Scharl begrüßte, dass Österreich verstärkt Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen will.
Scharl begrüßte, dass Österreich verstärkt Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen will.
Wiener Weihbischof plädiert zum "Tag der Migranten" für gesellschaftliches Klima ohne Angst, in dem Flüchtlinge willkommen sind. Die Politik aber auch jeder einzelne gefordert.
Für ein gesellschaftliches Klima ohne Angst, in dem Flüchtlinge willkommen sind, hat der Wiener Weihbischof Franz Scharl plädiert. Dafür zu sorgen sei Aufgabe der Politik aber auch jedes einzelnen, so Scharl zum "Tag der Migranten" am Mittwoch, 18. Dezember. "Flüchtlinge sind keine Bedrohung", so der Weihbischof.
Scharl verwies auf die Flüchtlingstradition Österreichs. Das Land habe in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg großzügig Flüchtlinge aufgenommen. Inzwischen sei die öffentliche Diskussion kleinlich geworden. "Es scheint eine Angst zu geben, dass uns Flüchtlinge etwas wegnehmen würden von unserem Wohlstand, von unserer Sicherheit", so Scharl. Eine solche Angst sei aber - in einem der reichsten Länder der Welt - meist unbegründet und irrational.
Was durch Flüchtlinge aber sehr wohl bewusst wird, seien "Realitäten, die wir gern verdrängen würden: dass es Not, Elend, Unterdrückung, Lebensbedrohung gibt", so Scharl: "Die Flüchtlinge berühren uns mit diesen Erlebnissen, von denen wir eigentlich nichts wissen wollen, weil es uns verunsichert." doch Flüchtlinge seien keine Bedrohung.
Scharl begrüßte, dass Österreich verstärkt Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen will. Freilich könnte der Staat hier "noch großzügiger sein". Nachsatz: "Es gibt übrigens syrisch-stämmige Familien, die schon seit Jahrzehnten unter uns leben und die eine Bereicherung für unser Land und unsere Gesellschaft darstellen."
Weltweit seien über 240 Millionen Menschen auf der Flucht - der überwiegende Teil im eigenen Land. Das Recht zu leben sei ein grundlegendes Menschenrecht. Dies habe die UNO gerade auch im Blick auf Flüchtlinge deklariert, so Scharl: "Sie haben das Recht zu fliehen und einen Ort zum Leben zu finden." Alle UNO-Mitgliedstaaten würden sich dazu bekennen, Flüchtlingen dieses Recht auf ein neues Leben zu gewähren. Die Katholische Kirche könne dies nur unterstützen und dieses Recht auf Leben für jeden Menschen unterstreichen.
Österreich sei ein schönes Land, so Scharl: "Besonders schön ist es nicht nur durch Landschaften, Wohlstand, Sicherheit, wirtschaftliche und geistige Leistungen, sondern durch eine gelebte Mitmenschlichkeit, die als Nächstenliebe in christlichem Sinn - universal und konkret - verwirklicht wird."