Großerzbischof Shevchuk: Die Verwendung von Brot als Waffe ist daher für viele Ukrainer eine schmerzliche Erinnerung an eine düstere Vergangenheit und eine verstörende Parallele zu aktuellen Ereignissen.
Großerzbischof Shevchuk: Die Verwendung von Brot als Waffe ist daher für viele Ukrainer eine schmerzliche Erinnerung an eine düstere Vergangenheit und eine verstörende Parallele zu aktuellen Ereignissen.
Sviatoslav Shevchuk, das Oberhaupt der ukrainisch-griechisch-katholischen Kirche, verurteilt die jüngste Entscheidung Russlands, sich aus dem "Weizen-Deal" zurückzuziehen, und erinnert an die beunruhigenden Parallelen zum Holodomor vor 90 Jahren, als Millionen Ukrainer an den Folgen einer geplanten Hungersnot starben.
Am 17. Juli verkündete die Russische Föderation die Aussetzung des "Weizen-Deals" (ein Abkommen über den Weizenexport durch das Schwarze Meer von ukrainischen Häfen), schreibt der Großerzbischof. "Mit dieser Maßnahme versucht Russland, seine Kontrolle auszudehnen und das gesamte Schwarze-Meer-Gebiet zu besetzen. Seit dem 19. Juli wurden die Häfen von Odessa und Chornomorsk bombardiert, was zur Zerstörung der Hafenanlagen führte. Allein im Süden der Ukraine gingen rund 60.000 Tonnen Getreide aufgrund der erlittenen Schäden verloren. Ab dem 20. Juli droht Russland allen Schiffen, die in ukrainischen Häfen anlegen wollen."
Shevchuk betont, dass die Ukraine trotz der Kriegswirren nach wie vor daran interessiert sei, die Hungrigen in der Welt zu ernähren. Sie sei nicht nur der Kornspeicher Europas, sondern beliefere heute mit ihrem Brot viele Nationen in verschiedenen Teilen der Welt. Die Entscheidung Rußlands, den "Weizen-Deal" zu beenden und die Zerstörung der Hafenanlagen, die den Getreideexport erschwert, zeige deutlich, dass Russland erneut auf Nahrungsmittel als Waffe setze, um politischen Druck auszuüben und die Ukraine zu kontrollieren.
Es sei wichtig, diese jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit der Geschichte zu sehen. Vor genau 90 Jahren litt die Ukraine unter der Großen Hungersnot von 1932-1933, auch bekannt als Holodomor, einer von Menschen verursachten Katastrophe, die durch die Zwangskollektivierung und die Konfiszierung von Getreide durch die sowjetische Regierung unter Stalin verursacht wurde. Millionen von Ukrainern starben an den Folgen dieser Hungersnot.
Die Erinnerung an diese Tragödie sei in der Ukraine bis heute tief verwurzelt. Die Verwendung von Brot als Waffe sei für viele Ukrainer eine schmerzliche Erinnerung an eine düstere Vergangenheit und eine verstörende Parallele zu aktuellen Ereignissen.
Es sei von entscheidender Bedeutung, dass die internationale Gemeinschaft die Entwicklungen im Schwarzmeer-Gebiet genau beobachtet und sich gegen den Missbrauch von Nahrungsmitteln als Waffe ausspricht. Die Ukraine verdiene es, ihre Souveränität zu bewahren und die Möglichkeit zu haben, ihre lebenswichtigen Güter frei zu exportieren, um nicht nur ihre eigene Bevölkerung zu versorgen, sondern auch zur Bekämpfung des Hungers in anderen Teilen der Welt beizutragen, so Shevchuk.