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28.10.2014

Grenzüberschreitendes Kirchen-Nein zu Beihilfe zur Selbsttötung

In Österreich ist Suizidbeihilfe nicht erlaubt, von manchen wird allerdings eine Aufweichung dieses Verbotes propagiert. Zudem wird in Österreich derzeit über eine Verankerung des "Grundrechtes auf ein Sterben in Würde" und des Verbots der aktiven Sterbehilfe in der Verfassung beraten - wofür u.a. die österreichischen Bischöfe eintreten.

Gemeinsame Stellungnahme des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ) und der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV) zur Sterbehilfediskussion in ihren Ländern.

Der Schutz der Würde und des Lebensrechtes schwerstkranker und sterbender Menschen erfordert ein "klares Nein zu assistiertem Suizid als einer Form der 'Sterbehilfe'": Das betonen die großen Katholikenorganisationen in Deutschland und Österreich in einer am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme zur Sterbehilfediskussion in ihren Ländern. Im Anschluss an eine Tagung in Salzburg fordern die Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände

(AKV) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) zugleich "den Ausbau und die strukturelle Absicherung einer flächendeckenden, für alle zugänglichen Hospiz- und Palliativbetreuung".

 

Aktive Sterbehilfe ist verboten

In beiden Ländern ist Tötung auf Verlangen ("aktive Sterbehilfe") verboten. In Österreich ist Suizidbeihilfe nicht erlaubt, von manchen wird allerdings eine Aufweichung dieses Verbotes propagiert. Zudem wird in Österreich derzeit über eine Verankerung des "Grundrechtes auf ein Sterben in Würde" und des Verbots der aktiven Sterbehilfe in der Verfassung beraten - wofür u.a. die österreichischen Bischöfe eintreten.

Die dazu eingesetzte Parlamentarische Enquete-Kommission wird am 7. November ihre erste öffentliche Anhörung abhalten. In Deutschland ist Beihilfe zur Selbsttötung nicht geregelt bzw. nur Ärzten in ihrem Standesrecht weitgehend verboten, ein gesetzliches Verbot wird derzeit intensiv debattiert. Der deutsche Bundestag wird sich am 13. November in einer Plenumsdiskussion mit dazu vorliegenden Gesetzesentwürfen der Parteien befassen.

 

"Würde und Lebensrecht gefährdet"

Befürworter der Beihilfe zur Selbsttötung berufen sich auf das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen. Dieses sei "selbstverständlich in Übereinstimmung mit dem christlichen Menschenbild hoch zu achten", heißt es in der Stellungnahme von KAÖ, AKV und ZdK. Die drei Laienorganisationen betrachten es allerdings als ein "verkürztes Verständnis von Selbstbestimmung", wenn deren Inbegriff die Freiheit zur Selbsttötung wäre. Würde Beihilfe zur Selbsttötung zur gesellschaftlich akzeptierte Normalität, wäre das Lebensrecht hilfs- und pflegebedürftiger Menschen in der Endphase ihres Lebens infrage gestellt, so die Warnung. Betroffene kämen unter Rechtfertigungsdruck, warum sie diese Möglichkeit nicht in Anspruch nehmen. "Ihre Würde und ihr Lebensrecht werden so missachtet und gefährdet", geben KAÖ, AKV und ZdK zu bedenken.

 

Damit gefährde die Erlaubnis der Suizidbeihilfe genau jene freie Willensäußerung schwerstkranker und sterbender Personen, die sie zu schützen vorgibt. Auch Menschen, die in gesunden Tagen die Absicht äußerten, unter bestimmten Umständen eine Beihilfe zum Suizid in Anspruch zu nehmen, "können kurz vor dem Tod zu einer anderen Überzeugung gelangen".

 

Eine Zulassung oder Duldung jeder organisierten Beihilfe zur Selbsttötung hätte nach Überzeugung der Katholiken-Organisationen auch fatale Auswirkungen auf das Arzt-Patienten-Verhältnis: "Das Vertrauen, dass Ärzte dem Leben verpflichtet sind und nicht dem Töten oder der Beihilfe zum Selbsttötung, wäre untergraben."

 

Einsamkeit, Hilflosigkeit und Verzweiflung

KAÖ, AKV und ZdK berufen sich auch auf die Suizidforschung, wonach gerade bei älteren Menschen Einsamkeit, Hilflosigkeit, Verzweiflung oder Verlusterfahrungen eine große Rolle für den Todeswunsch spielten. Hier stelle sich auch die Frage nach dem Menschenbild: "Angewiesen zu sein auf andere, auf Hilfe und Fürsorge von Mitmenschen, sind keine 'menschenunwürdigen' Zustände, sondern gehören zur Grundverfassung des Menschen." In Situationen der Ohnmacht sei eine Entscheidung zur Selbsttötung nicht Ergebnis nüchterner, emotionsloser Bilanzierung der Vor- und Nachteile eines Weiterlebens oder eines Todes. "Einfache Appelle" wie "Mein Tod gehört mir" oder "Selbstbestimmung bis zuletzt" würden dies ausblenden.

 

Statt Tötung auf Verlangen oder Beihilfe zur Tötung zu legalisieren, soll laut KAÖ, AKV und ZdK vielmehr das Pflege-, Palliativ- und Hospizwesen entsprechend ausgebaut werden. Dazu gehöre auch Qualifizierung von Ärzten, Pflegern, ehrenamtlichen Helfern, Seelsorgern und Angehörigen. Anliegen müsse sein, "den Patienten in der Lebensphase, in der Heilung nicht mehr möglich ist, zur bestmöglichen Lebensqualität zu verhelfen". Dazu gehöre auch, Behandlungen zu unterlassen, die statt Heilung zu bewirken "nur das Sterben verlängern". Der Fokus müsse hier auf Schmerzlinderung bzw.

-vermeidung (Palliativpflege) liegen.

 

Familiensynode und Rolle der Laien

Unter der Federführung von KAÖ-Präsidentin Gerda Schaffelhofer und ZdK-Präsident Alois Glück diskutierten Mitarbeiter beider Laienorganisationen in Eugendorf bei Salzburg aktuelle Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft. Für die AKV nahm deren Präsident Helmut Kukacka teil. Schwerpunktthemen waren die sich verändernde Rolle der Laien in der Kirche, eine Zwischenbilanz zur Familiensynode im Vatikan, der Dialogprozess der katholischen Kirche in Deutschland und das Zukunftsforum der katholischen Kirche in Österreich. Referenten waren der Moraltheologe Günter Virt, der Wiener Intensivmediziner Andreas Valentin und der Innsbrucker Theologe Roman Siebenrock. Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner empfing die Teilnehmer des Treffens zu einem Gespräch. Glück und Schaffelhofer vereinbarten, diese Form der Zusammenarbeit fortzusetzen.

erstellt von: KAP
28.10.2014
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INFORMATION UND KONTAKT:

Katholische Aktion Österreich
Spiegelgasse 3/2/6

1010 Wien

Telefon: 01 51552-3660
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Web: www.kaoe.at

 

AKV (Arbeitsgemeinschaft Kathol.Verbände Österreichs)


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E-Mail: office@akv.or.at
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Experten-Vorschläge für Umgang mit Abschied, Trauer und Krankheit.

Fachtagung: Demenz. Spiritualität. Trauer.

Nationale und internationale Experten berichten über ihre jüngsten Forschungs- und Praxiserkenntnisse.

Der Mann an der Seite der Toten

Martin Prein unterstützt Menschen Erlebnisse mit dem Tod aufzuarbeiten, Berührungsängste abzubauen und den Tod als solches zu verstehen.

Das Totengedenken gehört zum Leben

Die Begräbnisarten sind so vielfältig wie das Leben selbst.

"Stille Geburt" - Wenn eine Ankunft zum Abschied wird

Im St. Josef-Krankenhaus in Wien steht Eltern, die eine „Stille Geburt“, eine Fehl- oder Totgeburt erleben mussten, ein speziell geschultes Team zur Seite.

In der größten Trauer begleitet und getröstet

Die Kontaktstelle Trauer bietet Hilfe, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist.

Trauer-Raum der "Gesprächsinsel " im Schottenstift

Zum dritten Mal öffnet die Gesprächsinsel vom 26. Oktober bis zum 3. November wieder den Trauer-Raum im Wiener Schottenstift.

Klosterwald

Klosterwald: Klöster bieten Naturbestattungen

Projekt "Klosterwald" ermöglicht Urnenbestattungen im Wald eines Klosters oder Stiftes.

Schon seit langem „umgedacht“

Bereits die Diözesansynode vor 50 Jahren empfiehlt die „Lebensmüden“ der besonderen kirchlichen Fürsorge an.

Kirchliche Gedenkfeier zum Welttag der Suizidprävention

222 Kerzen wurden in der Ruprechtskirche im Gedenken an die 2018 in Wien durch Suizid verstorbenen Menschen entzündet.

Wien: Gedenkfeier für Suizid-Verstorbene am 10. September

Leiterin der Telefonseelsorge, Matejka, zum "Welttag der Suizidprävention": Suizide können verhindert werden

Eine Kerze und Blumen vor dunklem Hintergrund.

Bibelsprüche für Trauer, Todesfall und Begräbnis

Wir haben für Sie einige besonders schöne Stellen aus der Bibel gesammelt, die bei Trauer, Todesfall und Begräbnis passend sein können.

Bischöfe geben Richtlinien zu Feuer- und Naturbestattung heraus

Regelung räumt Gläubigen Recht ein, "über Feuerbestattung selber zu entscheiden", sofern Gründe "nicht dem christlichen Glauben widersprechen".

Seele, Tod und Jenseits

Interview mit dem Wiener Kulturanthropologe Karl Wernhart.

Fragen und Antworten rund um Allerheiligen und Allerseelen

Fest der unbekannten Heiligen und Gebetstag für die Verstorbenen.

Umweltbeauftragte: Friedhöfe sind "ökologische Problemfälle"

Expertin Opis-Pieber appelliert an Friedhofsnutzer, Gräber möglichst naturnah, pestizidfrei und müllarm zu pflegen.

"Trauer - Raum" in der romanischen Kapelle des Schottenstifts

Zum zweiten Mal öffnet rund um Allerheiligen und Allerseelen der "Trauer - Raum" im Schottenstift seine Tore. 

Rituale schenken Freiheit

Allerheiligen und Allerseelen - über die heilsame Wirkung von Ritualen.

Kirche lädt zum Gebet für Opfer des Brückeneinsturzes in Genua

Viele Tote nach Einsturz des hundert Meter langen Fahrbahnabschnitts einer vierspurigen Stadtautobahnbrücke

Eine Tonne Ziegelsteine wurde zu einer Klagemauer aufgeschichtet.

Trauer-Raum: Eine Tonne Ziegel für die Erinnerung

Die romanische Kapelle im Schottenstift wurde für 300 Menschen zehn Tage lang zum Trauer-Raum. Wie, schildert Brigitte Vater-Sieberer.

Jugendliche trauern anders

Jugendliche trauern anders

Wenn sich der Tod ins Leben eines Jugendlichen schleicht bleibt kein Stein auf dem anderen.

Die Allerheiligen-Ausgabe der TV-Reihe ist Schriftstellerin Saskia Jungnikl gewidmet

ORF-"FeierAbend" über die Überwindung der Angst vorm Tod

Die Allerheiligen-Ausgabe der TV-Reihe ist Schriftstellerin Saskia Jungnikl gewidmet, die privat und beruflich vielfach mit Tod in Berührung kam. Allerseelen-"FeierAbend" über Sterbebegleiterin in Tirol.

Von Kerzen und Gesten der Trauer

Der Friedhofsbesuch zu Allerheiligen/Allerseelen hilft das Gedenken aufrecht zu erhalten

Wenn wir am Grab stehen...

Warum Trauer zu Allerheiligen und Allerseelen gehört. Kann uns der Glaube helfen?

Fast gesamte politische Spitze Österreichs und darüber hinaus erwies verstorbenem früheren Außenminister die letzte Ehre

Requiem für Alois Mock: Kirche und Politik sagen Dank

Fast gesamte politische Spitze Österreichs und darüber hinaus erwies verstorbenem früheren Außenminister die letzte Ehre

Trauerfeier für Alois Mock im Stephansdom

Weihbischof Krätzl leitet Requiem für den früheren Außenminister und ÖVP-Chef am Dienstag, 13. Juni.

Leopoldine Gail, Ladendorf; Brigitte Weinschenk, Ernstbrunn; Silvia Riegler, Unterolberndorf; Evelin Gössinger, Pillichsdorf; Renate Wachter, Eichenbrunn; Emilie Hoffmann, Gerasdorf bei Wien; Evelyn Muth, Stockerau; Judith Deutsch, Walterskirchen; Ur

15 neue Hospizmitarbeiterinnen im Weinviertel

Das Bildungshaus Schloss Großrußbach hat den 16. Lehrgang „Einführung in die Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung“ erfolgreich abgeschlossen.

Elisabeth Waldheim war "großartige Repräsentantin Österreichs"

Kardinal Schönborn leitete Requiem für verstorbene Gattin des früheren österreichischen Bundespräsidenten.

Kardinal Schönborn leitet Requiem für Elisabeth Waldheim

Beisetzungsfeierlichkeiten am 9. März auf dem Wiener Zentralfriedhof.

Früherer Südtiroler Bischof Golser in Heiliger Nacht verstorben

73-jähriger emeritierter Bischof von Bozen-Brixen litt an Parkinson-Erkrankung.

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