"Hört den Jugendlichen in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu, wie und worüber sie miteinander sprechen", empfiehlt der Schweizer Theologe Stephan Sigg.
"Hört den Jugendlichen in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu, wie und worüber sie miteinander sprechen", empfiehlt der Schweizer Theologe Stephan Sigg.
Schweizer Theologe, Journalist und Gebetsbuch-Autor Sigg über Sprache Jugendlicher und Konsequenzen für die Kirche.
Auf eine grundlegende Veränderung der Gebetssprache bei Jugendlichen hat der junge Schweizer Theologe, Journalist und Autor Stephan Sigg verwiesen. "Ständig, mündlich und schriftlich, kurz und knapp, schnell und spontan, in 140 Zeichen, mit Smileys und Abkürzungen", skizzierte Sigg die Kommunikationsform Jugendlicher bei einer Studientagung für Kinder-, Jugend- und Familiengottesdienste unter dem Motto "Gott ins Gespräch, ins Leben bringen" am Samstag, 8. November 2014 im St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt.
Der Verfasser von bekannten Jugendgebetbüchern plädierte für eine "kraftvoll und nach dem Beispiel Jesu anschaulich und zielgruppenorientierte Sprache", um diesen Vorgaben gerecht zu werden und bei "Jugendlichen anzukommen".
Maß müsse eine jugendgerechte Gebetssprache an der Alltagssprache und dem Kommunikationsverhalten Jugendlicher selbst nehmen. Sigg: "Hört den Jugendlichen in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu, wie und worüber sie miteinander sprechen." Sonst würden Worte wie "Barmherzigkeit" oder "Nächstenliebe", hinter denen ganze theologische Programme stünden, zu bloßen "Worthülsen" werden. Kommunikation sei etwas Zentrales im christlichen Glauben. "Wenn Jugendliche nicht über ihren Glauben sprechen, dann ist das ein Zeichen, dass der Glaube verschwindet", betonte der Erfolgsautor und forderte "Gelegenheiten zu schaffen, um das Gespräch in Gang zu setzten. Ob das jetzt im Zug ist oder zuhause in der Familie".
Sigg gab anhand von möglichen Slogans zu Gottesdiensten konkrete Beispiele, wie Sprache kreativ eingesetzt werden könne, um Jugendliche anzusprechen: "empört euch!", "wie sozial bist du?", "du hast 3 Wünsche frei!", "das SMS deines Lebens".
Gut würden sich auch Titel von TV-Serien eigenen: "Auf und davon", "Mein neues Leben", "Endlich zu Hause". Und weitere Tipps: "Videoclips könnten Einstiege für Gottesdienste oder Religionsstunden sein. Ein Songtext kann zu einem persönlichen Gebet umgeschrieben werden, Dinge können fotografiert werden, für die jemand dankbar ist." Von englischen Titeln für Gottesdienste rät der Erfolgsautor aber ab; diese würden nicht anziehend auf Jugendliche wirken.