Drei Theologinnen aus Judentum, Christentum und Islam erklären und diskutieren "Herzstücke des Glaubens" aus ihrer jeweiligen Perspektive.
Von bedrückender Aktualität ist eine Dialog-Veranstaltung, die in diesen Tagen an der Wiener "Akademie am Dom" stattfindet: Am 18. Oktober werden die katholische Theologin Michaela Quast-Neulinger, die Rabbinerin Irit Shillor und die islamische Theologin Hamideh Mohagheghi unter dem Titel "Herzstücke des Glaubens" miteinander ins Gespräch kommen über das, "was in Judentum, Christentum und Islam wirklich zählt".
Zudem soll gefragt werden, wie ein "Dialog über bestehende Unterschiede hinweg gelingen kann" - auch in "religionspolitisch aufgeheizten Zeiten", heißt es in einer Aussendung der "Theologischen Kurse" am Freitag. Beginn der Veranstaltung ist 18 Uhr (Theologische Kurse, Stephansplatz 3, Wien), eine Teilnahme ist auch online möglich.
Ebenfalls aktuell gestaltet sich ein Intensiv-Kurs der Theologischen Kurse am 10./11. November zum Thema Antisemitismus. In sechs thematischen Einheiten wird nach Wurzeln des Antisemitismus in der Antike, nach antijüdischen Motiven und Stereotypen im Mittelalter, nach judenfeindlichen Bibelauslegungen bis hin zu Antisemitismus in den sozialen Medien und Strategien des Umgangs mit Antisemitismus heute gefragt. Referenten sind die Judaistin und Leiterin des Instituts für Jüdische Geschichte Österreichs (St. Pölten), Martha Keil, der Wiener Theologe Oliver Achilles und der Berliner Kommunikationswissenschaftler Markus Weiß.
Dazu passen auch zwei weitere Spezialkurse am 24./25. November in Wien und am 15./16. März in Graz: Bei den Kursen "Biblische Missverständnisse" gehen die Referentinnen und Referenten - darunter der emeritierte Innsbrucker Alttestamentler Georg Fischer, die Leiterin des Österreichischen Katholischen Bibelwerkes, Elisabeth Birnbaum, sowie die Grazer Alttestamentlerin Katharina Pyschny - verbreiteten Fehldeutungen biblischer Texte, fragwürdigen Übersetzungen und prekären Deutungstradtionen nach. Gegenstände sind etwa die Rolle der Frauen in der Bibel, das Thema Bibel und Sexualität und die Rede von Gott als eifersüchtiger und rächender Gott.
Die Veranstaltungen stehen im Kontext des heurigen Wintersemester-Programms "Was wirklich zählt" der Wiener "Akademie am Dom". Weitere Höhepunkte des Programms sind u.a. ein Gesprächsabend mit der ORF-Moderatorin Barbara Stöckl (6. Dezember), sowie Veranstaltungen mit der bekannten Dresdner Theologin Julia Enxing ("Und Gott sah, dass es schlecht war ...", 11. Dezember) und ein Podiumsgespräch mit dem Publizisten Paul Lendvai ("Nationalismus - Gefahr für Freiheit und Demokratie", 8. November).
Die "Akademie am Dom" ist eine Erwachsenenbildungseinrichtung der Erzdiözese Wien und den "Theologischen Kursen" zugeordnet. Ihr Ziel ist es, Lebens- und Glaubensfragen im Kontext von Theologie, Kirche, Religion, Wissenschaft, Politik und Kultur zu diskutieren und dabei aktuell, wissenschaftlich und verständlich ein breites Publikum anzusprechen.
Infos: www.akademie-am-dom.at