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27.07.2016 · Lebensschutz · Schöpfungsverantwortung

Bioethik: Der verkaufte Bauch

Leihmütter müssen das Kind nach der Geburt hergeben, denn rechtlich gesehen ist es ja gar nicht „ihr“ Kind. Eine Situation, die für Mütter und Kinder traumatisch ist.

Leihmutterschaft ist weltweit ein Milliardengeschäft. Bilder von glücklichen Babys und strahlenden Eltern täuschen darüber hinweg, dass sich dahinter „die Ausbeutung von Frauen und Betrug an den Kindern um die vorgeburtliche Bindung“ verbirgt, sagt Martina Kronthaler von der aktion leben.

 

Elton John hat es getan. Sarah Jessica Parker ebenso. Außerdem Nicole Kidman. Sie alle haben sich eine Leihmutter „genommen“, um sich den großen Wunsch vom leiblichen Kind zu erfüllen.


Leihmutterschaft, so könnte man in den vergangenen Jahren den Eindruck bekommen, ist eine von vielen Möglichkeiten, der Natur „auf die Sprünge“ zu helfen, ist etwas ganz Normales.

 

Beigetragen haben dazu eben auch die Medienberichte über unzählige Prominente, die diesen Weg für sich und ihre Familien gewählt haben. Bilder von glücklichen Babys und strahlenden Eltern tun ihr Übriges.


Doch mittlerweile werden auch die Stimmen, die Leihmutterschaft heftig kritisieren und sogar ein Verbot fordern, lauter – unter ihnen drei internationale Initiativen „ Collectif pour le Respect de la Personne (CoRP)“, „Stop Surrogacy Now“ und „No Maternitiy Traffic“ und die österreichische Organisation aktion leben.

 

„Leihmutterschaft ist eine extreme Form der Ausbeutung. Sie missachtet die Rechte der Frauen und auch die der Kinder. Und auch für die ,Wunscheltern‘, die Auftraggeber, ist eine Leihmutterschaft nicht immer nur eine positive Erfahrung“,  sagt Martina Kronthaler, Generalsekretärin der aktion leben österreich.

Ausgeborgt? Verkauft?

Unter einer Leihmutter versteht man eine Frau, die sich bereit erklärt, das Kind eines anderen Paares oder auch eines einzelnen Auftraggebers auszutragen.

 

Die Eizelle kann dabei von der Auftraggeberin direkt kommen, kann aber auch von der Leihmutter oder aus einer Eizellspende stammen. Beim Sperma, mit dem die Eizelle befruchtet wird, handelt es sich entweder um das des Auftraggebers oder eines Samenspenders.

 

Die Eizelle wird in vitro befruchtet und in die Gebärmutter der Frau eingebracht.

 

Leihmutterschaft ist in vielen Ländern, darunter auch Österreich verboten. In der Ukraine, Russland, in Indien und den USA ist sie hingegen erlaubt, was einer gewissen Art des „Fortpflanzungstourismus“ Tür und Tor geöffnet hat.

 

Seit langem kämpft – unter anderem – die aktion leben österreich für ein in der Verfassung verankertes Verbot der Leihmutterschaft in Österreich. Vor kurzem erst ging die Informationsseite www.leihmutterschaft.at online.

 

„Unsere Informationsseite ist ein Korrektiv zur Werbung, die hilfesuchenden Paaren überall begegnet. Sie legt sachlich dar, warum Leihmutterschaft weder aus Frauensicht noch aus Kinderperspektive akzeptabel ist und was daran wirklich gefährlich ist“, sagt Martina Kronthaler.


Viele unabsehbare Risiken

Vor allem die körperlichen und psychischen Belastungen für die Leihmütter seien nämlich so hoch, dass man eigentlich allein deshalb davor zurückschrecken müsste: „Meist braucht es mehrere Versuche, bis sich eine befruchtete Eizelle überhaupt einnistet. Dann ist da noch das Risiko einer Fehlgeburt, einer Frühgeburt, eines Kaiserschnitts.“

 

Dazu kommt die seelische Belastung für die Leihmutter, das Kind, das sie ausgetragen hat, wieder hergeben zu müssen. Außerdem der Druck, das Kind wie eine bestellte Ware in „einwandfreiem Zustand“, also gesund, „liefern“ zu müssen.


Was passieren kann, wenn der „Zustand“ nicht ganz so „einwandfrei“ ist, zeigte der Fall des kleinen Gammy 2014: Ein australisches Paar hatte Zwillinge von einer thailändischen Leihmutter austragen lassen. Eines der Babys wurde mit dem Down-Syndrom geboren, weshalb die australischen Eltern beschlossen, nur das gesunde Kind mit nach Hause zu nehmen.

 

Gammy hatte Glück im Unglück: Er fand bei der Leihmutter ein Zuhause, die es nicht übers Herz brachte, ihr krankes Kind im Stich zu lassen. Aber was wäre mit Gammy passiert, hätte seine Leihmutter nicht so gedacht?


„Ich denke nicht, dass eine junge Frau abschätzen kann, was sie da alles auf sich nimmt. Und ich denke noch weniger, dass die jungen Frauen durch die Agenturen, in deren Diensten sie stehen, auf das alles vorbereitet oder begleitet werden.“



Angebot und Nachfrage

Oft gebracht werde ja das Argument von der „altruistischen“ Leihmutter, die kinderlosen Paaren ja nur „helfen“ wolle. „Haarsträubend,“ sagt Martina Kronthaler dazu: „Wer so etwas behauptet, verschließt die Augen vor der Wirklichkeit: Leihmutterschaft hat sich mittlerweile zu einem Markt entwickelt, der sich nach Angebot und Nachfrage orientiert und dort floriert, wo es Frauen schlecht geht – in Indien etwa oder in der Ukraine.“ Allein in Indien gäbe es bereits 3.000 Kliniken, die sich allein auf ausländische Paare spezialisiert haben.


Die Großverdiener in diesem „Business“ sind allerdings die Agenturen, die die Frauen vermitteln. Die Frauen selbst sehen vom „großen Geld“ nichts. „Und selbst wenn – Leihmutterschaft wäre immer noch in hohem Maße bedenklich“, betont Martina Kronthaler.  Denn „gute Bedingungen“ für eine Leihmutterschaft gibt es nicht, so Kronthaler. Die Leihmütter sind immer die Verlierer. Ob sie dabei Geld erhalten oder nicht, mache dabei kaum noch einen Unterschied.



Vorgeburtliche Bindung „unerwünscht“

Aber nicht nur die Leihmütter – auch die Kinder gehören bei der Leihmutterschaft zu den Verlierern, ist Martina Kronthaler überzeugt. „Normalerweise baut sich ja in einer Schwangerschaft eine tiefe Bindung zwischen der Mutter und dem Kind auf.“

 

Die  Leihmütter würden hingegen angehalten, den Aufbau einer Bindung zu dem ungeborenen Kind bewusst und „so gut es geht“ zu unterdrücken.

 

„Die Kinder werden damit um die erste, grundlegende Bindungserfahrung in ihrem Leben gebracht“, sagt Martina Kronthaler: „Dabei weiß man aus der Forschung, wie wichtig diese erste Bindung für das restliche Leben – für die körperliche wie seelische Entwicklung – ist.“


Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass diese Kinder unter Umständen in wirklich schwierige Familienkonstellationen hineingeboren werden. „Diese Kinder haben eine biologische Mutter, die die Eizelle gespendet hat. Sie haben eine Mutter, die sie ausgetragen hat. Und sie haben eine Mutter, die sie großzieht. Manchmal ist dann auch noch der biologische und der soziale Vater nicht ein und dieselbe Person“, sagt Martina Kronthaler: „Das ist nicht für jedes Kind gut verkraftbar.“



Weltweit verbieten

An die Politik appelliert die aktion leben deshalb, Leihmutterschaft gänzlich zu verbieten statt sie „nur“ juristisch zu regulieren. „Wünschenswert wäre ein internationales Verbot. Aber auch ein europaweites Verbot wäre schon ein großer Schritt“, sagt Martina Kronthaler: „Es wäre ein Signal dafür, dass Leihmutterschaft in Europa nicht gewünscht ist.“                                                         


erstellt von: Der SONNTAG / Andrea Harringer
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Weitere Informationen

 
Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin der aktion leben österreich

 

aktion leben österreich
A-1150 Wien, Diefenbachgasse 5/5
T: +43.1.512 52 21 | F: +43.1.512 52 21-25 |
E: info@aktionleben.at

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Eine verschärfte Situation

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In über 70 Ländern weltweit finden die 40 Tage für das Leben von 24. September bis zum 2. November 2025 statt.

Administrator der Wiener Erzdiözese, Josef Grünwidl bei der Schienenwallfahrt

Klimaschutz im Fokus der Schienenwallfahrt: Kirche und Wissenschaft im Gespräch

Der Administrator der Wiener Erzdiözese, Josef Grünwidl ruft in einer Dialogpredigt mit Wettermoderator Wadsak auf, sich unverzagt für Klimaschutz einzusetzen.

Kirchen betonen gemeinsame Verantwortung für die Schöpfung

Kirchen betonen gemeinsame Verantwortung für die Schöpfung

Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen gemeinsam mit den Umweltbeauftragten der Katholischen und Evangelischen Kirche Österreichs sowie den "Religions for Future" in der Wiener Jesuitenkirche.

Hermann Glettler

Bischof Glettler: "An der Seite des Lebens stehen bis zuletzt!"

"Vor allem am Lebensende und bei schwerwiegenden Erkrankungen zeigt sich der Wert menschlicher Verbundenheit", so der Innsbrucker Bischof in einer Stellungnahme.

Kardinal Turkson eröffnet Klima-Gipfel mit Aufruf zu Solidarität

Kardinal Turkson eröffnet Klima-Gipfel mit Aufruf zu Solidarität

Hochrangige Veranstaltung am 28./29. August in der Akademie der Wissenschaften über regionale und lokale Strategien zum Umgang mit der Klimakrise. Turkson: Wien hat auch in Klimafragen wichtige Brückenfunktion zwischen Ost und West.

Hand und Wiese

2025: Die Orden starten in die Schöpfungszeit

Breite Vielfalt an Angeboten im Raum Wien in der Zeit bis 4. Oktober helfen dabei, "ganzheitliche Ökologie als spirituelle, soziale und konkrete Lebensaufgabe ernst zu nehmen".

Umweltverschmutzung

Päpstliche Akademien richten internationalen Klima-Gipfel in Wien aus

Hochrangige Veranstaltung am 28./29. August in der Akademie der Wissenschaften. Auch Kardinal Schönborn und Kardinal Turkson unter den Teilnehmenden.

Schmetterling sitzt auf einer Hand.

Texte für neue Messe "Für die Bewahrung der Schöpfung" nun auch auf Deutsch

Im Auftrag von Papst Leo XIV. Anfang Juli veröffentlichtes Messformular "Für die Bewahrung der Schöpfung" verdeutlicht Zusammenhang zwischen christlichem Glauben und Bekenntnis zur Schöpfung.

Diskussionsrunde

Neues Dialogformat zu Klimaschutz erstmals in Maria Enzersdorf

Am 2. September 2025 starten in St. Gabriel, Maria Enzersdorf die KlimaGespräche in Österreich. Das neue Format wird von der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien gemeinsam mit der Klima-Kollekte organisiert. 

Öko-Fair-Sozialer Spaziergang

Mit offenen Augen durch die Stadt: Öko-Fair-Sozialer Spaziergang inspiriert zum Umdenken

Im Rahmen des Heiligen Jahres 2025 lud Welthaus Wien zu einem besonderen Stadtspaziergang durch den ersten Bezirk. Unter dem Motto „Pilger:innen der Hoffnung“ setzten sich Teilnehmende aus Wien und Niederösterreich mit Fragen rund um Umwelt, Gerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe auseinander.

Piles of the different garbage on a ground

Papst ruft zu Umweltgerechtigkeit auf: "Welt im Verfall"

Botschaft von Leo XIV. zum Gebetstag für die Bewahrung der Schöpfung veröffentlicht. Papst: "Die Schwächsten leiden als Erste unter den verheerenden Auswirkungen des Klimawandels, der Entwaldung und der Umweltverschmutzung".

10 Jahre Laudato Si

10 Jahre Laudato Si: Hoffnung, Kritik und neue Wege

Zehn Jahre nach der Veröffentlichung von Laudato Si ziehen Umweltaktivist:innen und kirchliche Initiativen Bilanz: Viel wurde bewegt, doch der große Wandel bleibt aus. Zwischen Hoffnung, Kritik und konkretem Engagement zeigt sich, wie aktuell die Botschaft der Enzyklika geblieben ist – und wie dringend ein Umdenken weiterhin ist.

7-Kirchen Jubiläums Radwallfahrt

7-Kirchen Jubiläums Radwallfahrt: „Christsein ist kein Standpunkt, sondern ein Unterwegssein“

Im Pfarrverband Fischatal Nord wurde der 7-Kirchen Radweg mit Park & Pray Plätzen eröffnet. Menschen aller Generationen radelten, beteten und waren gemeinsam unterwegs.

Kirchlicher Umweltpreis für Mobilität und Biodiversität 2025

Kirchlicher Umweltpreis für Mobilität und Biodiversität 2025

Eingereicht werden können Projekte und Projektideen in Kategorien "Mobilität" und "Biodiversität" bis 4. Oktober.

Pfarrkirche Enzersdorf

7-Kirchen Jubiläums Radwallfahrt am 17. Mai

Eröffnung der 7-Kirchen Rad-Rundfahrt mit »bike & pray« Plätzen im Pfarrverband Fischatal Nord.

Klimaschutz in Aktion: Hinterbrühl startet Projekte

Klimaschutz in Aktion: Hinterbrühl startet Projekte

Am 5. April 2025, fand im Pfarrsaal der Pfarre Hinterbrühl eine FairWandeln-Klimakonferenz mit etwa 40 Teilnehmern statt, darunter viele Firmlinge.

FairWandeln-Vernetzungstreffen - Haltung zeigen!

FairWandeln-Vernetzungstreffen - Haltung zeigen!

Beim FairWandeln-Vernetzungstreffen in Aspern tauschten sich sehr engagierte Menschen zum Thema „Haltung zeigen – Zivilgesellschaftliches Engagement üben“ aus und stellten unterschiedliche Initiativen vor.

Children holding 3D planet in hands against green spring background. Earth day holiday concept. Elements of this image furnished by NASA

9. April: Online Vernetzungstreffen - Ideen mit Zukunft

Neben einem Input von Weihbischof Bischofsvikar Stephan Turnovszky erwarten Sie 4 spannenden Kurzvorträge mit der Möglichkeit sich nachher in ein Thema zu vertiefen. Anmeldung erforderlich!

Breitenfeld hat gedämmt – ein Rückblick

Breitenfeld hat gedämmt – ein Rückblick

Im Laufe des Jahres 2022 stiegen aufgrund der internationalen Ereignisse die Preise für Strom und Gas massiv an. Umgehend wurde von der Pfarre Breitenfeld die „Arbeitsgruppe Energiesparen“ gegründet und eine Reihe an Maßnahmen vorgeschlagen und umgesetzt.

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