Pater Johannes Hauck OSB spricht am 11. Juni um 19 Uhr im „Quo vadis“ (Stephansplatz 6, Wien 1) zum Thema: „Verwandlung des Herzens. Jesusgebet in Ost und West.“
Pater Johannes Hauck OSB spricht am 11. Juni um 19 Uhr im „Quo vadis“ (Stephansplatz 6, Wien 1) zum Thema: „Verwandlung des Herzens. Jesusgebet in Ost und West.“
„Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner“: P. Johannes Hauck OSB, demnächst in Wien, über die Kraft dieses Kurzgebetes. Ein Vorbericht im „Sonntag“ von Stefan Kronthaler.
Das Jesusgebet zielt auf tiefe Christus-Verbundenheit und darauf, dass wir so immer bewusster in der Gegenwart Gottes leben. Letztlich geht es um einen Transformationsprozess unserer ganzen Person hin zur Theosis (Vergöttlichung)“, sagt P. Johannes Hauck OSB (Abtei Niederaltaich, Bayern). Dieser Prozess „beginne „mit der intensiven Hinwendung zu Gott im Gebet – in Zeiten der Stille aber auch zunehmend in Alltagssituationen“. Dazu kommen „regelmäßig Gottesdienste, vertiefte Schriftbetrachtung, geistlicher Kampf und aktive Nächstenliebe, so dass sich der Prozess schließlich auf alle Lebensbereiche ausbreitet und das Mit-und-in-Gott-Sein zu einer inneren Haltung wird, bei allem, was wir tun“, sagt P. Johannes.
Aus einer Fülle von Gebetsformeln – die ägyptischen Wüstenväter des 4./5. Jh. wiederholten z. B. unablässig Psalmverse wie „Erbarme Dich mein, o Gott, nach Deiner großen Barmherzigkeit“ (Ps 51,1) und „O Gott, komm mir zu Hilfe, Herr, eile mir zu helfen“ (Ps 70,1) oder Gebetsrufe wie „Jesus, hilf mir!, „Herr Jesus, bewahre mich vor meiner Zunge!“ – kristallisierte sich „ab dem 5. Jh. die als besonders kraftvoll erfahrene klassische Form des Jesusgebets“ heraus: „Herr Jesus Christus, erbarme Dich meiner!“ bzw. die Langform „Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme Dich über mich Sünder!“ Inhaltlich entspreche „der Wortlaut dem Gebet des blinden Bartimäus“: „Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meiner!“ (Mk 10,47 parr.) und dem Flehen des Zöllners im Tempel: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ (Lk 18,13). Hauck: „Das Jesusgebet erwächst aus dieser Praxis der intensiven Anrufung Gottes, verleiht ihr Beständigkeit – z. B. durch die Verbindung der nun immer gleichen Gebetsformel mit dem Atem – und hilft durch disziplinierte Wiederholung, den Geist zu beruhigen und zu sammeln.“
Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag":