Wohl die wenigsten erkennen im Wappen des Ordens der Barmherzigen Brüder eine stilisierte Frucht mit Kreuz: den Granatapfel.
Wohl die wenigsten erkennen im Wappen des Ordens der Barmherzigen Brüder eine stilisierte Frucht mit Kreuz: den Granatapfel.
Kloster und Krankenhaus der Brüder im zweiten Bezirk stellen sich am 27. Februar der Öffentlichkeit vor - 2015 im weltweiten Orden ein "Jahr der Berufung zur Hospitalität"
Der Orden der Barmherzigen Brüder lädt am Freitag, 27. Februar, in Wien zur ersten "Klosternacht".
Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr mit einem gemeinsamen Gebet und einer Einstimmung in der Klosterkirche (Taborstraße 16, 1020 Wien). Anschließend finden im Klosterkomplex Musikworkshops, ein Improvisationstheater-Workshop und eine Kerzenwerkstatt statt. Auch die Apotheke präsentiert Wissenswertes im Rahmen dieser Veranstaltung.
Zusätzlich stehen Vorträge zum Orden sowie zur Pflegeakademie der Barmherzigen Brüder auf dem Programm und auch Führungen durch das Krankenhaus werden angeboten. Gesprächsmöglichkeiten mit Ordensbrüdern und ein gemeinsames Gebet (Komplet) um 22.15 Uhr in der Klosterkirche runden das Programm ab.
Die Barmherzigen Brüder führen in Wien das älteste noch bestehende und zugleich größte Ordensspital der Bundeshauptstadt. Am 2. Juni 1614 hat der Orden das Grundstück in Wien-Leopoldstadt erworben, auf dem sich noch heute ihr Krankenhaus befindet.
Zu Beginn hatte es, in Anlehnung an die Apostel, zwölf Betten. Heute gehört es zu den österreichweit modernsten Spitälern und verfügt über 411 Betten, neun Fachabteilungen, zwei Institute, eine Gehörlosenambulanz und eine Mehrfachbehindertenambulanz. An das Haus angegliedert sind eine Apotheke sowie eine Pflegeakademie. Das Spital ist außerdem Lehrkrankenhaus der Medizinischen Universität Wien sowie Pflegewissenschaftliches Ausbildungskrankenhaus der UMIT in Hall in Tirol.
Der weltweit tätige Orden der Barmherzigen Brüder begeht das Jahr 2015 als "Jahr der Berufung zur Hospitalität". Dabei soll die Berufung der Hospitalität in allen ihren Dimensionen und Ausprägungen mit neuer Kraft zur Geltung gebracht werden, wie es in einer Aussendung heißt.
Das "Jahr der Berufung zur Hospitalität" hat am 20. Jänner 2015 begonnen und schließt am 20. Jänner 2016. Der 20. Jänner ist ein besonderer Tag für die Barmherzigen Brüder, weil der Orden an diesem Tag die Bekehrung des Ordensgründers, des heiligen Johannes von Gott (1495-1550), im Jahr 1539 feiert.
Generalprior Jesús Etayo fordert die Ordensmitglieder dazu auf, dass "ein jeder von uns mit seinem Sein und mit seinem Tun harmonisch an dieser Initiative teilnimmt. Wir alle - ohne Ausnahme - sollen die Freude über unsere Berufung zum Ausdruck bringen und andere damit anstecken."
Auf der Website des Ordens (www.ohsjd.org) sowie jener der Österreichischen Ordensprovinz der Barmherzigen Brüder (www.barmherzige-brueder.at) wird während des Jahres täglich ein Statement eines Barmherzigen Bruders, einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters zur Hospitalität veröffentlicht.
Gemeinsam mit etwa 53.000 haupt- und 7.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern betreuen weltweit 1.124 Ordensbrüder Menschen in allen Bereichen des Sozial- und Gesundheitswesens. In der Österreichischen Provinz mit ihren Einrichtungen in Österreich, Tschechien, der Slowakei und Ungarn beschäftigen die Barmherzigen Brüder über 7.700 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeitbeschäftigung.
Von den weltweit 1.124 Brüdern haben 950 die Feierliche Profess abgelegt, 120 sind Scholastiker (Brüder in Ausbildung) mit Einfacher Profess. Weiters sind 44 Novizen und zehn Oblaten Ordensangehörige. Die Brüder stammen aus 51 Nationen und leben in 53 Ländern in 214 Kommunitäten. Sie führen 380 apostolische Werke, wobei ein Werk wiederum aus mehreren Einrichtungen bestehen kann. In der Österreichischen Provinz leben 37 Brüder mit Feierlicher und vier Brüder mit Einfacher Profess sowie zwei Oblaten.
Von seinem Grundverständnis her ist der Orden ein Brüderorden. Etwa 13 Prozent aller Brüder mit Feierlicher Profess sind jedoch Geistliche (121), ein Bruder aus der Aragonischen Provinz ist Bischof.
In Österreich führen die Barmherzigen Brüder Krankenhäuser in Eisenstadt, Graz, Linz, Salzburg, St. Veit/Glan und Wien sowie Das Elisabethinen-Krankenhaus in Klagenfurt in Kooperation mit den Elisabethinen; weiters Altenpflegeheime in Kritzendorf und Linz sowie das Johannes von Gott-Pflegezentrum mit Tageswerkstätten, die Therapiestation für Drogenkranke "Walkabout" in Kainbach bei Graz, die Lebenswelt für gehörlose und taubblinde Menschen mit Standorten in Schenkenfelden, Pinsdorf und Wallsee, das Raphael-Hospiz Salzburg, das Dialysezentrum Wien-Donaustadt (in Kooperation mit dem Wiener Krankenanstaltenverbund und der Wiener Gebietskrankenkasse), das Kurhaus Schärding und die Pflegeakademie mit Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege in Wien. Zur Österreichischen Ordensprovinz zählen zudem die Einrichtungen der Barmherzigen Brüder in Tschechien, der Slowakei und Ungarn.