter Menschen

Das ökumenische Projekt wird in Wien, Linz, Graz und Innsbruck gezeigt.

Grünwidl: "Wenn Glaube exklusivistisch wird, schrillen Alarmglocken"

Wiener Erzbischof warnt in "Furche"-Interview vor Neointegralismus, Machtanspruch und politischer Instrumentalisierung des Christentums - Absage an Elite-Christentum wie auch an gegenseitiges Absprechen von Glauben oder an Schulterklopfen von "einzig wahren Christen"

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