Die Initiative zum Bau des Wiener Heimsuchungs-Klosters ging von Kaiserin Wilhelmine Amalia, der Witwe Kaiser Josephs I., aus.
Die Initiative zum Bau des Wiener Heimsuchungs-Klosters ging von Kaiserin Wilhelmine Amalia, der Witwe Kaiser Josephs I., aus.
Präsentation des neuen Buches "Das Kloster der Kaiserin.
Mit einem Dankgottesdienst am Sonntag, 11. Juni 2017, um 9 Uhr, dem Kardinal Christoph Schönborn vorstehen wird, gehen die Feierlichkeiten zum 300-jährigen Bestehen des Salesianerinnenklosters in Wien weiter. Die Grundsteinlegung des Klosters im dritten Wiener Gemeindebezirk erfolgte am 13. Mai 1717, genau am Tag der Geburt von Kaiserin Maria Theresia (1717-1780), die den Konvent später als ihre "Zwillingsschwester" bezeichnete und ihm zeitlebens sehr verbunden war. Das Kloster am Rennweg ist das älteste bestehende Frauenkloster Wiens.
Im Anschluss an den Gottesdienst findet in den Räumlichkeiten der Musikuniversität Wien im Kloster ein Festakt statt, in dem das 200-jährige Bestehen der Musikuniversität gefeiert wird. Die Verbindung zwischen Kloster und Musikuniversität besteht darin, dass seit 1988 ein großer Teil der Räume des Klosters an die Musikuniversität vermietet ist. Im Rahmen des Festakts wird auch das neue Buch "Das Kloster der Kaiserin - 300 Jahre Salesianerinnen in Wien" präsentiert.
Eröffnet wurden die Feierlichkeiten zum 300-Jahr-Jubiläum bereits am 13./14. Mai, u.a. mit einem Dankgottesdient, dem der Heiligenkreuzer Altabt Gregor Henckel-Donnersmarck vorstand. An diesem Wochenende war es für die zahlreichen Besucher auch möglich, den Konvent zu besichtigen, was absolut unüblich ist. Die Schwestern hatten erstmals seit 50 Jahren ihre Türen für Besucher von auswärts geöffnet. Die 15 im Wiener Kloster lebenden Schwestern führen ein kontemplatives Leben und verlassen nur in bestimmten Ausnahmen - etwa für einen Krankenhausbesuch bei einer Mitschwester - ihren Konvent.
Weitere Höhepunkte im Jubiläumsjahr sind am 2. Juli ein Hochamt zum Fest der Heimsuchung Mariens, im August das Fest der Hl. Johanna Franziska, der Mitbegründerin des Ordens und Freundin des Hl. Franz von Sales, sowie im November das Fest der sieben bereits seliggesprochenen Märtyrerinnen des Heimsuchungsklosters von Madrid.
Die Initiative zum Bau des Wiener Heimsuchungs-Klosters ging von Kaiserin Wilhelmine Amalia, der Witwe Kaiser Josephs I., aus. Sie wollte nach dem Tod ihres Mannes ihren Lebensabend in einem Kloster verbringen, fand dafür in Wien aber keine passende Gemeinschaft. So reifte der Plan, selbst ein Kloster zu stiften, das auch eine Bildungsstätte für junge Mädchen sein sollte. Die Kaiserin lebte vom Jahr 1722 bis zu ihrem Tod 1742 im Kloster, dessen 1721 errichtetes Mädchenpensionat bis 1927 bestand.
Seit 1988 ist ein großer Teil der Räume des Klosters an die Musikuniversität Wien vermietet. 2007 stand das Kloster kurz im grellen Licht der Öffentlichkeit, als Papst Benedikt XVI. (2005-2013) zum Auftakt seines damaligen Wien-Aufenthalts auf dem Weg vom Flughafen in die Innenstadt kurz bei den Salesianerinnen Station machte und dort in das "Papamobil" umstieg.
Der Orden der Salesianerinnen - ihr Gründungsname ist der "Orden von der Heimsuchung Mariens" - wurde am 13. August 1610 von Johanna Franziska von Chantal und Franz von Sales in Frankreich gegründet. Ursprünglich wirkten die Mitglieder karitativ, kümmerten sich vor allem um junge Mädchen aus dem verarmten Adel oder gehobenem Bürgertum und errichteten Schulen und Pensionate. 1615 wurde die Gemeinschaft zu einem Klausurorden umgewandelt.
Weltweit gibt es rund 150 Klöster des Ordens, zwei davon in Österreich mit Niederlassungen in Wien und in Hall in Tirol. Beide Klöster gehören der Deutschsprachigen Föderation des Ordens an. In Wien leben 15 Schwestern, in Hall neun. Alle Klöster des Ordens sind autonom und unterstehen unmittelbar dem Heiligen Stuhl, sind zur gegenseitigen Unterstützung jedoch in Förderationen zusammengefasst. Die deutschsprachige Föderation der Schwestern der Heimsuchung besteht aus 10 Klöstern bzw. Gemeinschaften in Deutschland, Österreich, Kroatien und Tschechien mit insgesamt rund 120 Ordensfrauen.
Salesiannerinnen am Rennweg:
www.salesianerinnen.at