„La Verna“: P. Rufino Ziegerhofer OFM und P. Stefan Kitzmüller OFM in der neugestalteten Kapelle im Franziskanerkloster Maria Enzersdorf.
„La Verna“: P. Rufino Ziegerhofer OFM und P. Stefan Kitzmüller OFM in der neugestalteten Kapelle im Franziskanerkloster Maria Enzersdorf.
Im Zentrum „La Verna“ in Maria Enzersdorf bieten die Franziskaner Jugendlichen einen Ort, um Glaubenserfahrungen machen zu können.

La Verna ist ein Ort, der für eine gewisse Orientierungslosigkeit beim heiligen Franziskus steht. In der letzten Phase seines Lebens war er an einen Punkt gekommen, wo er sich nicht mehr sicher war, ob dieser Orden, der da entstanden ist, überhaupt Gottes Wille ist“, erzählt P. Stefan Kitzmüller über die historische Bedeutung von „La Verna“.
In der Fastenzeit 1222 in La Verna hat Franziskus gebetet und laut zu Gott geschrien und da bekam er eine Antwort. „Es lastet nicht alles auf seinen Schultern, Gott hat die Verantwortung“, sagt P. Stefan: „Hier hat Franziskus auch die Wundmale empfangen hat. La Verna ist ein Ort, wo Franziskus von der Dunkelheit wieder in ein neues Licht und wieder zu Gott findet.“
„Für mich ist der Ort La Verna staunenswert“, betont P. Rufino Ziegerhofer OFM: „Franziskus war schon recht krank und er betet zu Gott um Hilfe. Er bekommt die Wundmale und kann dann nicht mehr einmal mehr zu Fuß gehen.“ Ihn fasziniert, dass Franziskus „seine Taufberufung, Christus ähnlich zu sein, in vollkommener Weise gelebt hat“.
„La Verna in Maria Enzersdorf ist ein Projekt der österreichischen Franziskanerprovinz, bei dem wir mit jungen Menschen in Kontakt kommen“, sagt P. Stefan: „Oft finden Jugendliche nach der Firmung keinen Anschluss mehr in den Pfarren, weil kaum mehr Gleichaltrige da sind.“
La Verna hat für diese Zwischenzeit zwischen 18 und 38 Jahren, „wo wahnsinnig viele Lebensentscheidungen getroffen werden und wo sich sehr viel im Leben tut“, zahlreiche Kurse und Angebote. P. Stefan: „Da geht es um Glaubenskurse, um Berufung, genauso wie um Beziehung. Wie kann ich Beziehung aus der Heiligen Schrift und aus dem Glauben heraus gestalten? Und wie kann ich wachsen in meiner Beziehungsfähigkeit? Für Jugendliche, die kirchlich wenig sozialisiert sind, wollen die Franziskaner eine solide Grundbasis zu bieten.
Wie kann man Glauben überhaupt lernen? P. Rufino: „Augustinus sagte einmal: ‚Suche die Freundschaft der Freunde Gottes.‘ Das war für mich ausschlaggebend, dass ich zu den Franziskanern gegangen bin.“ Vorher war er nämlich Bar-Keeper. Wie wird man vom Bar-Keeper zum Franziskaner? „Indem man vom Hotel rausgeht und ins Kloster reingeht“, lächelt P. Rufino: „Nein, so einfach ist das nicht. Glaube, Beziehung mit Gott, ist wie Bier trinken. Je mehr ich trinke, desto durstiger werde ich. Je mehr ich mich in Beziehung zu Gott setze, umso mehr brauche ich davon. Es war die Sehnsucht nach Gott, das Mit-ihm-unterwegs-sein-Wollen. Glaube kommt vom Hören, durch Verkündigung, durch Vorleben.“
Was dann dabei typisch franziskanisch ist? Br. Rufino: „Die Einfachheit des Leben, jeden Menschen zu lieben, friedfertig durch die Welt zu gehen und in Verbindung mit der Schöpfung zu sein.“
„La Verna“ ist ein franziskanisches Zentrum für Glaube, Orientierung und Berufung für junge Erwachsene (18-38 Jahre) in Maria Enzersdorf.
Die Franziskanerprovinz Austria hat die Seelsorge an jungen Erwachsenen zu einem Kernpunkt ihrer Tätigkeit gemacht. So wurde das Kloster in Maria Enzersdorf dazu bestimmt, sich gänzlich dieser Aufgabe zu widmen.
Die Gemeinschaft von 6 Brüdern will diesem Auftrag gerecht werden – jungen Menschen Räume für den Glauben zu schaffen.
Wo?
„La Verna“
Hauptstraße 5,
2344 Maria Enzersdorf.
Info: www.laverna.at
weitere Informationen zu
E-Mail-Adresse: redaktion@dersonntag.at