Die neue Folge des Podcasts „Orden on air“ nimmt uns mit nach Graz, wo wir Marianne und Myriam, zwei Kleine Schwestern Jesu, kennenlernen.
Sie leben bewusst mitten unter den Menschen, in einem Viertel, das sie das „Orangeland“ nennen. Ihre Tür steht oft offen, und die Nachbarn, meist muslimischen Glaubens, kommen auf einen Kaffee oder ein Gespräch vorbei. Marianne und Myriam sehen sich nicht als Missionarinnen, sondern als Freundinnen. „Wir sind zuerst Nachbarinnen“, sagt Schwester Myriam, und diese gelebte Menschlichkeit steht im Mittelpunkt ihrer Spiritualität.
Gegründet nach dem Vorbild Charles de Foucaulds, wollen die Kleinen Schwestern an den Rändern der Gesellschaft präsent sein. Marianne engagiert sich in der Obdachlosenhilfe und besucht Gefangene, während Myriam ältere und psychisch kranke Menschen begleitet. Es geht um kleine Gesten der Zuwendung: ein offenes Ohr, ein Lächeln.
Ihr Alltag ist schlicht, von Gebet und stiller Anbetung durchzogen, aber er ist reich an Begegnungen. In diesem unspektakulären Leben schaffen sie einen Ort, an dem sich Glaube und Menschlichkeit berühren – leise, aber mit großer Tiefe.