Papst Franziskus zu Allerheiligen 2017 am Petersplatz.
Papst Franziskus zu Allerheiligen 2017 am Petersplatz.
Papst Franziskus zu Allerheiligen am Petersplatz beim Angelusgebet.
Heilige sind keine perfekten Modelle, sondern einfach Menschen, die "von Gott durchströmt" seien und "das Licht Gottes in ihr Herz aufgenommen und es an die Welt weitergegeben" hätten. Das betonte Papst Franziskus am Allerheiligentag, 1. November 2017 bei einem Gebet auf dem Petersplatz. Als "Zutaten für ein glückliches Leben" bezeichnete er weiters die Seligpreisungen der Bergpredigt. Wahres Glück liege nicht in Besitz oder Status, sondern darin, "aus Liebe zu leben". Selig sei in diesem Sinn, wer für Gott Raum schaffe, wer fremde und eigene Fehler beweinen könne, für Gerechtigkeit kämpfe, barmherzig sei, die Reinheit des Herzens bewahre und Böses mit Gutem vergelte.
Die Seligpreisungen seien eine "Landkarte für das christliche Leben" in den Herausforderungen des Alltags, wie sie auch die Heiligen zu bestehen hätten, so der Papst. "Sie atmen wie alle die Luft, die vom Bösen der Welt verschmutzt ist, aber sie verlieren auf dem Weg nie den Kurs Jesu aus dem Blick", sagte Franziskus. Diese Heiligen seien "nicht nur die Heiligen aus dem Kalender, sondern unzählige Brüder und Schwestern von nebenan".
Papst Franziskus kam beim Angelusgebet auch darauf zu sprechen, dass er zu Allerseelen den Soldatenfriedhof von Nettuno besuchen und sich anschließend zu den Ardeatinischen Höhlen begeben wird. Er bat die Pilger um ihr Gebet "bei diesen beiden Etappen der Erinnerung für die Opfer von Krieg und Gewalt".
Wörtlich sagte der Papst: "Kriege bringen nichts anderes als Friedhöfe und Tote. Das ist der Grund, weshalb ich dieses Zeichen setzen wollte, in einem Moment, in dem es scheint, dass unsere Menschheit diese Lektion nicht gelernt hat - oder sie nicht lernen will."
Auf dem Amerikanischen Soldatenfriedhof Nettuno südlich von Rom liegen 7.861 US-Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg in Italien gefallen sind. Der Papst wird dort eine Messe für die Gefallenen aller Kriege feiern. Auf dem Rückweg von Nettuno wird Franziskus an den Ardeatinischen Höhlen in Rom für die Opfer des NS-Massakers vom 24. März 1944 beten.
In den Ardeatinischen Höhlen waren damals auf Befehl der deutschen Wehrmacht 335 italienische Zivilisten erschossen worden. Es handelte sich um eine Vergeltungsmaßnahme für einen Bombenanschlag italienischer Widerstandskämpfer, bei dem 33 Mitglieder des "Polizeiregiments Bozen" ums Leben kamen.
Im vergangenen Jahr hatte Franziskus zu Allerseelen den römischen Friedhof von Prima Porta besucht. Anschließend betete er an den Gräbern verstorbener Päpste in der Gruft unter dem Petersdom. Auch in den Jahren zuvor war Franziskus am Allerseelentag an den Papstgräbern gewesen und hatte römische Friedhöfe besucht.