In Tansania engagieren sich Pfarrer Martin Rupprecht mit junge Menschen für Bildung und interkulturellen Austausch. Die Stiftung 'Jugend fördern - Grenzen überspringen' ermöglicht Ausbildung und gesellschaftliches Engagement vor Ort.Ein inspirierendes Beispiel für Frieden und Freundschaft zwischen Kulturen.
Pfarrer Martin Rupprecht (Pfarrer in Hildegard Burjan, Wien-Rudolfsheim) verbringt den Großteil des Monats Juli mit jungen Menschen in Tansania. Er hat anlässlich seines 10-jährigen Priesterjubiläums im Jahr 2002 die Stiftung "Jugend fördern - Grenzen überspringen" gegründet. Sie sieht sich als Ergänzung zu den großen Hilfswerken und hat im Jahr 2021 eine Filiale in Dar es Salaam eröffnet, um die Hilfsmaßnahmen vor Ort besser koordinieren zu können.
"Jugend fördern - Grenzen überspringen" will jungen Menschen vor Ort eine Ausbildungsmöglichkeit bieten und sie befähigen, am Aufbau der Gesellschaft aktiv mitzuarbeiten. Zunächst geht es darum, sowohl die elementaren Bedürfnisse wie Essen, Kleidung, Wohnung und Arbeit als auch die geistige Entwicklung zu berücksichtigen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Begegnung junger Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen, um freundschaftliche Beziehungen zwischen Völkern und Religionen zu entwickeln und zum Frieden beizutragen.
Der aktuelle Besuch wird gut drei Wochen dauern. In einem Blog berichten sie über ihre Erlebnisse. Zu Beginn standen Fragen grundsätzlicher Natur im Vordergrund: Was erwartet sie in einem afrikanischen Land? Wie werden sie von den Menschen empfangen? Die Beziehung zwischen Afrika und Europa, die Geschichte, Ausbeutung, Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe, sowie die vielen Menschen, die auf ihrer Flucht nach Europa im Mittelmeer ertrinken, sind nur einige der Themen, über die sie auf einem Blog regelmäßig berichten möchten.
Bei ihrer Ankunft in Tansania wurden die Teilnehmer herzlich empfangen, da die "Youth Crossing Boundaries Foundation", die vor zwei Jahren gegründet vor Ort gegründet worden ist, ist mittlerweile auf 17 Mitglieder angewachsen. Davon sind 15 ehrenamtliche Volunteers. Während des Besuchs konnte die Gruppe bisher die neuen Räumlichkeiten des Lernzentrums eröffnen, das mittlerweile 518 Kinder und Jugendliche betreut. Die Stiftung kommt für Stipendien, Schulmaterialien, Schulgeld und Mittagessen auf. Bei der Begegnung zwischen den europäischen Teilnehmern und dem Team vor Ort treffen „Welten“ aufeinander. In Gesprächen werden Missionen, Visionen, Grundsätze und Hoffnungen ausgetauscht. Es wurde festgelegt, dass im Team mehr Frauen als Männer vertreten sein sollten, um einen Ausgleich in einer männerdominierten Gesellschaft zu schaffen.
Die Teammitglieder besprechen verschiedene Probleme, mit denen Kinder vor Ort täglich konfrontiert sind. Ein Beispiel ist der Fall eines achtjährigen Mädchens, dem aufgrund von muskulären Problemen der Besuch der Schule peinlich ist. Die Stiftung beschließt, das Mädchen als Stipendiatin aufzunehmen und die Kosten für eine Operation in Höhe von 500 Euro zu übernehmen.
Ein weiteres Anliegen der Gruppe ist die Einführung von Musikunterricht in dem Stadtviertel Manzese, in dem es bisher keinen derartigen Unterricht gibt. Die Teammitglieder zeigen großes Interesse an Gitarre, Klavier und Violinen-Unterricht und es wird beschlossen, dieses Ziel zu verfolgen.
Darüber hinaus setzen sich die Teilnehmer für den Kinderschutz und gewaltfreien Unterricht ein, da in vielen Schulen und Familien noch immer gewaltvolle Sprache und Methoden angewendet werden. Die Teammitglieder wissen, wofür sie sich engagieren: sie haben selbst, oft genug Gewalt erfahren.
Während ihres Aufenthalts in Tansania tauchen die jungen Erwachsenen in die Vielfalt des Landes ein, angefangen von den modernen Hochhäusern und Einkaufszentren bis hin zu den einfachen Straßenständen in den Lehmgassen.