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22.06.2014 · Gedanken zum Evangelium

Fürchtet euch nicht!

"Vieles im Leben erregt Angst, vor vielem fürchten wir uns, nicht nur damals, zur Zeit Jesu, sondern auch heute", so Kardinal Christoph Schönborn.

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium am Sonntag, 22. Juni 2014

Gleich dreimal sagt Jesus heute: "Fürchtet euch nicht!" Wenn er das so sehr betont, heißt das nicht, dass viel Furcht vorhanden ist? Vieles im Leben erregt Angst, vor vielem fürchten wir uns, nicht nur damals, zur Zeit Jesu, sondern auch heute. Einiges bringt Jesus zur Sprache. Es lohnt sich, einmal persönlich darüber nachzudenken: Was macht mir Angst im Leben? Wovor fürchte ich mich?

 

Menschenfurcht ist das Erste, was Jesus nennt. Unmittelbar davor hat Jesus von den Leuten gesprochen, die schlecht über ihn reden. Es tut einfach weh, wenn wir feststellen, dass uns üble Nachrede angehängt wird. Man ist so wehrlos gegen böse Worte, die über uns ausgestreut werden. Wie können wir diese Angst bekämpfen? Meist gelingt es ja nicht, Gerüchte, die über uns in die Welt gesetzt werden, wieder richtig zu stellen. Es bleibt immer etwas hängen. Jesus gibt einen Trost: "Nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird." Mit anderen Worten: Die Wahrheit kommt ans Licht, früher oder später. Man hat dich übel verleumdet. Fürchte dich nicht! Einmal wird es offenkundig werden, dass Lügen über dich verbreitet wurden! Freilich stimmt das nicht immer. Manche müssen bis zum Lebensende ertragen, dass ihr guter Ruf zerstört worden ist. Dann bleibt aber immer noch der Trost Jesu gültig: Vor Gott wird die Wahrheit offenbar werden. Er wird deinen Ruf wieder herstellen. Er lässt keine Lügen gelten.

 

"Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird." Jesus meint das wohl als Trost. Aber ich höre darin auch etwas, vor dem ich mich fürchte. Wer von uns will, dass alles enthüllt wird? Heute ist "Enthüllungsjournalismus" Mode. Gilt auch hier Jesu "Fürchtet euch nicht"? Sicher, wenn ich keine Enthüllung zu fürchten brauche! Immer mehr Menschen machen sich Sorgen, ob Dinge, die sie einmal so locker auf Facebook geäußert haben, ihnen schaden könnten. Immer weniger ist die persönliche Sphäre geschützt. Wie heute mit der Furcht umgehen, dass alles veröffentlicht werden kann?

 

Ich glaube, eine starke Antwort auf diese Angst gibt Jesus mit dem nächsten Wort: "Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können." Jesus will uns auf die wirklichen Gefahren hinweisen. Was die Seele beschädigt, ist viel gefährlicher, als was den Leib bedroht. Meist sehen wir es umgekehrt: Hauptsache gesund sein! Was nützt die körperliche Gesundheit, wenn die Seele dabei verkommt? Es lohnt sich, die Frage persönlich zu überdenken: Habe ich mehr Angst vor Krankheit als vor Schaden an meiner Seele? Fürchte ich es mehr, zu lügen, zu hassen, übel über andere zu reden, kurz: alles, was meine Seele vergiftet? Oder ist es mir wichtiger, körperlich fit zu sein, egal wie schlimm und schmutzig, es in meiner Seele aussieht?

 

Wie lernen wir es, die Menschenfurcht abzulegen? Wie kommen wir dahin, mehr auf unsere Seelengesundheit zu achten, als uns um unseren Leib zu ängstigen? Auch hier gibt Jesus einen wunderbar praktischen Hinweis: Gott sorgt doch für alles. Selbst für die Spatzen. Ja, sogar für die Haare auf deinem Haupt. Also sei doch nicht so ängstlich um dich selbst besorgt! Vertraue auf Gottes gute Fürsorge. Fürchtet euch also nicht!

 

Wie aber lernen wir dieses große Gottvertrauen? Dazu wieder ein Rat Jesu: Traue dich, öffentlich zu Gott zu stehen! Dann wirst du die Menschenfurcht überwinden! Wenn du aus Angst vor dem, was die anderen sagen, dich nicht zu deinem Glauben bekennst, dann hast du wirklich Grund zu fürchten, dass Gott einmal zu dir sagt: Ich kenne dich nicht!

22.06.2014
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Matthäusevangelium 10,26-33

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Nachrichten

Wien: Internationale Tagung zu synodalen Traditionen an der Universität Wien

Internationale Tagung in Wien beleuchtet historische Synoden, um heutige kirchliche Reformdebatten mit wissenschaftlicher Tiefe und globaler Expertise besser zu verstehen.

Deutscher Orden bestätigt Hochmeister Frank Bayard im Amt

Beim Generalkapitel in Wien bestätigte die Ordensgemeinschaft ihre Leitung und stellte zugleich zentrale Weichen für strukturelle und geistliche Weiterentwicklungen.

Eröffnung der Ausstellung "Kreuzbilder" im Stephansdom

Für Erzbischof Grünwidl sind Rainers Kreuzbilder mehr als Kunst: Sie weisen den Weg zu Aufmerksamkeit, Hoffnung und innerer Wandlung.

Pionierarbeit am Diözesankonservatorium Wien: Orgelspiel als Training für das Gehirn

Das Diözesankonservatorium für Kirchenmusik der Erzdiözese Wien startet ein außergewöhnliches Forschungsprojekt: Eine neue Vorstudie widmet sich der Frage, ob das komplexe Spiel an der Orgel positive Effekte auf die kognitive Leistungsfähigkeit haben kann – und das über die gesamte Lebensspanne hinweg.

Neuer geistlicher Assistent für "Kirche in Not Österreich"

Wiener Pfarrer und Dechant Stefan Reuffurth von vatikanischer Klerusbehörde ernannt

Stephansdom zeigt Arnulf Rainers Kreuz-Werke trotz Widerruf

Mit 77 Kreuz-Darstellungen des im Dezember verstorbenen Künstlers Arnulf Rainer eröffnet das Wiener Domkapitel gemeinsam mit der Sammlung Trenker eine Ausstellung im Stephansdom. Die Präsentation läuft bis 7. Juni.

„Wenn wir mit unserem Latein am Ende sind, sollten wir ermutigt sein!“

Der Kurs Synodale Prozessbegleitung mit 40 Teilnehmenden im Dialog.Hotel Am Spiegeln geht in die zweite Runde. Eine down-to-earth Lern-Erfahrung, um in den kirchlichen Dienst als synodale ProzessbegleiterInnen hineinzuwachsen.

Kardinal Schönborn lädt zu Gebet für die Ukraine in den Stephansdom

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Seit mehreren Jahren pflegt die Erzdiözese Wien lebendige Partnerschaften mit Diözesen auf drei Kontinenten: Lodwar in Kenia, San Jacinto in Ecuador und Infanta auf den Philippinen. Was einst mit ersten Begegnungen begann, hat sich zu einem intensiven Prozess des gegenseitigen Lernens, solidarischen Miteinanders und gemeinsamen Arbeitens entwickelt.

Ordensspitäler schaffen vier Milliarden Euro Wertschöpfung

Eine neue Studie zeigt: Österreichs 23 Ordensspitäler erzeugen vier Milliarden Euro Wertschöpfung und sichern über 41.000 Arbeitsplätze.

Starkes Team für starke Bildung: Neue pädagogische Leitung der Privatschulen der Erzdiözese Wien

Seit Dezember führt Constantin Haider als pädagogischer Geschäftsführer die Privatschulen der Erzdiözese Wien. Gemeinsam mit Eva Lindl, Leiterin von Kindergärten und Nachmittagsbetreuungen, gestaltet er die 12 Standorte zukunftsorientiert und wertebasiert. Ihre gemeinsame Basis: Leidenschaft für gute Pädagogik.

 

Erzbischof Grünwidl stellt erste Personalentscheidungen vor

Mit zwei zentralen Personalentscheidungen startet der neue Wiener Erzbischof Josef Grünwidl in seine Amtszeit: Ab 1. Februar übernimmt Richard Kager die Leitung des Vikariats unter dem Wienerwald. Im Herbst folgt Andreas Kaiser als Generalvikar und tritt damit am 1. September die Nachfolge von Nikolaus Krasa an.

10 Jahre Pfarre Franz von Sales

„Zum zehnten Geburtstag feierte die Pfarre Franz von Sales ihr lebendiges Zusammenwachsen und die Vielfalt ihrer drei Teilgemeinden in Wien.“

Internationaler Schoa-Gedenktag -„Erinnern, um Menschlichkeit zu bewahren“

Zum Internationalen Holocaust-Gedenktag mahnen Erzbischof Grünwidl, Regina Polak und Bischof Scheuer zu wachem Erinnern und persönlicher Verantwortung. Betroffenheit allein reiche nicht – das Gedenken müsse vor Gleichgültigkeit schützen und sensibel machen für die Gefahren von Hass und Ausgrenzung heute.

Tag des geweihten Lebens 2026 – Einladung zur Vesper im Stephansdom

Am 30. Jänner 2026 lädt die Erzdiözese Wien alle Frauen und Männer des geweihten Lebens zur Pontifikalvesper um 16 Uhr in den Stephansdom ein.

„Hier bin ich“ – Admissio der angehenden Ständigen Diakone in Laa

Elf Männer wurden in Laa zur Diakonatsweihe zugelassen: Die festliche Admissio mit Weihbischof Turnovszky am vergangenen Freitag bezeichnet ihren nächsten Ausbildungsschritt.

Josef Grünwidl feierte erste Messe als Erzbischof mit 100 Armutsbetroffenen

Seine erste Messe als Erzbischof feierte Josef Grünwidl am Sonntag, 25. Jänner 2026, mit 100 Armutsbetroffenen. Danach lud er Sie zu einem gemeinsamen Mittagessen ein.

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Arbeit und Leben – kein Gegensatz

Gedanken zum Evangelium, am Sonntag, 20. Juli 2025, von Kardinal Christoph Schönborn (Lukas 10,38-42).

Christus entfaltet das Gleichnis als Beispiel für die bedingungslose Nächstenliebe. Ein Mann wird von Räubern schwer verletzt und bleibt am Straßenrand liegen. Priester und Levit, obwohl rechtgläubig und fromm, gehen vorrüber. Erst ein Samaritaner ni

Der barmherzige Samariter

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 13. Juli 2025

Anfang der Gerstenernte

Für eine Kultur der Begegnung

Gedanken zum Evangelium, am Sonntag, 6. Juli 2025, von Kardinal Christoph Schönborn (Lk 10, 1-9).

Statue des Petrus

Petrus und der Papst

Gedanken zum Evangelium, von Kardinal Christoph Schönborn, am Sonntag, 29. Juni, 2025 (Matthäus 16,13-19).

Am Ufer des Sees Genezareth versammeln sich 5000 Menschen, um die Rede Jesu vom Reich Gottes zu hören. Christus fordert die Jünger auf den Menschen Essen zu geben. Sie haben aber nur 2 Fische und 5 Brote. Jesus spricht das Dankgebet und teilt das Ess

Gebt ihr ihnen zu essen

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 19. Juni 2025.

Wer bin ich für dich?

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 22. Juni 2025

Was ist die ganze Wahrheit?

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 15. Juni 2025.

Am 50. Tag nach Ostern (griechisch pentecoste = 50) wird die Sendung des Heiligen Geistes gefeiert. Der Heilige Geist kommt wie Feuerzungen auf die versammelten Jünger herab und sie sind fähig in fremden Sprachen zu reden. Es ist gleichsam die Überwi

KI und der Heilige Geist

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zur Lesung vom 8. Juni 2025.

Segnende Hände

 

Christus geht mit seinen Jüngern in den Garten Gethsemane am Ölberg. Er will beten und fordert Petrus, Jakobus und Johannes auf, mit ihm zu beten. Er weiß, was ihm bevorsteht. Todesangst befällt ihn und er schwitzt Blut. Er bittet seinen Vater den Ke

Alle sollen eins sein

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 1. Juni 2025

mit freundlicher Genehmigung der Russisch-Orthodoxe Kathedrale zum heiligen Nikolaus

Was Jesus wirklich wichtig war

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 25. Mai 2025

Liebt einander!

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 18. Mai 2025

Was der Papst zu tun hat

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 11. Mai 2025

Das Schifflein des Petrus

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 4. Mai 2025

Nicht ungläubig, sondern gläubig

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 27. April 2025

Das Kreuz ist im Weg

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 18. April 2025

Was mir Ostern bedeutet

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 20. April 2025

Das Tor zur großen Woche

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 13. April 2025

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