Wenn es verschiedene Puppen mit verschiedenem Aussehen gibt, dann sagt die Spielewelt: "Es ist okay, wie ein Supermodel auszusehen, aber es ist genauso okay, wie eine ganz normale Person auszusehen."
Wenn es verschiedene Puppen mit verschiedenem Aussehen gibt, dann sagt die Spielewelt: "Es ist okay, wie ein Supermodel auszusehen, aber es ist genauso okay, wie eine ganz normale Person auszusehen."
Durchschnitt ist schön. Das ist es, was Nicholay Lamm zeigen wollte und kreierte vor einem Jahr eine Alternative zu Barbie & Co.: Lammily. "Der SONNTAG" berichtet.
Ein Einkaufsbummel ist Schuld daran, dass es Lammily überhaupt gibt. „Ich war auf der Suche nach einer Puppe für meine Nichte“, erzählt der amerikanische Grafikdesigner Nicholay Lamm im Gespräch mit dem SONNTAG: „Und mir fiel an diesem Tag ganz extrem auf, dass alle Puppen, die mir angeboten wurden, wie Supermodels aussahen.“
Grundsätzlich sei daran ja nichts falsch, betont Nicholay Lamm: „Aber es gab da einen Moment, da fragte ich mich, wie eine Puppe wirken würde, die nach den Proportionen eines durchschnittlichen Menschen gemacht wäre.“
Der Gedanke lässt Nicholay Lamm nicht mehr los und er beginnt ihm mit Enthusiasmus, aber auch mit wissenschaftlicher Genauigkeit, nachzugehen.
„Ich recherchierte auf der Seite des CDC, des Center for Disease Control and Prevention (Zentrum für Krankheitskontrolle und Vorsorge), die Maße einer durchschnittlichen 19 Jahre alten Amerikanerin. Nach diesen Maßen entwarf ich dann, zunächst am Computer, eine völlig neue Generation von Puppe.“
Das Bild schickte Nicholay Lamm an verschiedenste amerikanische Zeitungen und Zeitschriften, darunter renommierte Blätter wie Cosmopolitan, Time Magazine oder der Los Angeles Times. Und viele dieser Medien veröffentlichten das Bild auch.
„Die Reaktionen, die darauf folgten, waren überwältigend“, freut sich Nicholay Lamm auch heute noch über den Erfolg: „Ich erhielt enorm viele Anfragen von Eltern, wo man denn diese Puppe kaufen könnte.“
Zu diesem Zeitpunkt allerdings kann Lammily noch nirgends gekauft werden. Doch Nicholay Lamm zögert nicht lang und versucht einen Weg zu finden, um die Produktion der Puppe zu finanzieren. Crowdfunding und virales Marketing, eine Marketingform, die soziale Netzwerke und Medien nutzt, wird erfolgreich eingesetzt.
Am 19. November 2014 geht die erste seriell produzierte Lammily über den Ladentisch des Online-Shops. Mittlerweile wurden mehr als 40.000 Puppen über das Internet (www.lammily.com) verkauft.
Und sogar einen amerikanischen Preis hat die Puppe schon bekommen: den „AICI Bravo Award“ für die aktive Unterstützung und Förderung eines positiven Selbstbildes in unserer Gesellschaft.
Mit Lammily ist das Spielangebot nun ein wenig „kompletter“, ist Nicholay Lamm überzeugt. „Ich denke, dass wenn es verschiedene Puppen mit verschiedenem Aussehen gibt, dann sagt die Spielewelt: ,Es ist okay, wie ein Supermodel auszusehen, aber es ist genauso okay, wie eine ganz normale Person auszusehen.‘“
Angesprochen auf das bekannteste Produkt, das Lammily ähnlich ist, die Barbie, sagt Nicholay Lamm: „Barbie ist ein gutes Produkt. Mädchen lieben sie seit vielen, vielen Jahren und wurden durch sie in ihrem Spiel inspiriert.
Und im Grunde denke ich, dass niemand bewusst eine Puppe kreiert, um damit Kindern zu sagen, wie sie aussehen sollen.
Was ich aber mit Lammily versucht habe, war, eine Alternative zu bieten.
In der Welt des Spielzeugs ist Barbie nun der Mode-Superstar – was wunderbar passt. Und Lammily ist eben das typische, durchschnittliche Mädchen, was genauso großartig ist.“
Die Welt des Spielzeugs habe genug Platz für verschiedene Arten von Puppen, so Nicholay Lamm: „Und ist es nicht auch so, dass wir Menschen auch nicht alle gleich aussehen?
Ich finde es richtig und schön, wenn sich das in der Welt des Spielzeugs ein wenig widerspiegelt.“
Gearbeitet wird derzeit übrigens auch an einer männlichen Puppe – einem „Gegenstück“ zu Ken – der ebenso wie Lammily die Kinderzimmer erobern soll.
Im kommenden Jahr bringt Nicholay Lamm außerdem eine neue Lammily-Puppe auf den Markt. Sie wird eine dunkle Hautfarbe haben, schwarze Locken und als Accessoire einen Fotoapparat bei sich tragen.
Vorbestellungen werden auf www.lammily.com bereits entgegengenommen.
Am 19. November 2014 ging die erste seriell produzierte Lammily über den Ladentisch des Online-Shops. Mittlerweile wurden mehr als 40.000 Puppen über das Internet (www.lammily.com) verkauft.
E-Mail-Adresse: redaktion@dersonntag.at
Weitere Informationen zu "Der SONNTAG" die Zeitung der Erzdiözese Wien