Mehr Solidarität von katholischen Privatschulen in reichen Ländern mit jenen in Entwicklungsländern hat Christine Mann, Präsidentin des Europäischen Komitees für das Katholische Schulwesen (CEEC), eingemahnt. Mann ist seit 2011 CEEC-Präsidentin.
Mehr Solidarität von katholischen Privatschulen in reichen Ländern mit jenen in Entwicklungsländern hat Christine Mann, Präsidentin des Europäischen Komitees für das Katholische Schulwesen (CEEC), eingemahnt. Mann ist seit 2011 CEEC-Präsidentin.
Christine Mann, Präsidentin des Europäischen Komitees für das Katholische Schulwesen plädiert für neue weltweite strategische Entwicklung.
Mehr Solidarität von katholischen Privatschulen in reichen Ländern mit jenen in Entwicklungsländern hat Christine Mann, Präsidentin des Europäischen Komitees für das Katholische Schulwesen (CEEC), eingemahnt. Mann ist seit 2011 CEEC-Präsidentin. Bei der jüngsten CEEC-Generalversammlung in Rom wurde sie in ihrem Amt bestätigt. Bei der zugleich tagenden Vollversammlung des "Catholic International Education Office" (OIEC) wurde sie in eine Arbeitsgruppe gewählt, die sich um eine Neuausrichtung des OIEC bemüht. Das OIEC ist der Dachverband von rund 300.000 katholischen Privatschulen weltweit, die für rund 60 Millionen Schüler zuständig sind.
Christine Mann plädierte im "Kathpress"-Gespräch für eine neue weltweite strategische Entwicklung des katholischen Schulwesens. Das Eine sei der Austausch von Erfahrungen, wie sich katholische Schulen in unterschiedlichsten kulturellen Kontexten entfalten und wie sie ihren Dienst an den anvertrauten Kindern und Jugendlichen verantwortungsvoll erfüllen können. Andererseits brauche es aber vor allem auch mehr Partnerschaften zwischen Schulen in den armen und in den reichen Ländern, "zwischen Nobelschulen und Schulen in den Slums rund um die großen Metropolen".
"Es geht in praktisch allen Erdteilen um Unterstützung der katholischen Schulen jener Länder, die im Aufbau begriffen sind", so die Schulexpertin, die sagte: "In gar nicht so wenigen Ländern, in denen die Errichtung katholischer Schulen schlichtweg verboten ist, erwarten Christen Unterstützung in der Realisierung ihrer Religionsfreiheit. Sie brauchen vor allem die starke Stimme der reichen Länder, die ihnen diese Form von Solidarität schenken."
Christine Mann plädierte zugleich für mehr Unterstützung für das OIEC, das finanziell saniert werden müsse: "Die Aufgaben von OIEC sind zu wichtig, die Hoffnungen vieler Schulerhalter in schwierigsten Situationen in Entwicklungs- und Schwellenländern sind zu groß, und das Wachstum der katholischen Schulen weltweit ist zu beeindruckend, um diese Organisation einfach sterben zu lassen." Ein europäischer oder gar österreichischer Großsponsor wäre deshalb sehr willkommen.
In ihrer Funktion als Präsidentin des Europäischen Komitees für das Katholische Schulwesen (CEEC) steht Mann einem europaweiten Netzwerk mit mehr als 30.000 katholischen Schulen mit rund 8,7 Millionen Schülerinnen und Schülern vor. Die größten Zuwächse an katholischen Privatschulen hätten in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Länder Ost-und Mitteleuropas zu verzeichnen. In den meisten Schulen werde auch eine Nachmittagsbetreuung angeboten, berichtete Mann.
Vor Kurzem hatte Mann in einem Vortrag in Wien vor Verantwortlichen der Ordensschulen einige Herausforderungen für die katholischen Privatschulen in Österreich angekündigt, die sich im gesamteuropäischen Kontext bereits abzeichnen würden. Die heimischen Schulen würden künftig starke Konkurrenz von Privatschulen erhalten, die rein wirtschaftliche Ziele verfolgten und eine hochpreisige multilinguale Ausbildung anbieten. Weltanschaulichen Hintergrund hätten diese Schulen keinen - abgesehen von der die gesamte Welt prägenden Ökonomisierung der Bildung.
Umso wichtiger sei es für katholische Privatschulen, ihr christliches Profil deutlich hervorzustreichen. Schon jetzt sei es aber für die Privatschulen schwierig, religiös sozialisierte Lehrkräfte zu bekommen, das werde künftig wohl noch schwieriger werden. In Ausschreibungen einen praktizierten Glauben zu verlangen werde bald rechtlich nicht mehr möglich sein, ausgenommen bei Religionslehrern. Mann: "Hier müssen wir um Lösungen ringen."
Seit ihrer Emeritierung als Schulamtsleiterin der Erzdiözese Wien könne sie sich nun verstärkt ihrer Aufgabe als CEEC-Präsidentin widmen, sagte Mann im "Kathpress"-Gespräch. "Der Gedanke, jetzt mehr Zeit für diese wichtige europäische Dimension von Schule zu haben und zugleich in die weltweite Entwicklung so intensiv involviert zu sein, ist natürlich angesichts meiner langen und intensiven österreichischen Erfahrungen sehr attraktiv."
Kürzlich hat Mann mit Unterstützung des CEEC-Sekretariats in Brüssel ein dreisprachiges Buch mit dem Titel "Innovation ist unsere Tradition" publiziert, das den Status quo des katholischen Schulwesens in Europa, aber auch dessen Werden von den Anfängen an darstellt. Außerdem wurden die Geschichte von CEEC aufgearbeitet und staatskirchenrechtliche sowie demographische Zusammenhänge hergestellt. Eine Bestandsaufnahme nicht nur in Form von Statistiken, sondern auch inhaltliche Perspektiven runden die Publikation ab.
Schulamt der Erzdiözese Wien: