Heute führen die 15 im Wiener Kloster lebenden Schwestern ein kontemplatives Leben und verlassen nur in bestimmten Ausnahmen - etwa für einen Krankenhausbesuch bei einer Mitschwester - ihren Konvent.
Heute führen die 15 im Wiener Kloster lebenden Schwestern ein kontemplatives Leben und verlassen nur in bestimmten Ausnahmen - etwa für einen Krankenhausbesuch bei einer Mitschwester - ihren Konvent.
Dankgottesdienste am 14. Mai und 11. Juni.
Die Salesianerinnen am Wiener Rennweg feiern am kommenden Sonntag, 14. Mai 2017 das diesjährige 300-Jahr-Jubiläum ihres Klosters mit einem besonderen Akt: Ab 14 Uhr laden die Schwestern des ältesten bestehenden Frauenkloster Wiens zu einem spirituellen Nachmittag mit geistlichen Impulsen und Musik und erlauben es den Besuchern, einige ihrer Räumlichkeiten zu besichtigen. Es ist die erste Öffnung der strengen Klausur im "Kloster der Heimsuchung Mariens" seit 50 Jahren.
Die Grundsteinlegung des Klosters im dritten Wiener Gemeindebezirk erfolgte am 13. Mai 1717, genau am Tag der Geburt von Kaiserin Maria Theresia (1717-1780), die den Konvent später als ihre "Zwillingsschwester" bezeichnete und ihm zeitlebens sehr verbunden war. Zum 300. Jahrestag findet bereits am Samstag um 16 Uhr ein Dankgottesdienst in der Klosterkirche der Salesianerinnen statt. Dabei wird auch an den 450. Geburtstag des Ordensgründers Franz von Sales erinnert.
Am 11. Juni feiert dann Kardinal Christoph Schönborn um 9 Uhr einen weiteren Dankgottesdienst mit den Ordensfrauen. Weitere Höhepunkte im Jubiläumsjahr sind auch im August das Fest der Hl. Johanna Franziska, der Mitbegründerin des Ordens und Freundin des Hl. Franz von Sales, sowie im November das Fest der sieben bereits seliggesprochenen Märtyrerinnen des Heimsuchungsklosters von Madrid.
Historie des Ordens
Die Initiative zum Baus des Wiener Heimsuchungs-Klosters ging von Kaiserin Wilhelmine Amalia, der Witwe Kaiser Josephs I., aus. Sie wollte nach dem Tod ihres Mannes ihren Lebensabend in einem Kloster verbringen, fand dafür in Wien aber keine passende Gemeinschaft. So reifte der Plan, selbst ein Kloster zu stiften, das auch eine Bildungsstätte für junge Mädchen sein sollte. Die Kaiserin lebte vom Jahr 1722 bis zu ihrem Tod 1742 im Kloster, dessen 1721 errichtetes Mädchenpensionat bis 1927 bestand.
Der Orden der Salesianerinnen - ihr Gründungsname ist der "Orden von der Heimsuchung Mariens" - wurde am 13. August 1610 von Johanna Franziska von Chantal und Franz von Sales in Frankreich gegründet. Ursprünglich wirkten die Mitglieder karitativ, kümmerten sich vor allem um junge Mädchen aus dem verarmten Adel oder gehobenem Bürgertum und errichtet Schulen und Pensionate. 1615 wurde die Gemeinschaft zu einem Klausurorden umgewandelt.
Heute führen die 15 im Wiener Kloster lebenden Schwestern ein kontemplatives Leben und verlassen nur in bestimmten Ausnahmen - etwa für einen Krankenhausbesuch bei einer Mitschwester - ihren Konvent. Seit 1988 ist ein großer Teil der Räume des Klosters an die Musikuniversität Wien vermietet. 2007 stand das Kloster kurz im grellen Licht der Öffentlichkeit, als Papst Benedikt XVI. (2005-2013) zum Auftakt seines damaligen Wien-Aufenthalts auf dem Weg vom Flughafen in die Innenstadt kurz bei den Salesianerinnen Station machte und dort in das "Papamobil" umstieg.
Weltweit gibt es rund 150 Klöster des Ordens, zwei davon in Österreich mit Niederlassungen in Wien und in Hall in Tirol. Beide Klöster gehören der Deutschsprachigen Föderation des Ordens an. In Wien leben 15 Schwestern, in Hall neun. Alle Klöster des Ordens sind autonom und unterstehen unmittelbar dem Heiligen Stuhl, sind zur gegenseitigen Unterstützung jedoch in Förderationen zusammengefasst. Die deutschsprachige Föderation der Schwestern der Heimsuchung besteht aus 10 Klöstern bzw. Gemeinschaften in Deutschland (6), Österreich (2), Kroatien (1) und Tschechien (1) mit insgesamt rund 120 Ordensfrauen.
Wiener Salesianerinnen:
www.salesianerinnen.at