Den Blick auf die Welt und der Blick mit fremden Augen auf Österreich sind die beiden Perspektiven, denen sich die Missionsorden heute in ihrem Wirken verstärkt widmen: Das sagt der neue Leiter des Missionsreferats des Orden, Pater Franz Pilz.
Den Blick auf die Welt und der Blick mit fremden Augen auf Österreich sind die beiden Perspektiven, denen sich die Missionsorden heute in ihrem Wirken verstärkt widmen: Das sagt der neue Leiter des Missionsreferats des Orden, Pater Franz Pilz.
Neuer Referatsleiter, P. Franz Pilz: Migrantenseelsorge, Jugendpastoral und Pfarren bevorzugte Einsatzgebiete für Missionare aus anderen Kontinenten in Österreich.
Den Blick auf die Welt und der Blick mit fremden Augen auf Österreich sind die beiden Perspektiven, denen sich die Missionsorden heute in ihrem Wirken verstärkt widmen: Das hat der neue Leiter des Missionsreferats des Orden, Pater Franz Pilz, am Montag, 23. November 2015, im Interview mit "Kathpress" dargelegt. Der Steyler Missionar übernahm diese Aufgabe im Rahmen der Herbsttagung der Ordensgemeinschaften, die derzeit im Wiener Kardinal-König-Haus stattfindet, von seinem langjährigen Vorgänger P. Josef Keler.
Wer in einen Missionsorden eintritt, verlässt das Land in der Regel - "da die Tätigkeit in einer anderen Kultur zu unserem Spezifikum gehört", wie Pilz erklärte. Zumal es jedoch in Mitteleuropa derzeit kaum Neueintritte gebe, würden Ordensmitglieder aus anderen Ländern und Kontinenten nach Österreich kommen. "In der derzeit entstehenden Provinz Österreich-Schweiz bei den Steyler Missionaren sind Priester aus 17 Ländern vertreten", berichtete der Ordensmann aus seinem Orden. Ähnlich sei die Situation u.a. bei den Salesianern Don Boscos, den Comboni-Missionaren und mehreren Frauenorden.
Für die internationalen Mitbrüder müssten in Österreich missionarische Felder und Herausforderungen gefunden werden, "denn sie können nicht in unsere alten Strukturen einsteigen", betonte der neue Leiter des Missionsreferates. Zu den Einsatzgebieten zählten u.a. die Pfarr- und Migrantenseelsorge sowie auch die Jugendarbeit, wobei man derzeit bei den Steyler Missionaren das Konzept einer missionarischen Pfarre suche. Viel gesellschaftliche Wirkung habe jedoch bereits die Internationalität der Gemeinschaften an sich. "Das gemeinsame Leben der verschiedenen Kulturen zeigt vor, dass man miteinander auskommen kann."
Dass in den Missionsorden der Nachwuchs fehlt, sieht der Missionsprokurator der Steyler Missionare, der selbst fünf Jahre lang in Ghana tätig war, auch als Folge der Globalisierung: "Früher ist man in einen Orden gegangen, um woanders zu arbeiten. Heute kennen junge Leute schon alles, bevor sie ein Studium beginnen."
Das Angebot zeitlich beschränkter Einsätze und Volontariate sei eine Antwort der Orden auf diese Situation. Jugendliche, die etwa als "Missionar auf Zeit" in einer Ordensgemeinschaft im Ausland tätig sind, würden dabei oft eine große Weltoffenheit entwickeln und nach der Rückkehr viel zu einem "Eine-Welt-Verständnis" beitragen, beobachtete Pilz. "Sie helfen den Leuten, denen sie begegnen, ihren Blick über den Kirchturm hinaus zu weiten." In seltenen Fällen gebe es auch Ordenseintritte.
Das Missionsreferat vernetzt die missionarisch tätigen Ordensgemeinschaften Österreichs, organisiert die jährliche "Fachtagung Weltkirche" in Lambach sowie den Missionstag bei der Herbsttagung der Orden. In Überlegung sei derzeit, auch gemeinsame politische Anliegen der Orden wie etwa in Hinblick auf das Freiwilligengesetz zu vertreten. Auch in der Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz für Mission und Entwicklung (KOO) sind Vertreter der Missionsorden präsent.