Altbundespräsident Heinz Fischer erzählt über Weihnachten im Kreise seiner Familie.
Altbundespräsident Heinz Fischer erzählt über Weihnachten im Kreise seiner Familie.
Altbundespräsident Heinz Fischer erzählt im Interview, welche Erinnerungen er mit Weihnachten verbindet, und wie er den Heiligen Abend heuer feiern wird.

Ich erinnere mich gut daran, als ich 1945 sieben Jahre alt war: Weihnachten nach dem Ende des Krieges. Meine Eltern haben das Kriegsende wirklich als große Befreiung und Erleichterung erlebt. Die Gefahr der Bomben, des Krieges, aber auch die Gefahr der politischen Polizei, der Gestapo war vorüber.
Bundeskanzler Leopold Figl hat es in seiner Weihnachtsansprache ja sehr gut zum Ausdruck gebracht und ich habe das als Kind auch mitbekommen. Wir haben unsere Briefe an das Christkind geschrieben. Da waren die Weihnachtswünsche: Buntstifte, eine Kreide. Vielleicht hat mir meine Mutter auch eingeflüstert, dass ich mir vom Christkind warme Socken wünschen soll.
Das war so ein Paradebeispiel für Weihnachten, das unter schwierigsten Umständen stattgefunden hat, das Kinder natürlich nicht intellektuell und in ihrer ganzen Weite und Tiefe erfassen können, aber doch mitspüren und mitbekommen. Ähnlich war es auch 1946, aber da lag das Kriegsende schon eineinhalb Jahre zurück. Da war schon alles viel gefestigter und viel stabiler.
Wenn ich einen großen Sprung mache zu den Weihnachten in meiner Zeit als Bundespräsident der Republik Österreich, ist das fast der größtmögliche Unterschied, den man sich vorstellen kann.
Als Bundespräsident war beinahe jeder Schritt einer, der öffentlich beobachtet, verfolgt und auch kommentiert wird. In der Vorweihnachtszeit hat man schon ein Dutzend Interviews zu absolvieren mit ähnlichen Fragestellungen: Wie werden Sie Weihnachten feiern? Was wird es zu Essen geben? Wer wird dabei sein? Wie viele Enkelkinder werden dabei sein? Diese Fragen-Hürdenlauf muss man absolvieren. Man soll auch nicht unterschätzen, dass man als Staatsoberhaupt sehr viel Weihnachtspost bekommt, etwas sehr Erfreuliches. Das ist jeden Tag ein kleines Berglein am Schreibtisch im Sekretariat. Man kann vielleicht nicht alle persönlich handschriftlich beantworten. Aber ich habe immer sehr viele beantwortet. Auch heuer sind es ziemlich viele.
Man schreibt dann auch an Chefredakteure der wichtigsten Zeitungen einen Brief und bittet: „Richten Sie Ihren Leserinnen und Leser meine besten Weihnachtswünsche aus“. Und ich habe zwölf Jahre lang ohne Ausnahme beim ORF für „Licht ins Dunkel“ mitgewirkt. Abseits meiner Tätigkeit habe ich mir aber mein Privatleben relativ gut bewahren und absichern können. Meine Kinder und meine Enkelkinder sind im Fernsehen nicht präsent gewesen, das haben die Journalisten auch respektiert.
Schöne private Momente zu Weihnachten sind der Christbaum am Heiligen Abend und das, was meine Frau Margit kocht. Ebenso die Besuche der Kinder und in den letzten sieben Jahren auch der Enkelkinder. Mein erstes Enkelkind von Seiten meiner Tochter ist ja genau zur Halbzeit meiner zwölf Jahre als Bundespräsident zur Welt gekommen.
2016 ist Weihnachten für mich eine weitere große Etappe. Heuer geht es noch ein großes Stück mehr in Richtung private Weihnachten, und so soll es eigentlich auch sein.