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05.12.2018 · Österreich & Weltkirche

Kirche und Religionen verabschieden Nuntius Zurbriggen

Seinen Ruhestand will Erzbischof Zurbriggen nach eigenen Angaben in seinem Heimatort Brig (Brigue) im Schweizer Wallis verbringen, wo auch sein Bruder lebt. Seit 1. Dezember und bis zur Ernennung und Akkreditierung eines neuen Apostolischen Nuntius führt Nuntiaturrat George Panamthundil als Geschäftsträger interimistisch die Apostolische Nuntiatur in Wien.

Außer Kardinal Schönborn wurden alle derzeit amtierenden österreichischen Diözesanbischöfe in der Amtszeit Zurbriggens vom Papst auf ihre Bischofsstühle berufen.

Viele Persönlichkeiten aus katholischer Kirche, christlicher Ökumene und Religionen haben am Mittwoch, 5. Dezember 2018 am Abschiedsempfang des scheidenden Apostolischen Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, teilgenommen.

 

Der Einladung in die Nuntiatur in der Theresianumgasse in Wien-Wieden folgten u.a. zahlreiche österreichische Bischöfe mit Kardinal Christoph Schönborn an der Spitze. Der 75-jährige, aus der Schweiz stammende Vatikandiplomat Zurbriggen war seit 2009 Repräsentant des Heiligen Stuhls in Österreich und tritt in den Ruhestand. Außer Kardinal Christoph Schönborn wurden alle derzeit amtierenden österreichischen Diözesanbischöfe in der Amtszeit Zurbriggens vom Papst auf ihre aktuellen Bischofsstühle berufen.

 

Auch wegen der "kulturellen und sprachlichen Nähe in einem katholisch sehr geprägten Land", habe er in Wien seine schönsten Jahre im diplomatischen Dienst verbracht, sagte der scheidende Nuntius, der Österreich in den nächsten Tagen verlassen wird. Dazu erinnerte Zurbriggen an seine Schweizer Herkunft und die uralte Verbundenheit der beiden Nachbarländer.

 

Seinen Ruhestand will Erzbischof Zurbriggen nach eigenen Angaben in seinem Heimatort Brig (Brigue) im Schweizer Wallis verbringen, wo auch sein Bruder lebt. Seit 1. Dezember und bis zur Ernennung und Akkreditierung eines neuen Apostolischen Nuntius führt Nuntiaturrat George Panamthundil als Geschäftsträger interimistisch die Apostolische Nuntiatur in Wien. Er habe den vatikanischen Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin bereits eindringlich darum gebeten habe, dass es möglichst bald einen Nachfolger für Erzbischof Zurbriggen gibt, sagte Kardinal Schönborn nach der jüngsten Herbstvollversammlung der heimischen Bischofskonferenz.

 

Zurbriggen war in den vergangenen Jahren am Prozess zur Ernennung der Diözesanbischöfe Ägidius Zsifkovics (Eisenstadt, 2010), Benno Elbs (Feldkirch, 2013), Wilhelm Krautwaschl (Graz, 2015) und Hermann Glettler (Innsbruck, 2017) ebenso beteiligt wie an der Bestellung von Militärbischof Werner Freistetter (2015) und des Salzburger Weihbischofs Hansjörg Hofer (2017) durch den Papst. Hinzu kamen die Wechsel von Franz Lackner von Graz nach Salzburg (2014), von Manfred Scheuer aus Innsbruck nach Linz (2016) und zuletzt des langjährigen Gurker Bischofs Alois Schwarz, den der Papst auf den Bischofsstuhl in St. Pölten berief. Vor zwei Wochen bestätigte Rom mit dem neuen Abt des Zisterzienserstifts Wettingen-Mehrerau, P. Vinzenz Wohlwend, zudem ein weiteres neues Mitglied der Österreichischen Bischofskonferenz.

 

Lob von Van der Bellen und Kurz

Er freue sich sehr über den Zuspruch der Diözesen für die seit 2009 ernannten Bischöfe, sagte der scheidende Nuntius in der vergangenen Woche bei einem Festakt in Wiener Hofburg. Bundespräsident Alexander Van der Bellen verlieh Zurbriggen dabei das Große Goldene Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich und würdigte dessen Wirken. Die guten Vatikan-Wien-Beziehungen seien ihm bei seinem jüngsten Besuch in Rom auch vom Papst und Kardinalstaatssekretär Parolin ausdrücklich bestätigt worden, hob der Bundespräsident hervor. Als Doyen, Repräsentant und Sprecher des Diplomatischen Corps in Wien habe Erzbischof Zurbriggen überdies "mit großer Sorgfalt sowie mit großem diplomatischen Geschick und viel menschlicher Wärme" agiert.

 

Schon am 28. November hatte in der Nuntiatur auch ein Abschiedsempfang für Vertreter aus Politik und Diplomatie stattgefunden. Bundeskanzler Sebastian Kurz dankte dem Apostolischen Nuntius zudem am Dienstag für dessen fast zehnjähriges Wirken im Land. "Du bist mir immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden", wandte sich der Regierungschef beim Adventempfang im Bundeskanzleramt für die Vertreter der christlichen Kirchen in Österreich an Erzbischof Zurbriggen.

 

"Ein christlich geprägtes Land"

Peter Stephan Zurbriggen ging in den 1960er Jahren und nach seinem Eintritt in das Priesterseminar aus der Schweiz zum Theologiestudium nach Rom. 1969 wurde er von Kardinal Alfred Bengsch (1921-1979) zum Priester geweiht. Zurbriggen war als Religionslehrer tätig, bevor er 1975 in den Diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls eintrat. Seine Dienstorte in den Folgejahren waren die Nuntiaturen in Bolivien, der Bundesrepublik Deutschland, Uruguay, Frankreich und im südlichen Afrika, Lesotho, Indien und Nepal.

 

1993 wurde Zurbriggen von Johannes Paul II. zum Apostolischen Delegaten in Mosambik bestellt und gleichzeitig zum Erzbischof mit der Titular-Erzdiözese Glastonia ernannt. Drei Jahre später wurde die Vatikan-Repräsentanz in Maputo zur Nuntiatur aufgewertet. 1998 wechselte Zurbriggen als Nuntius in die Kaukasus-Republiken Georgien, Armenien und Azerbaidschan, 2001 in die baltischen Länder Litauen, Estland und Lettland bevor. In Österreich folgte er 2009 als Nuntius auf den im Libanon geborenen Erzbischof Edmond Farhat (1933-2016).

 

Zurbriggen ist Träger zahlreicher staatlicher und kirchlicher Auszeichnungen. Neben dem Großen Goldenen Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich wurde er u.a. mit dem Großen Tiroler Adler, dem Montfortorden des Landes Vorarlberg und dem Großen Goldenen Ehrenzeichen mit dem Stern des Landes Steiermark geehrt.

 

Österreich sei ein "noch immer ein christlich geprägtes Land", sagte Zurbriggen im vergangenen Sommer bei den "Geraser Gesprächen". Weiterhin gebe es eine "christliche Grundsubstanz" und viele Glaubensäußerungen, die ihn beeindruckten. Dazu verwies der Erzbischof u.a. auf die Prozessionen und Wallfahrten, die Erhaltung der Kulturgüter durch die Kirche und Politik, jedoch auch das große Engagement der Freiwilligen in der Flüchtlingskrise.

erstellt von: red/kap
05.12.2018
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Auch Ereignisse rund um Tod von Papst Franziskus interessierten die Internetnutzer.

Peter Thiel und die Theologie: Warum wir Tech-Ideologen ernst nehmen müssen

Der Innsbrucker Sozialethiker Wolfgang Palaver sprach an der Wiener Katholisch-Theologischen Fakultät über die religiösen Denkfiguren des US-Milliardärs Peter Thiel. Begriffe wie „Antichrist“ und „Katechon“ prägen Thiels politische Vision – und fordern die Theologie heraus, sich in die Debatte einzumischen.

Papst mahnt: Synodaler Weg braucht mehr innerdeutschen Dialog

Papst Leo XIV. sieht den Reformprozess der deutschen Kirche noch nicht am Ziel. Beim Rückflug aus dem Libanon mahnte er mehr innerdeutschen Dialog an – und warnte vor Machtgefällen, die Stimmen vieler Gläubiger zum Verstummen bringen könnten. Vielfalt in der Synodalität sei kein Bruch, sondern Stärke.

Papst Leo XIV. startet erste Auslandsreise – Friedensbotschaft für die Türkei und den Libanon

Papst Leo XIV. startet vom 27. November bis 2. Dezember seine erste Auslandsreise in die Türkei und den Libanon. Der frühere Leiter des Augustinerordens gilt als reisefreudig und bringt weltweite Erfahrung mit.

Gemüse in der Wüste – Hoffnung für Turkana

Landwirtschaft statt Hunger: Ein Projekt verwandelt Kenias Wüste in fruchtbares Land. Am 2. Dezember besucht eine Gruppe von Aktivisten Wien und berichtet von ihrer Arbeit

Tigray hungert trotz Friedensabkommen

Tigray bleibt von Hilfen weitgehend abgeschnitten – Ordensmann warnt vor dramatischer Lage

"Leo from Chicago": Neue Papst-Doku jetzt mit deutschen Untertiteln

Dokufilm beleuchtet familiäre, schulische und religiöse Prägung von Robert Francis Prevost

Belarus: Lukaschenko begnadigt zwei katholische Geistliche nach politisch motivierten Prozessen

Ordensmänner Akalatowitsch und Juchniewicz, gegen die in offensichtlich politisch motivierten Prozessen Lagerhaft verhängt worden war, kommen frei

Friedenslicht aus Oberösterreich für Papst Leo

Florian Mitter, das Friedenslichtkind aus Oberösterreich, übergab im Vatikan das Licht aus Bethlehem an Papst Leo XIV. und zeigte sich zutiefst beeindruckt.

Kinderpalliativzentrum MOMO: Inklusion schwerkranker Kinder sichern

Wiener Einrichtung mahnt Einlösung von UN-Kinderrechtskonvention ein: "Inklusion, Teilhabe, Schutz vor Gewalt, Bildung und Beteiligung müssen für alle Kinder in unserer Gesellschaft selbstverständlich sein"

3.800 Ordensleute als weiter prägende Kraft in Kirche und Gesellschaft

Österreichweit sind die 191 Ordensgemeinschaften in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pflege, Soziales, Kultur, Mission, Spiritualität und Seelsorge eine nicht wegzudenkende Größe.

Propst Sonnleitner: "Musik ist für mich ein Teil von Seelsorge"

Gefragter Organist an Spitze der Augustiner Chorherren von St. Florian ist kurz nach seiner Wahl mit drei unerwarteten Interessenten aus dem Kongo konfrontiert

Neues Buch gibt bislang unbekannte Einblicke in das Konklave 2025

Vatikanjournalisten öffnen in "Das letzte Konklave" den Blick auf Wahlgänge, Pannen und Anekdoten aus der Sixtinischen Kapelle.

Stift Klosterneuburg: René Girards Denken über Neid und Gewalt im Fokus

Das Stift Klosterneuburg präsentiertr das Buches "Neid, Gewalt und Sündenböcke" von Stiftskämmerer Elias Carr.

Katholische Jungschar fordert Partizipation: „Frag mich doch!“

Zum Internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November macht die Katholische Jungschar Österreichs mit ihrer Kinderrechteaktion auf das Recht auf Partizipation aufmerksam.

Kardinal-König-Kunstpreis 2025 geht an Huda Takriti

Der seit 2005 alle zwei Jahre vergebene Preis zeichnet internationale Künstlern aus Österreich aus, die mit ihren Werken Debatten bereichern.

 

Papst Leo XIV. in Rom: Sant'Anselmo als „pulsierendes Herz“ für die Weltkirche

Papst Leo ermunter Benediktiner, Christus in den Mittelpunkt ihres Lebens und ihrer Mission zu stellen

Lackner: Bischöfe "höchst erfreut und dankbar" über Grünwidl

Salzburger Erzbischof erwartet neue Impulse für Österreichs Kirche durch Seelsorge-Schwerpunkt seines designierten Wiener Amtskollegen

Bischöfe fordern einen starken Sozialstaat sowie Hilfe für die Ukraine und Solidarität

Die Österreichische Bischofskonferenz hat zum Abschluss ihrer Herbstvollversammlung eine klare Botschaft formuliert.

Seit einem halben Jahr ist Leo XIV. Papst

Neues Kirchenoberhaupt zwischen großem Erbe und sorgfältiger Abwägung - Kathpress-Hintergrundbericht von Severina Bartonitschek

Bischof Scheuer: "Der Mensch ist dem Menschen von Natur aus Freund"

Linzer Bischof bei Bischofskonferenz-Festgottesdienst im Wiener Stephansdom über gesellschaftliche Verantwortung, Solidarität und Frieden - Fähigkeit zum Kompromiss "weder faul noch feige, sondern Ausdruck des Willens zum Miteinander und zur Versöhnung"

Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz in Wien

Die Vollversammlung der Bischofskonferenz ist in Wien eröffnet worden. Im Zentrum stehen Treffen mit Bundespräsident, Caritas und orthodoxen Kirchen.

Kardinal Dominik Duka OP verstorben

Der Dominikaner Duka war das einzige tschechische Mitglied des Kardinalskollegiums und stand im 82. Lebensjahr.

Abt Bernhard Eckerstorfer für theozentrische Wende in der Kirche

Ordensmann mit Auslandserfahrung: "Klöster bleiben Säulen für die Zukunft der Kirche"

Trump, Gott und die Nation: Religion in den USA ein Jahr nach der Wahl

Christlicher Nationalismus auf dem Vormarsch: Theologen warnen vor Aushöhlung der Verfassung und wachsender Polarisierung - Hintergrundbericht von Benedikt Heider/KNA

Katholisch-Theologische Fakultät Wien präsentiert Sammelband „War in Ukraine“

Das neue Werk beleuchtet theologische, ethische und historische Hintergründe des russischen Angriffskriegs und ist kostenlos als Open Access verfügbar.

Synode: Auf dem Weg zu weltweiten Kirchenversammlung 2028

Das letzte Treffen findet statt, wenn die mehrjährige Umsetzung der Ergebnisse der Weltsynoden von 2023 und 2024 in den Ortskirchen abgeschlossen ist.

Balanceakt in der Sakristei: Warum Österreichs Kirchen-Staat-Modell Zukunft hat

Ein Wiener Experte hält das österreichische Konkordat für ein unterschätztes Meisterstück – es sichere Kontrolle, ohne die Religionsfreiheit zu verdrängen.

Nationalfeiertag: Abtsbenediktion von Ludwig Wenzl in Stift Melk

Niederösterreichs Landeshauptfrau Mikl-Leitner, Innenminister Karner und der designierte Wiener Erzbischof Grünwidl werden unter den Festgästen erwartet.

„Pilger:innen der Hoffnung“: Weltkirche-Konferenz in Wien setzt Zeichen für den Frieden

Friedensarbeit, Trauma und Umweltgerechtigkeit im Globalen Süden – Berichte aus Ecuador, Kenia und den Philippinen.

Oberösterreichs Landeshauptmann Stelzer trifft Papst Leo XIV.

"Es war ein sehr emotionales, wenn auch kurzes Treffen und eine ernsthafte Auseinandersetzung", so der oberösterreichische Landeschef.

"Mit dem Judesein Jesu vertraut werden"

Basisgemeinde Forum 2025 lädt zur Auseinandersetzung mit der jüdischen Verwurzelung Jesu ein.

Job Speed Dating für junge Arbeitssuchende in Wien am 11. November

Junge Menschen, die Starthilfe in die Berufswelt brauchen, können am 11. November 2025 in lockerem Rahmen Bewerbungsgespräche für eine Lehrstelle bei namhaften Unternehmen führen. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Papst Leo XIV. spricht sieben Männer und Frauen heilig

Katholische Kirche feiert sieben neue Heilige: Märtyrer und Wohltäter.

Ein mutiges Herz für den Kongo: Sr. Brigitta Raith kehrt heim

Über drei Jahrzehnten lebte und arbeitete Sr. Brigitta Raith, Missionarin Christi aus der Oststeiermark, in der Demokratischen Republik Kongo.

Caritas: Junge Wohnungslosigkeit ist keine Randerscheinung – Gesamtstrategie gefordert

Junge Wohnungslosigkeit "keine Randerscheinung" - Direktor Schwertner fordert bundesweite Gesamtstrategie 

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