Festakt zum 40-jährigen Bischofsjubiläum von Weihbischof Helmut Krätzl bei den Wiener Dominikanern in der Postgasse.
Festakt zum 40-jährigen Bischofsjubiläum von Weihbischof Helmut Krätzl bei den Wiener Dominikanern in der Postgasse.
Kardinal Schönborn würdigt emeritierten Wiener Weihbischof in Broschüre zu dessen Bischofsjubiläum.
"Deine Liebe zur Kirche ist lebendig wie am ersten Tag": Mit diesen Worten hat Kardinal Christoph Schönborn den emeritierten Wiener Weihbischof Helmut Krätzl (86) gewürdigt, der jüngst sein 40-Jahr-Jubiläum als Bischof feierte.
Dies war Anlass für einen Festakt mit den Altbischöfen Maximilian Aichern (Linz) und Paul Iby (Eisenstadt), mit dem lutherischen Bischof Michael Bünker und dessen Vorgänger Herwig Sturm sowie weiteren langjährigen Weggefährten des Jubilars am Samstag, 25. November 2017 im Wiener Dominikanerkloster. Präsentiert wurde dabei auch die von der katholischen Publizistin Ingeborg Schödl redigierte Festschrift "In der Kraft Gottes", herausgegeben vom Freundeskreis von Weihbischof Helmut Krätzl, für die u.a. Kardinal Schönborn einen Beitrag verfasste.
Weihbischof Krätzl sei seit seiner Weihe durch Kardinal Franz König am 20. November 1977 "unermüdlich als Bischof in unserer Erzdiözese tätig", habe sieben Päpste miterlebt und rund 30.000 junge Katholiken gefirmt, erinnerte Kardinal Schönborn. "Immer hast Du die Entwicklung der Kirche mit leidenschaftlichem Engagement und auch mit mahnenden Worten begleitet", wandte er sich mit Dank direkt an den Jubilar.
Weitere Beiträge für die 56 Seiten starke Festschrift für Helmut Krätzl verfassten u.a. Bischof Bünker ("Sein Einsatz hat die Ökumene in Österreich wesentlich vorangetrieben..."), Altbischof Iby, der Neutestamentler Walter Kirchschläger sowie Karl Rühringer und Josef Weismayer als Vertreter des Wiener Domkapitels.
Auszüge aus Publikationen und Ansprache Krätzls veranschaulichen, dass der Wiener Weihbischof teilweise schon vor vielen Jahren notwendige Kirchenreformen klar benannte: 1992 plädierte er im ORF-Mittagsjournal für ein Überdenken der Zölibatsverpflichtung für Weltpriester und die Weihe von "viri probati" (bewährten, verheirateten Männern, Anm.), um das höhere Gut einer sonntäglichen Eucharistiefeier in Zeiten des Priestermangels zu bewahren. Auch in der derzeit wieder vieldiskutierten Frage des Umgangs mit wiederverheirateten Geschiedenen bezog Krätzl früh eine Position, die der jetzt von Papst Franziskus vertretenen entspricht: "Neue Lösungen" seien angezeigt, die sowohl der Unauflöslichkeit der Ehe entsprechen als auch der Forderung nach "verzeihender Liebe und Barmherzigkeit", hielt Krätzl bereits 1978 in einem Vortrag fest.
Abschließend wird der vielfache Buchautor in der Festbroschüre mit seinen "Kirchenträumen" zitiert. 2011 schrieb Krätzl in seinem Buch "Mein Leben für eine Kirche, die den Menschen dient" u.a. Folgendes: "Ich träume von einer Kirche, die mehr von Gott redet als von Moral. Von einem Gott, der den Menschen liebt, ihn aber gerade auch aus Liebe herausfordert, der befreit, der Zukunft gibt, jetzt schon im Irdischen und nicht erst in der Ewigkeit...."