Hilfe für Menschen in Not und ohne Perspektiven
Hilfe für Menschen in Not und ohne Perspektiven
Ordensleute und freiwillige Laien-Mitarbeiter bieten Krisenintervention, Begleitung, Seelsorge und einen jährlichen "Trauerraum"
Die Wiener "Gesprächsinsel" feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. 2008 von der Österreichischen Superiorenkonferenz und der Kategorialen Seelsorge der Erzdiözese Wien gegründet, haben in den letzten zehn Jahren Ordensleute und freiwillige Laien-Mitarbeiter über 50.000 Menschen seelsorglich betreut. Die Einrichtung versteht sich als Antwort auf ein "starkes und wachsendes Bedürfnis von Menschen nach einer Gesprächsgelegenheit und nach Orientierung durch religiös verankerte Menschen", erläuterte Initiator P. Lorenz Voith am Dienstag gegenüber "Kathpress".
Die Insel sei Krisenintervention, Begleitung und seelsorgliche Beratung in einem, biete eine Form von "Laien-Beichte" und einen jährlichen "Trauerraum" um Allerheiligen an, so der Ordensmann, der zugleich Bischofsvikar in der Diözese Eisenstadt ist. Darüber hinaus wurden in den letzten zehn Jahren Kompetenzkurse für Ehrenamtliche durchgeführt und "geistliche Begleitungen" in Deutsch und Englisch angeboten.
"Die Gesprächsseelsorge ist mehr denn je ein wesentliches pastorales Angebot der Kirche von heute; immer mehr sprechen wir damit vor allem die 'Ränder' der Gesellschaft, Menschen in Not und Verzweiflung und ohne Perspektiven an", erläuterte P. Voith. Dieser Aufgabenbereich wachse seit Jahren und gehöre zum "Kernbereich" der Kirche von heute.
Die Idee habe sich bereits herumgesprochen, betonte der Ordensmann. So wurde in Budapest von Frauen- und Männerorden eine "Oaze" gegründet und auch im westukrainischen Lemberg und in der Diözese Eisenstadt ist die Errichtung einer "Insel" nach Wiener Vorbild geplant.
Derzeit arbeiten vier Teilzeit-Angestellte und 34 ehrenamtliche Seelsorger in der "Gesprächsinsel" mit. Die Einrichtung ist von Montag bis Freitag von 11 bis 17 Uhr geöffnet, ist kostenlos und anonym. Für das 10-Jahr-Jubiläum wird eine Festschrift und eine für 3. Dezember im Wiener Schottenstift angesetzte Feier vorbereitet; ebenfals wird an einer neuen Website gearbeitet.