Der Kardinal-Innitzer-Studienfonds ist eine in Österreich höchst angesehene Einrichtung zur Förderung der Wissenschaft. Er erinnert an den ehemaligen Erzbischof von Wien.
Der Kardinal-Innitzer-Studienfonds ist eine in Österreich höchst angesehene Einrichtung zur Förderung der Wissenschaft. Er erinnert an den ehemaligen Erzbischof von Wien.
Preisträger sind Heinrich Schmidinger (Geistes- und Sozialwissenschaften), Christian Köberl (Naturwissenschaften) und Wolfgang Wagner (wissenschaftlich fundierte Publizistik).
Die früher an der Universität Graz lehrende Historikerin Grete Walter-Klingenstein wird in Anerkennung ihrer Forschungen im Bereich Zeitgeschichte und Kulturwissenschaften mit dem Kardinal-Innitzer-Preis 2016 ausgezeichnet. Kardinal Christoph Schönborn wird der 77-jährigen emeritierten Ordinaria am Grazer Uni-Institut für Geschichte am kommenden Samstag, 11. November 2017, die Auszeichnung für ihr herausragendes wissenschaftliches Lebenswerk überreichen. Zugesprochen wurde Walter-Klingenstein die Auszeichnung vom Kardinal-Innitzer-Studienfonds der Erzdiözese Wien, der durch den Wiener Rechtswissenschaftler Prof. Christoph Grabenwarter bei der Ehrung vertreten wird.
Grete Walter-Klingenstein, geb. Klingenstein, wurde am 19. Dezember 1939 in Hartberg (Stmk) geboren. Ihre Ausbildung an der Universität Wien - Geschichte, Anglistik, Übersetzerstudium - reicherte sie mit Studienjahren an der University of Oregon in Eugene, USA, und am Collège d'Europe in Brügge, Belgien, an. Von 1964 bis 1976 war sie Assistentin am Institut für Geschichte der Universität Wien, lehrte z.B. aber auch am Institute of European Studies und widmete sich Forschungsarbeiten in mehreren Ländern Europas. Bald nach ihrer Habilitation für Geschichte der Neuzeit 1972/73 an der Uni Wien wurde Walter-Klingenstein 1976 als ordentliche Professorin an die Universität Graz berufen.
Markante Spuren hinterließ sie bis 1989 als Mitherausgeberin der "Wiener Beiträge zur Geschichte der Neuzeit", in den 1980er Jahren als wissenschaftliche Leiterin der steirischen Landesausstellung über Erzherzog Johann sowie durch ihre Mitarbeit am Projekt Europäische Universitätsgeschichte der Europäischen Rektorenkonferenz. 1991/1992 zeichnete Walter-Klingenstein für den Aufbau und die Leitung der Fächerkombination "Angewandte Kulturwissenschaften (Kulturmanagement)" an der Uni Graz verantwortlich, ebenfalls in die 1990er Jahre fiel ihre Pionierarbeit zur Einführung von ECTS (European Credit Transfer System) an österreichischen Universitäten.
Seit 1991 gehört Walter-Klingenstein der ÖAW (Österreichische Akademie der Wissenschaften) an; weiters der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, der Royal Historical Society sowie der Academia Europaea.
Der nach dem Wiener Erzbischof Kardinal Theodor Innitzer (1875-1955) benannte Wissenschaftspreis ist eine der angesehensten Auszeichnungen dieser Art in Österreich. Er wird seit 1962 von der Erzdiözese Wien verliehen und vom Wissenschaftsministerium, mehreren Bundesländern, sowie von Banken, Versicherungen und der Wirtschaftskammer unterstützt. Die Liste der Preisträger liest sich wie ein "Who is who" der österreichischen Wissenschaft.
Neben dem Großen Preis für ein Lebenswerk werden im Rahmen der Innitzer-Preisverleihung jährlich auch Würdigungspreise in den Kategorien Geisteswissenschaft, Naturwissenschaft und Publizistik vergeben sowie Förderpreise für junge österreichische Wissenschaftler ausgelobt.
Der Würdigungspreis im Bereich Naturwissenschaft geht heuer an den Geochemiker Christian Köberl (58), Universitätsprofessor für Impaktforschung und planetare Geologie an der Universität Wien sowie Generaldirektor und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Naturhistorischen Museums Wien. Im Bereich Geisteswissenschaft wird der in Salzburg Christliche Philosophie lehrende katholische Theologe und langjährige Universitätsrektor Heinrich Schmidinger (63) ausgezeichnet. Den Innitzer-Würdigungspreis für Verdienste im Bereich wissenschaftlich fundierter Publizistik erhält Wolfgang Wagner, Mitarbeiter der APA (Austria Presse Agentur).
Kardinal Innitzer Studienfonds:
www.kardinal-innitzer-fonds.at