Andreas Fogarasi. Panorama (The Right of View), 2010. Aussenrauminstallation im Rahmen von „My City“, ein Projekt im Kunst im öffentlichen Raum, Istanbul.
Andreas Fogarasi. Panorama (The Right of View), 2010. Aussenrauminstallation im Rahmen von „My City“, ein Projekt im Kunst im öffentlichen Raum, Istanbul.
Auszeichnung für bisheriges Schaffen junger Künstler heuer zum 35. Mal vergeben.
Der "Msgr. Otto Mauer Preis 2016" geht an den Wiener Künstler Andreas Fogarasi. Der Otto-Mauer-Fonds der Erzdiözese Wien - benannt nach dem 1973 verstorbenen, legendären Wiener Priester und Kunstförderer - vergibt die mit 11.000 Euro dotierte wichtigste österreichische Auszeichnung für junge Kunstschaffende heuer zum 36. Mal.
Prämiert wird von einer jeweils wechselnden, hochkarätig besetzten Jury das gesamte bisherige Oeuvre einer Künstlerin oder eines Künstlers unter 40 Jahren. Der Preis wird vom Wiener Generalvikar Nikolaus Krasa am Dienstag, 29. November, um 19.30 Uhr im Wiener Erzbischöflichen Palais an den 1977 in Wien geborenen Andreas Fogarasi überreicht.
In der Begründung der Jury heißt es über den 39-jährigen Preisträger, der für seinen Beitrag im ungarischen Pavillon auf der 52. Biennale in Venedig bereits 2007 mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, Fogarasi verstehe es, "einen kritischen Blick auf die Gesellschaft in hochästhetischen, formal ausgereiften Arbeiten zu bündeln". Seine Werke mit Elementen aus Fotografie, Video, Skulptur und Typografie zeugten von einer "besonderen Aufmerksamkeit für Materialien , bzw. von einem äußerst subtilen Umgang mit diesen". Formal würden "Materialität und Information aber immer in eine gleichberechtigte Beziehung zueinander" treten, so die Jury.
Zusammengesetzt war diese heuer unter dem Vorsitz des Wiener Jesuiten und Kunsthistorikers Gustav Schörghofer aus der Direktorin des Wiener Dommuseums, Johanna Schwanberg, Prof. Andrea van der Straeten von der Kunstuniversität Linz, Direktor Hans-Peter Wipplinger vom Leopold-Museum in Wien sowie Ralo Mayer, dem Mauer-Preisträger des Jahres 2012.
Fogarasis multimediale Installationen zeichnen laut Jury eine reflektierte gesellschaftskritische Ausrichtung aus, formal gebe es einen starken Bezug zur Architektur bzw. zum Design des öffentlichen Raumes. Im kunsthistorischen Kontext stelle sein Werk eine spezielle Position in der Skulpturenentwicklung dar, "hinterfragt er darin doch immer wieder die Tradition der Formensprache in der Geschichte der Skulptur". Der Umgang mit Raum bei der Werkinszenierung spielt dabei eine besondere Rolle. Fogarasi beschäftigt sich dabei immer wieder mit nicht-westeuropäischen Kontexten wie der Türkei und setzt sich mit der Geschichte ehemals kommunistisch regierter Länder wie Ungarn oder Russland auseinander.
Vom 7. Dezember 2016 bis 17. Jänner 2017 präsentiert der Künstler unter dem Titel "Andreas Fogarasi - Modelle" im "JesuitenFoyer" (Bäckerstraße 18, 1010 Wien) bei freiem Eintritt ausgewählte Arbeiten. Eröffnet wird die Ausstellung am Dienstag, 6. Dezember um 19.30 Uhr, die Öffnungszeiten sind Montag und Dienstag 16-19 Uhr, Sonntag 12-13 Uhr bzw. nach telefonischer Vereinbarung (0699/11441567).
Auch international ist Fogarasi präsent: Werke von ihm sind derzeit in Mexico City, Los Angeles sowie in der von Boris Kostadinov kuratierten Gruppenausstellung "The Errors of Beauty" in der Nationalgalerie in Sofia zu sehen. Von 13. Jänner bis 23. März 2017 präsentiert auch die Wiener Galerie "Georg Kargl Fine Arts" aktuelle Werke Fogarasis in einer Einzelausstellung.
Seit 1981 verleiht der Otto-Mauer-Fonds der Erzdiözese Wien den "Msgr. Otto Mauer Preis" für bildende Kunst. Der Fonds wurde von Kardinal Franz König und dem Erben Mauers, Prälat Karl Strobl, gegründet und dient im Gedenken an den Namensgeber dem Ziel, den Dialog zwischen Kirche, Kunst und Wissenschaft lebendig zu halten und weiterzuführen.
Unter den mit dem Mauer-Preis ausgezeichneten Künstlern finden sich u.a. Erwin Wurm (1984), Franz West (1986), Brigitte Kowanz (1989), Manfred Erjautz (1999), Florian Pumhösl (2000) und das diesjährige Jury-Mitglied Luisa Kasalicky die Auszeichnung. Im Vorjahr erhielt Catrin Bolt den Preis.
Neben der jährlichen Vergabe des Kunstpreises fließt der weitaus größte Teil der Mittel des Otto-Mauer-Fonds in die Förderung aktueller Projekte in den Bereichen bildende Kunst, Musik, Theater, Film, Wissenschaft, Erziehung und Erwachsenenbildung.
Otto Mauer Fonds:
www.otto-mauer-fonds.at