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24.06.2021 · Österreich & Weltkirche

Ökumene-Experte: Alle Christen sollten gemeinsam Ostern feiern

Ein gemeinsamer Osterzyklus würde positiv bedeuten, dass die östliche und die westliche Christenheit ihre liturgischen theologischen Schätze und ihre beeindruckenden Gottesdienste während der Großen Fastenzeit, der Karwoche, Ostern und der fünfzig Tage bis Pfingsten besser teilen können.

Grazer Theologe Prof. Groen bei Pro Oriente-Vortrag über Chancen und Hindernisse auf dem Weg zu einem gemeinsamen Osterdatum aller Christen - "In der Ökumene gehe es nicht um ein Gewinnen oder Verlieren".

Ein eindringliches Plädoyer für ein gemeinsames Osterdatum aller Kirchen hat der Grazer Ökumene-Experte Prof. Basilius Jacobus Bert Groen abgelegt. Zugleich zeigte er sich freilich realistisch, dass es dazu in absehbarer Zeit wohl nicht kommen wird. In einem Online-Vortrag erläuterte Groen die aktuelle Osterdatum-Debatte, wog Chancen und Hindernisse ab und plädierte persönlich für die Umsetzung des sogenannten "Aleppo-Modells" für ein gemeinsames Osterfest von Ost und West, wie der Pro Oriente-Informationsdienst am Donnerstag mitteilte. Zu dem Vortrag hatte die Grazer Pro Oriente-Sektion geladen.

 

Ein gemeinsamer Osterzyklus würde positiv bedeuten, "dass die östliche und die westliche Christenheit ihre liturgischen theologischen Schätze und ihre beeindruckenden Gottesdienste während der Großen Fastenzeit, der Karwoche, Ostern und der fünfzig Tage bis Pfingsten besser teilen können", so Groen. Zudem wäre dies auch für gemischt-konfessionelle Familien ein enormer Fortschritt, damit nicht die einen schon Ostern feiern und sich die anderen noch in der Fastenzeit befinden. Das sei u.a. vor allem im Nahen Osten ein großes Thema, so der Ostkirchen-Experte.

 

Allerdings, so Groen weiter, fürchte er, dass jeder Schritt in Richtung Einheit zugleich neue Spaltungen mit sich bringen würde. So gebe es wohl immer Gruppen, "die sich gefährdet fühlen und widersprechen".

 

"Modell von Aleppo"

Groen stellte in seinem Vortrag verschiedenen Vorschläge vor, wie ein gemeinsames Osterdatum zu erreichen sei. Dabei hielt er persönlich fest, dass er dem Vorschlag eines fixen gemeinsamen Osterdatums, wie dies etwa auch Papst Franziskus vorschlug, wenig abgewinnen kann. Ein möglicher gangbarer Weg ist laut Groen hingegen, dass sich der Westen zumindest für eine gewisse Zeit an den Julianischen bzw. genauer gesagt Melitianischen Kalender anpasst. Eine Reihe katholischer Bischöfe und Theologen habe dies vor rund zehn Jahren erwog, "um den Weg für ein gemeinsames gesamtchristliches Osterdatum zu ebnen".

Noch besser fände er allerdings das "Modell von Aleppo", so Groen. Dieses Modell hatte eine eigens dazu eingerichtete Kommission des Weltkirchenrates 1997 in Aleppo (Syrien) erarbeitet und verabschiedete. Es soll demnach die Vorschrift aus dem ersten Ökumenischen Konzil von Nizäa übernommen werden, wonach Ostern auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond fallen muss. Die genaue Bestimmung des Frühlingsbeginns überlässt das Modell aber dem jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Forschung und - dies ist gewissermaßen die ökumenische Pointe dieses Vorschlags - hat den Meridian von Jerusalem als geografischen Bezugspunkt. Dieses Modell stimmt freilich großteils mit dem Gregorianischen Kalender überein.

 

Während es für das "Aleppo-Modell" vom Westen wie auch von Patriarchat von Konstantinopel durchaus Zuspruch gab, hätten viele orthodoxe Kirchen überhaupt nicht reagiert, räumte Groen aber ein.

 

Mangelnder ökumenischer Wille

Der Grazer Theologe sparte in seinem Vortrag auch nicht mit Kritik an der Ost- wie Westkirche: "Sicherlich sind viele Christinnen und Christen in Ost und West heute bereit, in diese Richtung zu gehen. Doch gleichzeitig zeigt eine Vielzahl von Gruppen keinerlei Willen, einen solchen Schritt zu tun." Er denke etwa an manche westlichen Milieus, "die unglücklicherweise die Orthodoxie und den byzantinischen Ritus für rückständig und exotisch halten. Manche Evangelikale halten sie sogar für nicht-biblisch und abgöttisch, während einige katholische Gruppen und die Lefebvrianer einseitig die Überlegenheit ihres eigenen römischen Ritus preisen." Für viele andere Katholiken und Protestanten seien gemeinsame Daten für Ostern (und Weihnachten) irrelevant, weil sie diese Frage nicht interessiere.

 

Andererseits gebe es auch unterschiedliche orthodoxe Gruppen beispielsweise in Bulgarien, Griechenland und Russland, "die darauf bestehen, dass wahrhaft Orthodox-Sein bedeute, unverkennbar andersartig zu sein, sich klar zu unterscheiden von anderen christlichen Gemeinschaften, die sie eher als Häretiker und/oder Schismatiker sehen". In den genannten drei Ländern sei der Hauptgrund für den Widerstand gegen eine Kalenderveränderung und eine ökumenische Zusammenarbeit in der Überzeugung zu finden, "dass Erlösung nur in der eigenen Orthodoxen Kirche erfolgen und daher jeglicher Dialog mit anderen Glaubensgemeinschaften nichts anderes als ein fauler Kompromiss sein kann". Diese Haltung stehe u.a. auch in Zusammenhang mit einem" Mangel an interkulturellen und ökumenischen Kontakten und ökumenischer Bildung", befand Groen.

 

Natürlich seien aber auch in den orthodoxen Kirchen Hierarchen, Priester und theologisch gebildete Laien zu finden, "die die Traditionen anderer Glaubensgemeinschaften gut kennen und sich für Dialog und ökumenische Öffnung einsetzen". Es scheine ihm aber, so Groen, "als ob sie derzeit nicht in der Überzahl sind".

 

Bereitschaft aller Kirchen nötig

Fazit des Ökumene-Experten: Um sich in der dornigen Kalenderfrage anzunähern, "bedarf es offensichtlich eines hohen Maßes an sorgfältiger Bildung und pastoraler Sensibilität". Groen mahnte von allen Kirchen die Bereitschaft ein, ihre eigenen konfessionellen Identitäten nicht für absolut zu erklären, sondern im Geist der Einheit auch Opfer zu bringen. "Katholiken, Orthodoxe, Orientalisch-Orthodoxe, Anglikaner, Protestanten und andere Christen und Christinnen sollten nicht von den anderen erwarten, dass diese Zugeständnisse machen oder den ersten Schritt in Richtung Einheit setzen", so der Theologe. In der Ökumene gehe es nicht um ein Gewinnen oder Verlieren. Groen: "So wie sich Jesus entäußert hat, so brauchen auch die etablierten Kirchen eine Haltung der Selbst-Entäußerung, nicht bis zum Verlust der eigenen Haupteigenschaften, wie manche dies befürchten, sondern um ein Leben in Fülle zu erreichen."

24.06.2021
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Papst mahnt: Synodaler Weg braucht mehr innerdeutschen Dialog

Papst Leo XIV. sieht den Reformprozess der deutschen Kirche noch nicht am Ziel. Beim Rückflug aus dem Libanon mahnte er mehr innerdeutschen Dialog an – und warnte vor Machtgefällen, die Stimmen vieler Gläubiger zum Verstummen bringen könnten. Vielfalt in der Synodalität sei kein Bruch, sondern Stärke.

Papst Leo XIV. startet erste Auslandsreise – Friedensbotschaft für die Türkei und den Libanon

Papst Leo XIV. startet vom 27. November bis 2. Dezember seine erste Auslandsreise in die Türkei und den Libanon. Der frühere Leiter des Augustinerordens gilt als reisefreudig und bringt weltweite Erfahrung mit.

Gemüse in der Wüste – Hoffnung für Turkana

Landwirtschaft statt Hunger: Ein Projekt verwandelt Kenias Wüste in fruchtbares Land. Am 2. Dezember besucht eine Gruppe von Aktivisten Wien und berichtet von ihrer Arbeit

Tigray hungert trotz Friedensabkommen

Tigray bleibt von Hilfen weitgehend abgeschnitten – Ordensmann warnt vor dramatischer Lage

"Leo from Chicago": Neue Papst-Doku jetzt mit deutschen Untertiteln

Dokufilm beleuchtet familiäre, schulische und religiöse Prägung von Robert Francis Prevost

Belarus: Lukaschenko begnadigt zwei katholische Geistliche nach politisch motivierten Prozessen

Ordensmänner Akalatowitsch und Juchniewicz, gegen die in offensichtlich politisch motivierten Prozessen Lagerhaft verhängt worden war, kommen frei

Friedenslicht aus Oberösterreich für Papst Leo

Florian Mitter, das Friedenslichtkind aus Oberösterreich, übergab im Vatikan das Licht aus Bethlehem an Papst Leo XIV. und zeigte sich zutiefst beeindruckt.

Kinderpalliativzentrum MOMO: Inklusion schwerkranker Kinder sichern

Wiener Einrichtung mahnt Einlösung von UN-Kinderrechtskonvention ein: "Inklusion, Teilhabe, Schutz vor Gewalt, Bildung und Beteiligung müssen für alle Kinder in unserer Gesellschaft selbstverständlich sein"

3.800 Ordensleute als weiter prägende Kraft in Kirche und Gesellschaft

Österreichweit sind die 191 Ordensgemeinschaften in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pflege, Soziales, Kultur, Mission, Spiritualität und Seelsorge eine nicht wegzudenkende Größe.

Propst Sonnleitner: "Musik ist für mich ein Teil von Seelsorge"

Gefragter Organist an Spitze der Augustiner Chorherren von St. Florian ist kurz nach seiner Wahl mit drei unerwarteten Interessenten aus dem Kongo konfrontiert

Neues Buch gibt bislang unbekannte Einblicke in das Konklave 2025

Vatikanjournalisten öffnen in "Das letzte Konklave" den Blick auf Wahlgänge, Pannen und Anekdoten aus der Sixtinischen Kapelle.

Stift Klosterneuburg: René Girards Denken über Neid und Gewalt im Fokus

Das Stift Klosterneuburg präsentiertr das Buches "Neid, Gewalt und Sündenböcke" von Stiftskämmerer Elias Carr.

Katholische Jungschar fordert Partizipation: „Frag mich doch!“

Zum Internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November macht die Katholische Jungschar Österreichs mit ihrer Kinderrechteaktion auf das Recht auf Partizipation aufmerksam.

Kardinal-König-Kunstpreis 2025 geht an Huda Takriti

Der seit 2005 alle zwei Jahre vergebene Preis zeichnet internationale Künstlern aus Österreich aus, die mit ihren Werken Debatten bereichern.

 

Papst Leo XIV. in Rom: Sant'Anselmo als „pulsierendes Herz“ für die Weltkirche

Papst Leo ermunter Benediktiner, Christus in den Mittelpunkt ihres Lebens und ihrer Mission zu stellen

Lackner: Bischöfe "höchst erfreut und dankbar" über Grünwidl

Salzburger Erzbischof erwartet neue Impulse für Österreichs Kirche durch Seelsorge-Schwerpunkt seines designierten Wiener Amtskollegen

Bischöfe fordern einen starken Sozialstaat sowie Hilfe für die Ukraine und Solidarität

Die Österreichische Bischofskonferenz hat zum Abschluss ihrer Herbstvollversammlung eine klare Botschaft formuliert.

Seit einem halben Jahr ist Leo XIV. Papst

Neues Kirchenoberhaupt zwischen großem Erbe und sorgfältiger Abwägung - Kathpress-Hintergrundbericht von Severina Bartonitschek

Bischof Scheuer: "Der Mensch ist dem Menschen von Natur aus Freund"

Linzer Bischof bei Bischofskonferenz-Festgottesdienst im Wiener Stephansdom über gesellschaftliche Verantwortung, Solidarität und Frieden - Fähigkeit zum Kompromiss "weder faul noch feige, sondern Ausdruck des Willens zum Miteinander und zur Versöhnung"

Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz in Wien

Die Vollversammlung der Bischofskonferenz ist in Wien eröffnet worden. Im Zentrum stehen Treffen mit Bundespräsident, Caritas und orthodoxen Kirchen.

Kardinal Dominik Duka OP verstorben

Der Dominikaner Duka war das einzige tschechische Mitglied des Kardinalskollegiums und stand im 82. Lebensjahr.

Abt Bernhard Eckerstorfer für theozentrische Wende in der Kirche

Ordensmann mit Auslandserfahrung: "Klöster bleiben Säulen für die Zukunft der Kirche"

Trump, Gott und die Nation: Religion in den USA ein Jahr nach der Wahl

Christlicher Nationalismus auf dem Vormarsch: Theologen warnen vor Aushöhlung der Verfassung und wachsender Polarisierung - Hintergrundbericht von Benedikt Heider/KNA

Katholisch-Theologische Fakultät Wien präsentiert Sammelband „War in Ukraine“

Das neue Werk beleuchtet theologische, ethische und historische Hintergründe des russischen Angriffskriegs und ist kostenlos als Open Access verfügbar.

Synode: Auf dem Weg zu weltweiten Kirchenversammlung 2028

Das letzte Treffen findet statt, wenn die mehrjährige Umsetzung der Ergebnisse der Weltsynoden von 2023 und 2024 in den Ortskirchen abgeschlossen ist.

Balanceakt in der Sakristei: Warum Österreichs Kirchen-Staat-Modell Zukunft hat

Ein Wiener Experte hält das österreichische Konkordat für ein unterschätztes Meisterstück – es sichere Kontrolle, ohne die Religionsfreiheit zu verdrängen.

Nationalfeiertag: Abtsbenediktion von Ludwig Wenzl in Stift Melk

Niederösterreichs Landeshauptfrau Mikl-Leitner, Innenminister Karner und der designierte Wiener Erzbischof Grünwidl werden unter den Festgästen erwartet.

„Pilger:innen der Hoffnung“: Weltkirche-Konferenz in Wien setzt Zeichen für den Frieden

Friedensarbeit, Trauma und Umweltgerechtigkeit im Globalen Süden – Berichte aus Ecuador, Kenia und den Philippinen.

Oberösterreichs Landeshauptmann Stelzer trifft Papst Leo XIV.

"Es war ein sehr emotionales, wenn auch kurzes Treffen und eine ernsthafte Auseinandersetzung", so der oberösterreichische Landeschef.

"Mit dem Judesein Jesu vertraut werden"

Basisgemeinde Forum 2025 lädt zur Auseinandersetzung mit der jüdischen Verwurzelung Jesu ein.

Job Speed Dating für junge Arbeitssuchende in Wien am 11. November

Junge Menschen, die Starthilfe in die Berufswelt brauchen, können am 11. November 2025 in lockerem Rahmen Bewerbungsgespräche für eine Lehrstelle bei namhaften Unternehmen führen. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Papst Leo XIV. spricht sieben Männer und Frauen heilig

Katholische Kirche feiert sieben neue Heilige: Märtyrer und Wohltäter.

Ein mutiges Herz für den Kongo: Sr. Brigitta Raith kehrt heim

Über drei Jahrzehnten lebte und arbeitete Sr. Brigitta Raith, Missionarin Christi aus der Oststeiermark, in der Demokratischen Republik Kongo.

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