Was an einem 14.Juli so geschah...
Was an einem 14.Juli so geschah...
Ein Buch, das bis heute Gemüter erregt, ein Lebemann, der in der Begegnung mit Leidenden zum Heiligen wird und der letzte römisch- deutsche Kaiser und gleichzeitig erste Kaiser von Österreich. Der 14. Juli ist voller historisch bedeutsamer Ereignisse.
Am 14. Juli 1570 gibt Papst Pius V. das Römische Messbuch heraus, um Wildwüchse in der Liturgie zu beseitigen und einen einheitlichen Ritus für die lateinische Kirche zu schaffen. Ziel ist es auch, das von der Reformation kritisierte katholische Eucharistieverständnis zu betonen und gegen alle anderen Auffassungen stark zu machen.
Gelehrte studieren zur Redaktion des Missale Romanum die verfügbaren Handschriften und verwenden das Messbuch der Römischen Kurie als Grundlage. Das Ergebnis ist eine überarbeitete Fassung, die einseitig rechtliche und amtliche Züge trägt und rein auf den Klerus hin konstruiert ist. Im Mittelpunkt steht das still vollzogene Hochgebet und der, mit aufwendigen Gesten hervorgehobene, Augenblick der "Wandlung". Die liturgischen Texte werden als "Standesgebete" der Priester betrachtet. Wichtig ist deren genauer und objektiver Vollzug, de facto bedeutungslos wird der Mitvollzug der Gemeinde. Dieser wird spiritualisiert.
Die Bulle hat auch politische Bedeutung: Sie soll nicht nur die Verwaltung des sakramentalen Ritus, sondern auch die am tridentinischen Konzil formulierte Vorrangstellung der katholischen Kirche festschreiben und absichern. Die strikte Uniformisierung der Liturgie ist dafür die beste Garantie. Pius V. gesteht allerdings alten Eigenriten bestimmter Orden, wie etwa den Kartäusern und Dominikanern oder dem ambrosianischen Ritus der Diözese Mailand, Eigenstand zu.
Das Messbuch Pius V. prägt die römisch-katholische Liturgie bis ins 20. Jahrhundert. In der Zeit nach dem I. Weltkrieg entsteht die liturgische Bewegung, etwa um den Klosterneuburger Chorherren Pius Parsch und andere, die schon unter Pius XII. zu ersten Reformen des Gottesdienstes führt.
Papst Paul VI. gibt nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil ein erneuertes römisches Messbuch heraus und hebt die Bestimmungen von Pius V. auf. Die Diskussion um diese Reform hält allerdings bis heute an. Sie betrifft weniger den Gottesdienst und dessen Ästhetik als das Selbstverständnis der Kirche.
Die Kirche definiert sich nicht mehr als geschlossene Gesellschaft und Festung gegen die Welt, sondern als pilgerndes Gottesvolk, das sich an der Praxis Jesu und seiner Verkündigung orientiert. Liturgie ist der höchste Ausdruck der Gottesverehrung der Kirche und gleichzeitig der Dienst Gottes an den Menschen, in dem er sich in seinem Wort und Sakrament mitteilt. Sie ist damit weder Ort für ästhetische oder nostalgische Anhänglichkeiten, überkommene Gottes- und Kirchenbilder noch beliebiger Spontaneität, in ihr kommt immer die ganze Kirche, die in jeder Ortskirche gegenwärtig ist, zum Ausdruck.
Am 14. Juli 1614 stirbt Kamillus von Lellis in Rom. Er wird am 25. Mai 1550 in Bucchianico, Italien, geboren und gilt bis heute als herausragendes Beispiel für konkrete Solidarität mit Armen und Kranken. Nach einem bewegten Leben und zahlreichen eigenen Krankheiten gründet er im Jahr 1586 den Orden der "Diener der Kranken", auch bekannt als Kamillianer.
Kamillus wächst in einer wohlhabenden Familie auf und führt als junger Mann ein unstetes Leben, geprägt von Spielsucht und ungesunder Lebensweise. Nach persönlichen Krisen und Krankheiten erkennt er die Notwendigkeit, sein Leben zu ändern. Er engagiert sich zunächst als Krankenpfleger und erlangt dadurch ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse der Kranken und Sterbenden. Unter der geistlichen Führung des heiligen Philipp Neri entwickelt er eine tiefe Spiritualität. Kamillus wird für seinen Dienst an den Kranken und Sterbenden bekannt und übernimmt schließlich die Leitung eines Krankenhauses in Rom.
Um den Kranken auch seelsorgerisch beizustehen, empfängt er die Priesterweihe und gründet – gegen den Rat seines geistlichen Begleiters Philipp – den Orden der "Diener der Kranken", der sich dem ganzheitlichen Dienst an Kranken widmet, sowohl in der direkten Pflege als auch in der Seelsorge. Der Orden wird 1591 von Papst Gregor XIV. anerkannt.
Die Kamillianer werden in Zeiten von Pestepidemien und Hungersnöten besonders gefordert und profilieren sich als anerkannte humanitäre und geistliche Institution. Kamillus selbst leidet in all dieser Zeit weiter unter verschiedenen Krankheiten, die er als "Barmherzigkeiten Gottes" bezeichnet, und stirbt schließlich im Alter von 64 Jahren. Kamillus wird im Jahr 1746 von Papst Benedikt XIV. heiliggesprochen. Er ist der Schutzpatron aller Kranken, Krankenhäuser und des Krankenhauspersonals.
Am 14. Juli 1792 wird Franz II. in Frankfurt am Main zum letzten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. Er ist der Sohn von Leopold II. und Enkel Maria Theresias. Später nimmt er den Titel Kaiser von Österreich als Franz I. an. Franz Joseph Karl wird am 20. Januar 1768 als Erzherzog von Österreich geboren und ist als Thronfolger vorgesehen. Er erhält eine umfassende Ausbildung und wird 1792 zum König von Ungarn und Böhmen gewählt sowie zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt.
Unter seiner Herrschaft erleidet Österreich schwere Zeiten, insbesondere während der napoleonischen Kriege. 1804 erklärt er sich zum Kaiser von Österreich und legt die römische Kaiserkrone nieder. Franz I. arbeitet eng mit Fürst Metternich, seinem Minister zusammen und führt eine repressive Politik.
In seine Zeit fällt kirchlicherseits die Bewegung um Klemens Maria Hofbauer und der Kreis der "Wiener Romantiker" rund um diese charismatische Priestergestalt. Franz I. lässt auf Ersuchen Hofbauers den Redemptoristenorden in Österreich zu und übergibt ihm die Kirche Maria am Gestade, die bis heute Sitz einer Niederlassung des Ordens ist.
Er ist privat ein passionierter Botaniker und Sammler von Büchern und Herbarien. Franz ist viermal verheiratet und hat zahlreiche Kinder, darunter Marie-Louise, die aus politischen Erwägungen Frau von Napoleon Bonaparte wird, und Ferdinand, den späteren Kaiser von Österreich. Franz I. stirbt 1835 in Wien.