Kardinal Christoph Schönborn im "Licht ins Dunkel"-Studio bei Andreas Onea.
Kardinal Christoph Schönborn im "Licht ins Dunkel"-Studio bei Andreas Onea.
„Not sehen, den Anderen sehen“.
Kardinal Christoph Schönborn hat am 24. Dezember 2018 in der ORF-Fernsehsendung "Licht ins Dunkel" dazu aufgerufen, den Mitmenschen Aufmerksamkeit zu schenken. Man solle die Not sehen, den Anderen sehen, sagte der Wiener Erzbischof. Das setze allerdings voraus, "dass wir ein offenes Herz haben".
Wer immer nur sich selber sehe, "wird am Schluss furchtbar alleine sein", sagte der Kardinal. Hinter der Abschottung stehe "Angst, dass ich mich preisgebe - und dass sich dann auch die anderen öffnen".
Kinder zeigten aber, dass es Leben nur in Offenheit gebe: "Als Kind ist man angewiesen, dass uns andere ansprechen", erläuterte Kardinal Schönborn.
Die Bedeutung des Dialogs hoben in der Sendung "Licht ins Dunkel" auch die Vertreter der anderen Religionen hervor. "Es gibt keine Alternative zum Dialog", zu gegenseitigem Respekt und Wertschätzung, sagte der neue Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural.
Der Präsident der Buddhistischen Religionsgesellschaft in Österreich, Gerhard Weißgrab, betonte, der Dialog sei unendlich wichtig zur Lösung von Konflikten und um zu verhindern, dass solche entstehen.
Der evangelische Oberkirchenrat Karl Schiefermair bezeichnete es als Auftrag, das Gemeinsame zu suchen und jenen Hoffnung zu geben, die unter die Räder zu kommen drohen.
Die Vizepräsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, Claudia Prutscher, sieht den Sinn der Religionen darin, in Respekt voreinander und in Liebe zueinander zu leben.
Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser nannte es ein "Kernproblem", dass über Menschen auf der Flucht und von Armut betroffene Menschen "zunehmend schlecht geredet wird. Wenn man bestimmte Menschen permanent schlecht darstellt, wird es irgendwann auch leichter, sie auszugrenzen und abzuwerten".