Um die am 11. November 308 stattgefundene Kaiser-Konferenz in Carnuntum und die dabei thematisierte Religionsfreiheit ins allgemeine Bewusstsein zu rücken, wird es künftig einen jährlichen "Carnuntum-Tag" geben.
Um die am 11. November 308 stattgefundene Kaiser-Konferenz in Carnuntum und die dabei thematisierte Religionsfreiheit ins allgemeine Bewusstsein zu rücken, wird es künftig einen jährlichen "Carnuntum-Tag" geben.
"Art Carnuntum"-Intendant Bordin kündigt Neuaufführungen an.
Um die am 11. November 308 stattgefundene Kaiser-Konferenz in Carnuntum und die dabei thematisierte Religionsfreiheit ins allgemeine Bewusstsein zu rücken, wird es künftig einen jährlichen "Carnuntum-Tag" geben: Das hat Piero Bordin, der Gründer und Intendant der "Art Carnuntum", am Samstag, 12. November 2016 angekündigt.
Ein Symposium an diesem Tag im Jahr 2017 sei derzeit in Planung, anlässlich des nahenden 70-Jahr-Jubiläums der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auch das Stück "The Summit" (Der Gipfel) erneut im römischen Amphitheater von Petronell-Carnuntum aufgeführt, so der Künstler gegenüber "Kathpress". Er feile zudem derzeit an einem neuen Konzept für das internationale Kulturprojekt "Die Kaiser von Carnuntum veränderten die Welt".
Erstmals sei nach Überzeugung Bordins bei dem Carnuntum-Treffen 308 die Religionsfreiheit in den Mittelpunkt der politischen Diskussion gerückt. Bei der Kaiserkonferenz, wurden als Herrscher im Osten Galerius als Augustus und Maximinus als Caesar bestimmt, im Westen Licinius als Augustus und Konstantin als Caesar. Mit der Tetrarchie habe jene politische Neustrukturierung Roms begonnen, die den Weg zur Proklamierung der Religionsfreiheit durch Galerius im Jahr 311 in Nikomedia und später durch die Mailänder Vereinbarung von Konstantin und Liciniuis im Jahr 313 eröffnete. "Ebenso zeigen auch die aktuellen Ereignisse in den USA, dass es von entscheidender Bedeutung ist, wer die politische Führungsrolle innehat", so Bordin.
Die Vorgänge zwischen Carnuntum und Mailand seien von brennender Aktualität auch angesichts der heutigen Verfolgungen von Christen und Anhängern anderer Religionen aufgrund ihres Glaubens, betonte der Intendant. Von Carnuntum aus sei nach ähnlichen Entwicklungen "ein Programm des Respekts vor religiösen Überzeugungen ausgegangen". Für viele Jahrzehnte habe sich damals ein Fenster der Religionsfreiheit geöffnet, und auch wenn dieses später wieder geschlossen worden sei, dürfte der Impuls der Freiheit und des Respekts dennoch nicht erloschen sein.
Bordins Theaterstück zeichnet dieses Geschehen nach, wobei bei der diesjährigen Uraufführung am 27. August Gerald Gross die zentrale Rolle spielte. Im Zuge der 2008 gestarteten Kulturinitiative "Die Kaiser von Carnuntum veränderten die Welt" wurden darüber hinaus Kontakte und freundschaftliche Verbindungen über nationale und konfessionelle Grenzen hinweg geknüpft, so Bordins Zwischenresümee: Österreicher, Serben, Türken, Katholische, evangelische und orthodoxe Christen sowie Muslime seien einander nähergekommen. Mit einer Neukonzeption soll die Aktion nun fortgesetzt werden.
Welche Bedeutung für das Christentum das Geschehen vom 11. November 308 hatte, ist in Bad Deutsch-Altenburg am 19. und 20. November zum letzten Mal im "Museum Carnuntinum" zu erleben: Die seit vier Jahren laufende Ausstellung "A.D. 313 - von Carnuntum zum Christentum" zeichnet die Ausbreitung des Christentums im Imperium Romanum nach der Kaiserkonferenz von 308 sowie der Mailänder Vereinbarung 313 nach. Nachfolgeschau ist in der Saison 2017 "Der Adler Roms - Carnuntum und die Armee der Caesaren" über das römische Militär.
Weiter im Laufen ist indes Carnuntums Einreichung für die Aufnahme ins UNESCO-Welterbe, gemeinsam mit Bayern im Kontext Donau-Limes. Die ursprünglich für Februar 2017 geplante Antragstellung durch die Republik Österreich muss aufgrund noch nötiger zusätzlicher Gutachten aufgeschoben werden, informierte das Bundeskanzleramt diese Woche. Nötig sind demnach noch ergänzende Ausführungen über die römische Grenze aus der Slowakei und Ungarn. Die Ausgrabungen in Carnuntum, die bereits Träger des Europäischen Kulturerbesiegels sind, zählen zu den besterhaltensten römischen Fundplätzen nördlich der Alpen.
Art Carnuntum:
www.artcarnuntum.at